Fr., 13.09.2019

Gemeinde wurde vor einem halben Jahrhundert gegründet – am Sonntag Familienfest Hiddenhausen feiert sich

Andreas Frenzel (von links), Christine Zingler (Organisatorin des Jubiläumsfestes), Ulrike Bleimund, Christian Grube (beide Amt für Schule, Sport und Kultur) und Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer laden für kommenden Sonntag nach Gut Bustedt ein.

Andreas Frenzel (von links), Christine Zingler (Organisatorin des Jubiläumsfestes), Ulrike Bleimund, Christian Grube (beide Amt für Schule, Sport und Kultur) und Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer laden für kommenden Sonntag nach Gut Bustedt ein. Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Hiddenhausen (WB). Bei dem Alter ist man eigentlich »in den besten Jahren«: Die Gemeinde Hiddenhausen ist 50 Jahre alt. Das Jubiläum wird am Sonntag mit allen Bürgern auf Gut Bustedt gefeiert.

Es war der 1. Januar 1969, als im Zuge der kommunalen Neugliederung aus den sechs Dörfern Sundern, Schweicheln-Bermbeck, Oetinghausen, Lippinghausen, Hiddenhausen und Eilshausen die Gemeinde Hiddenhausen wurde. Der Gemeindegründung war ein lange Diskussion vorausgegangen, ob eine Kommune zwischen den beiden größten Städten des Kreises, Herford und Bünde, notwendig und überlebensfähig sei. War es. »Hier waren und sind ganz viele starke Unternehmen ansässig«, bilanziert Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer.

Was die Gemeinde ausmache, seien aber vor allem die Menschen in Ortsteilen – vom kleinen Sundern (2000 Einwohner) bis zum großen Schweicheln (4500) Einwohner. »Anfangs hatte man sich vorgenommen, in Lippinghausen einen Siedlungsschwerpunkt für die ganze Kommune einzurichten – mit Rathaus, der damaligen Hauptschule und einem Ortszentrum.«

Sechs Zentren statt nur eines

Mit den Jahren habe sich dies aber als der falsche Weg herausgestellt. »Die Menschen leben in ihren Dörfern und sind dort verwurzelt. Sie fühlen sich zunächst ihrem Ort verbunden« Seit etwa 25 Jahren verfolge man deshalb eine andere Strategie bei der Gemeindeplanung: »Wir wollen alle sechs Ortsteile stärken, jeder hat sein eigenes Zentrum« – mit Kitas, jeweils einer Grundschule inklusive OGS und Einkaufsmöglichkeiten. Das habe sich bewährt.

»Diese Übersichtlichkeit ist den Menschen Halt und Heimat in einer immer unübersichtlicheren Welt«, ist Rolfsmeyer überzeugt. Das typische Hiddenhauser Zusammenleben sei das einer Großfamilie. »Die Eltern sind sozusagen im Rathaus und haben sechs Kinder, die sie natürlich alle gleich behandeln wollen.«

»Wunder von Hiddenhausen«

Das spiegele sich auch im Rat wider. Jeder der sechs Ortsteile sei darin mit mehreren Mitgliedern vertreten. Die dezentrale Strategie soll auch im neuen Regionalplan festgeschrieben werden. »Wir haben das den Planern der Bezirksregierung deutlich gemacht, als sie nach unserem Siedlungsschwerpunkt gefragt haben: Wir haben gesagt: ›Wir haben sechs Siedlungsschwerpunkte!‹«

Hiddenhausen hat sich in den vergangenen Jahren auch für Zugezogene zu einem beliebten Wohnort entwickelt, nicht nur durch das von anderen Kommunen kopierte Projekt »Jung kauft Alt«, mit dem die Gemeinde junge Familien beim Kauf einer alten Immobilie finanziell unterstützt. »Die Welt« sprach jüngst sogar vom »Wunder von Hiddenhausen«, mit dem die Kommune eine drohende Überalterung abgewendet habe.

Mehr Einwohner

Das macht sich auch in Zahlen bemerkbar. »Im Jahr der Gemeindegründung hatten wir 18.500 Einwohner, jetzt sind es fast 20.000«, sagt Kämmerer Andreas Frenzel, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Und Rolfsmeyer ergänzt: »Es war eine unserer besten Entscheidungen, an allen Grundschulen festzuhalten.«

Das Programm:

Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer wird das Familienfest auf Gut Bustedt am kommenden Sonntag, 15. September, um 14 Uhr eröffnen und kurz auf 50 Jahre Hiddenhausen zurückblicken.

Im Innenhof von Gut Bu­stedt wird eine Bühne aufgebaut. Dort spielen von 15 bis 15.45 Uhr die Kinderrockband Krawallo , von 16 bis 18 Uhr die Blue Sky Company (Folk und Blues). Von 16.15 bis 16.45 Uhr wird Zauberer Emello auf dem Gelände unterwegs sein und seine Tricks zeigen. Von 17 bis 17.45 Uhr gibt er eine Vorstellung im Turmzimmer. Den ganzen Nachmittag über (14 bis 18 Uhr) wird den Besuchern rund um Gut Bustedt viel geboten: ein historisches Karussell der Herforder Schaustellerfamilie Heitmann, ein Fotobulli, Treckerfahrten mit Edelhard Altmann, Baggern mit einem Fahrzeug des Bauhofes, Besichtigung eines Feuerwehrfahrzeuges, eine Hüpfburg und Kinderschminken stehen auf dem Programm – kostenfrei. Zudem werden Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Getränke verkauft.

 

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