Sa., 14.09.2019

Zwei Rohrweihe-Paare haben im Füllenbruch Nachwuchs bekommen Seltene Brutgäste

Die Rohrweihe ist eine streng geschützte Greifvogelart. Ausgewachsen sind die Vögel fast so groß wie ein Bussard. Im Füllenbruch haben zwei Paare Junge großgezogen.

Die Rohrweihe ist eine streng geschützte Greifvogelart. Ausgewachsen sind die Vögel fast so groß wie ein Bussard. Im Füllenbruch haben zwei Paare Junge großgezogen. Foto: Biologische Station

Hiddenhausen/Herford (WB). Einen besonderen Bruterfolg meldet die Biologische Station Ravensberg: Im Füllenbruch haben in diesem Jahr gleich zwei Paare der Rohrweihe, einer sehr seltenen Greifvogelart, ihre Jungen großgezogen.

Dieser Erfolg ist auch das Ergebnis umfangreicher Schutzmaßnahmen. »Seit April hatten sich die Rohrweihen zwischen Ziegelstraße und Grillenweg verdächtig verhalten, ganz offensichtlich wurde ein Brutversuch gestartet«, schreibt Klaus Nottmeyer vom Vorstand der Biologischen Station.

Auch an einer anderen Stelle, weiter östlich Richtung Herford, habe man Rohrweihen beim Eintragen von Nistmaterial beobachten können. In diesem Fall tief im Schilf und damit deutlich besser geschützt. Denn Rohrweihen brüten – ungewöhnlich für Greifvögel – einfach auf dem Boden und bauen ihr Nest meist im Röhricht.

Rohrweihen jagen vor allem Mäuse und kleine Vögel

Nachdem der westliche Brutplatz in einer Wiese gefunden wurde (erstes Ei am 30. Mai), wurde mit dem Landwirt eine spätere Mahd verabredet. Am 22. Juni musste dann gemäht werden. Um das Nest – mit inzwischen vier Eiern – zu schützen, wurde eine Schonzone belassen.

So sieht eine ausgewachsene Rohrweihe aus. Foto: dpa

Ein unsicher herumfliegender Jungvogel am 15. Juli zeigte, dass das östliche Paar schon erfolgreich mit der Brut fertig war. Bruten im Grünland erleiden oft hohe Verluste durch Räuber wie Fuchs oder Marder.

Außerdem sind Rohrweihen sehr störungsempfindlich. Deshalb wurde der Weg zwischen Grillenweg und Ziegelstraße früh gesperrt und die ausgesparte Wiesenfläche später auch noch mit einem Elektrozaun gesichert.

Am 19. Juli konnten sich Jörg Hadasch und Klaus Nottmeyer von der Biologischen Station überzeugen, dass es den zwei Jungvögeln gut ging (zwei der vier Eier waren offenbar verloren gegangen) und die Einzäunung wurde weiter unterhalten.

Spätestens am 9. August sind die zwei Jungvögel vom Nest abgeflogen. Meist halten sie sich aber auch dann noch wochenlang in der Nähe des Brutplatzes auf und werden von den Alten gefüttert.

Im Füllenbruch liegen die einzigen bekannten Brutplätze in der Region

»Zwei erfolgreiche Bruten dieses seltenen Vogels im Füllenbruch sind gute Nachrichten«, sagt Nottmeyer. Zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald ist es der einzige bekannte Brutplatz dieser Art – auf mehr als 1000 Quadratkilometern.

Rohrweihen sind in freier Natur gut an ihrem V-förmigen Flug dicht über der Vegetation zu erkennen. Sie jagen vor allem Mäuse und kleine Vögel. Die Art ist EU-weit besonders geschützt.

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