Do., 13.06.2019

Personalrat verabschiedet Pädagogen aus dem Kreisgebiet 20 Grundschullehrer gehen in Ruhestnad

Kreisweit gehen zum Ende des Schuljahres 20 Grundschullehrkräfte in den Ruhestand. 16 von ihnen kamen am Mittwoch in das Café Alte Werkstatt nach Hiddenhausen. Dort wurden sie von Landrat Jürgen Müller, Schulamtsdirektorin Gabriele Ortner und Vertreterinnen des Personalrates feierlich aus dem Dienst verabschiedet.

Kreisweit gehen zum Ende des Schuljahres 20 Grundschullehrkräfte in den Ruhestand. 16 von ihnen kamen am Mittwoch in das Café Alte Werkstatt nach Hiddenhausen. Dort wurden sie von Landrat Jürgen Müller, Schulamtsdirektorin Gabriele Ortner und Vertreterinnen des Personalrates feierlich aus dem Dienst verabschiedet. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). Vier Jahrzehnte Bildungspolitik haben sie erlebt, haben Hunderte von Kindern geprägt: die 16 Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer des Kreises Herford, die am Mittwoch

»Machen Sie von Ihrer neuen Freiheit Gebrauch. Genießen Sie die gewonnene Zeit, wagen Sie etwas Neues, und füllen Sie den Freiraum bewusst«, forderte die Vorsitzende des Personalrats der Grundschullehrkräfte im Kreis Herford, Hildegard Degener, die scheidenden 14 Lehrerinnen und zwei Lehrer auf. Sie waren auf Einladung des Personalrates zu einem Abschluss-Kaffeetrinken zusammen gekommen waren. Insgesamt gehen zum Schuljahresende 20 Lehrkräfte in den Ruhestand.

Konzepte im Wandel

Erstmals war neben Schulamtsdirektorin Gabriele Ortner und Jan Ebmeier, Abteilungsleiter des Schulamtes des Kreises, auch der Landrat persönlich zu der Verleihung der Urkunden zum Ausscheiden aus dem Schuldienst gekommen. Er bedankte sich bei den Pädagogen für ihren Jahrzehnte langen Einsatz. »Sie haben in dieser Zeit immer wieder neue Konzepte entwickeln und umsetzen müssen«, lobte er die Flexibilität der Lehrer, denn Kinder, gesellschaftliche Gegebenheit und Pädagogik befänden sich in einem steten Wandel.

Dieser Wandel war auch in den Gesprächen der Ruheständler ein Thema. »Die Kinder sind heute motorisch nicht mehr so fit wie früher, viele können sich noch nicht selbst die Schuhe zubinden, wenn sie in die Schule kommen«, berichtete Beate Haag, von der Herforder Grundschule Stiftberg. Vergleiche man die Jungen und Mädchen heute mit denen zu Beginn ihrer Laufbahn, dann habe auch die Konzentrationsfähigkeit abgenommen.

Visuelle Welt

»Die Kinder sind heute nicht mehr so sehr über das Wort, sondern am besten über Bilder zu erreichen«, hat Bärbel Schreiber-Barufke, sozialpädagogische Fachkraft aus Enger, festgestellt. »Sie leben eben auch in einer visuell geprägten Welt«, erklärte Haag diese Entwicklung. Handy und PC gehörten ganz selbstverständlich zum Leben der Kinder.

Monika Ußling, Lehrerin an der Grundschule Gohfeld, sieht auch positive Veränderungen: »Die Kinder heute sind selbstbewusster«, ist ihre Erfahrung. Auch die Teamfähigkeit sei durch die verstärkte Gruppenarbeit größer als früher.

Zeit genießen

Ihre neu gewonnene freie Zeit möchte Beate Haag vor allem ihren vier Enkelkindern widmen. »Außerdem freue ich mich, endlich mal in Ruhe etwas lesen zu können, im Garten zu arbeiten und auf Reisen zu gehen.« Friedrich-Wilhelm Schäffer von der Grundschule Hunnebrock möchte sich verstärkt der Musik widmen und mit seiner Band und anderen Percussion-Projekten auf Tournee gehen.

Angesichts des Lehrermangels gibt es aber auch einige Lehrkräfte, die zwar in Pension gehen, aber in begrenztem Stundenumfang als Angestellte weiter Unterricht geben. Dazu gehört Angela Fink von der Grundschule Löhne-Ort. »Ich fühle mich nicht ausgebrannt, habe immer noch Spaß an meinem Beruf«, sagt sie nach 42 Dienstjahren. »Ich gebe noch zehn Stunden Mathematik, da bleibt mir noch viel Zeit für meine drei Islandpferde.«

Lehrermangel

Neben den Genannten gehen in Ruhestand: Sabine Rau (Uffeln-Exter), Friedhem Fischer (Dünne), Antje Rottwilm-Güse (Vlotho), Ulrike Goltz-Reehuis (Hunnebrock), Elisabeth Dalla Torre (Herford Wilhelm-Oberhaus-Schule), Monika Oestreich (Obernbeck), Gisela Ferri (Dünne), Sabine Serowski (Dünne), Ursel Meyer (Paul-Maar-Schule Hiddenhausen), Ingrid Illies (Spenge/Hücker-Aschen) und Karin Merkl (Obering Herford).

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