Sa., 13.07.2019

Johannes-Falk-Schüler gestalten Eingangsbereich der neuen Marta-Ausstellung Auf die Haltung kommt es an

Im Rondotuch halten sich die Falk-Schüler Neriban, Amjad, Lenya, Christina (von links) und Lehrerin Anette Austmann gegenseitig. Roland Nachtigäller und Axel Grothe (rechts) schauen zu. Dies ist eine von zwei Mitmachstationen der neuen Marta-Ausstellung.

Im Rondotuch halten sich die Falk-Schüler Neriban, Amjad, Lenya, Christina (von links) und Lehrerin Anette Austmann gegenseitig. Roland Nachtigäller und Axel Grothe (rechts) schauen zu. Dies ist eine von zwei Mitmachstationen der neuen Marta-Ausstellung. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). Wer die neue Marta-Ausstellung »Haltung & Fall« besucht, kann das Thema gleich im Eingangsbereich am eigenen Leib erfahren. Dafür hat eine Gruppe des Johannes-Falk-Hauses gesorgt.

Die Kooperation zwischen dem Museum und der Förderschule des Kirchenkreises kam über Museumsleiter Roland Nachtigäller und Schulleiter Axel Grothe zustande, die beide im Beirat des Falk-Hauses sitzen. »Wir hatten schon länger die Idee, einmal etwas zusammen zu machen«, erzählt Nachtigäller. »Bei dieser Ausstellung bot sich das nun an.«

Zwei Mitmachstationen

Lehrerin Anette Austmann und die Kuratoren der Ausstellung überlegten gemeinsam, wie sie die Begriffe Haltung und Fall mit Hilfe der Falk-Schüler für alle erfahrbar machen könnten. Heraus kamen zwei Mitmachstationen für die Besucher, ein Video und Texte in leichter Sprache, die für jeden verständlich sind.

»Wir haben uns im Unterricht überlegt, was Haltung ist, wer und was einen hält und auch, was Fallen bedeutet. Was empfinde ich dabei, wann lasse ich mich extra fallen?« Diese Gedanken sind jetzt als Stichworte an den Mitmachstationen nachzulesen. Auch der einleitende Wandtext ist diesmal »dreisprachig«: in Deutsch, Englisch und einfacher Sprache. Letzter Text stammt von Experten des Wittekindhofes, die ihn nach festgelegten Regeln so einfach wie möglich formuliert haben. »Die Resonanz der Besucher darauf ist sehr positiv«, sagt Nachtigäller. »Wir werden auch künftig, wenn möglich, Erläuterungen in leichter Sprache einbauen.«

Fallen verlangt Mut

In der heimischen Turnhalle haben die Kinder außerdem das rückwärtige Fallen auf eine dicke Matte geübt und ihre Fallkünste dann im Video festgehalten. »Man braucht ganz schön viel Mut, wenn man das zum ersten Mal macht«, sagt Kai-Uwe (14), der sich als erster traute und mittlerweile starr wie ein Brett und völlig angstfrei den Sinkflug antritt. »Das Herz schlägt einem dabei ganz doll«, sagt Adan (12), der ebenfalls mit Begeisterung bei der Sache ist.

Beide finden es toll, in einer richtigen Ausstellung dabei zu sein. »Dieses Projekt hat das Selbstbewusstsein der sieben Schüler von zehn bis 15 Jahren enorm gehoben«, sagt Austmann. »Sie sind sie zu einer richtigen Gemeinschaft zusammengewachsen.«

Vertrauen ist wichtig

An der zweiten Station können sich die Besucher in einem so genannten Rondo-Tuch gegenseitig halten. »Zur Haltung gehört auch das Gehaltenwerden, der Mut, anderen zu vertrauen, sich fallen zu lassen«, so Austmann. Nicht nur für behinderte Kinder sei das eine wichtige Erfahrung.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Oktober zu sehen. Sie wird von einem umfangreichen museumspädagogischen Programm begleitet.

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