Do., 11.07.2019

Klaus Binnewitt: 562 Bürger in Hiddenhausen sind Leistungsempfänger Jeder 17. bezieht Hartz IV

Klaus Binnewitt. Geschäftsführer des Jobcenters, berichtet im Sozialausschuss über die Arbeitslosenzahlen in Hiddenhausen und Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit.

Klaus Binnewitt. Geschäftsführer des Jobcenters, berichtet im Sozialausschuss über die Arbeitslosenzahlen in Hiddenhausen und Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). In Hiddenhausen erhalten derzeit 562 Personen Hartz-IV-Leistungen. »Damit steht die Gemeinde im Vergleich zum Kreisdurchschnitt gut da«, erklärte Klaus Binnewitt, Geschäftsführer des Jobcenters, in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Im Weiteren stellte er zwei neue Instrumente vor, die es dem Jobcenter erleichtern sollen, Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu vermitteln.

In Hiddenhausen bezieht jeder 17. Einwohner Hartz IV. Im Kreis ist es dagegen durchschnittlich jeder zwölfte. Von den 562 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (Stand Februar 2019) in der Großgemeinde sind 259 Männer und 303 Frauen, 122 sind unter 25 Jahren, 79 über 55.

Mehr Kinder betroffen

Obgleich die Zahl der Leistungsempfänger 2018 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent abgenommen hat, gibt es einen Anstieg von 12,8 Prozent bei den Leistungsberechtigten, die nicht erwerbsfähig sind: Dies erklärte Binnewitt damit, dass immer mehr Kinder unterstützt werden müssten.

Um die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu verringern, hat Binnewitt seit Einführung des Teilhabechancengesetzes zwei neue Fördermöglichkeiten. Die erste bezieht sich auf Menschen, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind sowie alle Arbeitgeber, egal welcher Branche. Stellen sie einen Arbeitslosen ein, gibt es für zwei Jahre einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt; im ersten Jahr 75 und im 2. Jahr 50 Prozent. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich zu einem sechsmonatigen Coaching. »Dies ist ein sehr wichtiges Instrument, da es bei anderen Fördermaßnahmen oft vorgekommen ist, dass der Arbeitnehmer nach einem halben Jahr wieder absprang«, erläutert Binnewitt. Der Coach soll beiden Seiten helfen, wenn es zu Problemen kommt.

Coaching verpflichtend

Die zweite Förderung richtet sich primär an Menschen, die mindestens 25 Jahre alt sind und innerhalb der vergangenen sieben Jahre mindestens sechs Jahre Arbeitslosengeld II bezogen haben. »Die Förderdauer liegt maximal bei fünf Jahren. In den ersten zwei Jahren erhalten die Arbeitgeber 100 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns oder des Tariflohns«, erklärte der Jobcenter-Chef. Das Coaching beginnt hier bereits zwei Monate vor dem Arbeitsantritt und dauert ein Jahr. Das Programm sei erfreulich angelaufen. »Von den für 2019 anvisierten 150 Förderungen sind bereits 104 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse bewilligt worden«, so Binnewitt.

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