Fr., 12.07.2019

Bluttat in Eilshausen: Mordkommission sichert DNA-Spur von Verdächtigem Überführt ein Feuerzeug den Täter?

Blumen, Kerzen, kleine Skulpturen, eine libanesische Flagge: Familienangehörige und Freunde hatten am Tatort an der Bünder Straße des Getöteten Raschad A. (31) gedacht. Vor etwa zehn Tagen hat die Familie den Tatort freigeräumt.

Blumen, Kerzen, kleine Skulpturen, eine libanesische Flagge: Familienangehörige und Freunde hatten am Tatort an der Bünder Straße des Getöteten Raschad A. (31) gedacht. Vor etwa zehn Tagen hat die Familie den Tatort freigeräumt.

Von Moritz Winde und Bernd Bexte

Hiddenhausen (WB). Im Fall der tödlichen Bluttat in Hiddenhausen gibt es neue Entwicklungen: Der Verdacht gegen die in U-Haft sitzenden beiden Brüder hat sich offenbar erhärtet.

Nach Informationen dieser Zeitung soll die Mordkommission »Eilshausen« am Tatort ein Feuerzeug mit einer DNA-Spur gefunden haben. Die Analyse im Labor soll ergeben haben, dass dieser genetische Fingerabdruck einem der Männer zugeordnet werden kann. Das lässt den Schluss zu, dass derjenige tatsächlich am Tatort gewesen sein könnte. Das Opfer Raschad A. (31) könnte das Feuerzeug allerdings auch bei einem vorherigen Treffen mitgenommen haben und es dann am Tatort zurückgelassen haben. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wollte sich dazu am Donnerstag nicht äußern.

Gemeinschaftlicher Mord?

»Die Tatverdächtigen haben Angaben zur Sache gemacht, bestreiten die Tat jedoch weiterhin«, sagt die ermittelnde Staatsanwältin Claudia Bosse. Ein Haftrichter am Amtsgericht Bielefeld hatte Untersuchungshaftbefehle gegen die Brüder erlassen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem gemeinschaftlichen Mord aus.

Bei dem 30-Jährigen soll es sich um den eigentlichen Täter, bei dem 32-Jährigen um den Anrufer handeln, der das spätere Opfer am Abend des 30. Mai aus seiner Wohnung in der Nähe des Hiddenhauser Rathauses nach draußen gelockt haben soll. »Es ist aber nicht auszuschließen, dass noch weitere Personen an der Tat beteiligt waren«, erklärt Bosse.

Tatwaffe unauffindbar

Raschad A. war auf dem Parkplatz des Backhauses Hensel getötet worden – angeblich hinterrücks mit mehreren Messerstichen. Aus Polizeikreisen ist zu hören, die Attacke müsse einem Gemetzel geglichen haben.

Am 1. Juni war Haftbefehl gegen einen jesidischen Kurden (30) mit türkischer Staatsbürgerschaft erlassen worden, sechs Tage später gegen dessen Bruder (32). Zwei Tage vor dem Mord hatte Raschad A. dem 30-Jährigen im Streit um Geld die Nase gebrochen. A. soll dem Türken etwa 1200 Euro geschuldet haben. Das Messer, mit dem A. getötet wurde, soll noch immer nicht gefunden worden sein. Die Ermittler der Mordkommission »Eilshausen« suchen auch weiterhin nach einem blauen Mercedes A-Klasse (Baujahr 2001). Ein solches mit mehreren Personen besetztes Auto soll sich am Tatabend auffällig schnell vom Tatort entfernt haben.

Gedenkplakette

Derweil möchte die Familie des Opfers am Tatort eine kleine Plakette als Erinnerung anbringen. Der Eigentümer habe dies jedoch untersagt, erklärte ein Bruder des Opfers am Donnerstag. Vor etwa zehn Tagen hatte die Familie die Blumen, Kerzen und Bilder, die dort abgelegt waren, entfernen müssen. »Das ist ein Privatgrundstück, dazu hat der Eigentümer das Recht«, erläutert Ordnungsamtsleiter Jörg Luttmann. Raschad A. war vor einem Monat in Hula im Süden Libanons unter großer Anteilnahme seiner Familie beerdigt worden.

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