Fr., 14.06.2019

Kinder und Jugendliche sollen in Teams die Welt der Geschichten entdecken Sommerleseclub mit neuem Konzept

OPG-Schülerin Laura Esau (14), Stefan Krüger von der Sparkasse und Büchereileiterin Christine Kuske laden zum neu konzipierten Sommerleseclub ein. Anmeldestart ist am 6. Juli beim Sommerfest auf dem Rathausplatz. Start der Ausleihe ist am 9. Juli.

OPG-Schülerin Laura Esau (14), Stefan Krüger von der Sparkasse und Büchereileiterin Christine Kuske laden zum neu konzipierten Sommerleseclub ein. Anmeldestart ist am 6. Juli beim Sommerfest auf dem Rathausplatz. Start der Ausleihe ist am 9. Juli. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). Der Sommerleseclub hat ein neues Konzept. Wichtigste Änderungen: Die Kinder und Jugendlichen können sich jetzt im Team anmelden; Urkunden gibt es künftig auch für das Hören von Büchern und den Besuch von Workshops.

»Sommerleseclub – Kreativ, digital, kooperativ!« heißt es auf dem neuen Flyer des Programms, das die Gemeindebücherei alljährlich in Kooperation mit ihrem Förderverein und der Sparkasse organisiert. »Um die 200 Kinder und Jugendliche haben wir bisher in den Sommerferien damit zum Lesen animiert«, berichtet Büchereileiterin Christine Kuske. »Eine Urkunde bekam jeder, der es auf drei gelesene Bücher brachte und deren Inhalt vortragen konnte. Pro gelesenem Buch gab es einen Stempel«, erklärt sie. Die Klasse mit den fleißigsten Leser erhielt 50 Euro für die Klassenkasse und bisweilen auch eine Lesung für alle zur Belohnung.

Lesen im Team

Ab diesem Sommer ist alles anders. »Wer möchte, kann immer noch alleine lesen, er muss dann für eine Urkunde nur noch zwei Stempel vorweisen«, erklärt Kuske. Alle anderen können sich zusammenschließen und mit Freunden, Geschwistern, Eltern oder Verwandten ein Team bilden, das gemeinsam ein Logbuch mit Stempeln füllt und kreativ gestaltet. Die neuen Logbücher gibt es im Netz unter sommerleseclub.de auch in digitaler Form. Sie können dann im Netz bearbeitet werden.

»Es gibt jetzt für jedes gelesene Buch, jedes gehörte Hörbuch und jeden Workshop, an dem man teilnimmt, einen Stempel. Die Gruppen können zwei bis fünf Personen umfassen. Damit das Team eine Urkunde erhält, muss es bei zwei oder drei Mitgliedern drei Stempel, bei vier Teilnehmern vier und bei fünf auch fünf Stempel sammeln. Mehr zu lesen ist ausdrücklich erlaubt. Den Junior-Leseclub für Grundschulkinder gibt es nicht mehr. »Ob und wie wir weiterhin Klassen belohnen können, ist noch zu klären«, so Kuske.

Workshops

Nicht nur die Bücher und Hörbücher erhalten die Teilnehmer in der Bücherei, auch die Workshop-Punkte können sie dort sammeln: »Ich werde jeden Freitag eine Aktion anbieten«, verspricht Kuske. »Vom Vorlesen bis zum Foto-Workshop mit Apps und Sofortbildkamera.« Auch die Teilnahme an den Kulturrucksack-Angeboten der Bücherei, »Hiddenhausen mit dem Zeichenblock entdecken« (16. 8.) und »Werde Poetry-Slammer« (19. bis 22. 8.) gehören dazu. Neu im Angebot ist ein Ausflug zum Escape-Raum im Rahmen der Ausstellung »Verschwörungstheorien« in Kloster Dalheim am 16. Juli (Anmeldung unter Telefon 05221/964120).

Zusätzlich zu den Urkunden gibt es künftig 15 Pokale namens Oskars. Sie sollen von einer Jury an die Teilnehmer vergeben werden, die zum Beispiel besonders fleißig gelesen haben, deren Logbuch besonders schön gestaltet ist oder die sich einen besonders originellen Teamnamen gegeben haben.

Romane und Comics

Für den Sommerleseclub hat Kuske 202 neue Bücher für Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 10. Klasse angeschafft. OPG-Schülerin Laura Esau (14) hat während eines Praktikums bei der Vorbereitung des Sommerleseclubs mitgearbeitet und auch einige Bücher auswählen dürfen: »Es sind einige Liebesromane und eine Neue Ausgabe der Unendlichen Geschichte dabei«, sagt sie. »Aber auch Fans von Comics und Superhelden finden genug zu lesen.«

Kommentar

Lesen im Team ist nun beim Sommerleseclub (SLC) angesagt. Geht das? Für viele eine eher ungewohnte Vorstellung. Ist es nicht gerade das Schöne am Lesen, dass man ganz für sich in eine Fantasiewelt eintauchen und alles andere vergessen kann? Und ist es wirklich nötig, das Angebot um Hörbücher und Workshops zu erweitern? Ist der Namen Leseclub dann noch der richtige? Für Jüngere könnte ein Team Anreiz sein, sich mit dem Medium Buch zu beschäftigen – wenn zum Beispiel Geschwister mitmachen und mal etwas vorlesen. Und all jene, die während der Sommerferien keine drei Bücher schaffen, haben so die Chance auch einmal eine Urkunde in Händen zu halten. Aber ist es wirklich zu viel verlangt, dass Schulkinder drei Bücher in sechs Wochen lesen? Sollte der SLC nicht gerade dazu anregen, mehr als nur ein oder zwei Bücher zu lesen? Hat die Urkunde noch einen Wert, wenn nicht mehr kontrolliert wird, ob ein Buch überhaupt gelesen worden ist? Ist das wirklich noch Leseförderung? Bleibt zu hoffen, dass der neue SLC die Kinder zumindest neugierig auf Geschichten macht und ihre Fantasie beflügelt. Ruth Matthes

 

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