Grüne fordern sichere Route von Herford über Hiddenhausen nach Bünde
Schnelle Radtrasse für Berufspendler

Hiddenhausen (WB). Erstmals haben sich die Grünen-Fraktionen aus dem Kreis, aus Herford, Bünde und Hiddenhausen zusammengetan und stellen Anträge in ihren Räten für eine schnellere und sichere Radwegeverbindung zwischen den drei Kommunen.

Donnerstag, 27.02.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 14:10 Uhr
Die Grünen wollen eine schnelle und sichere Radverbindung zwischen Herford und Bünde: (von links) Ingeborg Balz (Kreistag), Christian Kowalewsky (Bünde), Herbert Even (Herford), Stefanie Janßen-Rickmann (Bünde) und Bernhard Weil (Hiddenhausen). Foto: Bärbel Hillebrenner
Die Grünen wollen eine schnelle und sichere Radverbindung zwischen Herford und Bünde: (von links) Ingeborg Balz (Kreistag), Christian Kowalewsky (Bünde), Herbert Even (Herford), Stefanie Janßen-Rickmann (Bünde) und Bernhard Weil (Hiddenhausen). Foto: Bärbel Hillebrenner

Eine Stunde braucht ein Radfahrer für die 15 Kilometer zwischen Herford und Bünde. Nimmt er die verkehrsreiche Landesstraße, muss er mit gefährlichen Situationen rechnen: mehrere Kreisel, Wechsel der Radwegeseite, Nutzung von Standstreifen auf der Fahrbahn, vor allem im Bereich der Autobahnunterführung. Kein Wunder, sagen die Grünen, dass Berufspendler lieber ins Auto statt auf den Sattel steigen. Das wollen sie nun ändern.

Fördermöglichkeiten prüfen

Eine Klimawende ohne die Reduzierung des Autoverkehrs funktioniere nicht, meint Bernhard Weil: „Täglich sind 8000 Berufspendler zwischen Herford und Bünde unterwegs. Wir müssen diese Menschen aus den Autos holen, doch dafür braucht es attraktive Radwege.“ Der Hiddenhausener Fraktionssprecher der Grünen hat seine Parteikollegen aus Herford, Bünde und dem Kreis zusammengerufen.

„Wir wollen den Stein ins Wasser werfen und unsere Verwaltungen auffordern, eine Realisierung der interkommunalen Strecke vorzubereiten, unseren Trassen-Vorschlag sowie Fördermöglichkeiten zu prüfen“, sagt Herbert Even von der Grünen-Ratsfraktion Herford.

Hauptstraßen nicht alltagstauglich

Der Kreis, meint Ingeborg Balz von der Kreistagsfraktion der Grünen, werde das Projekt unterstützen. Gespräche zwischen ihr, dem Landrat und der SPD habe es bereits gegeben. „Im Dezember hat der Kreistag außerdem die Erklärung zum Klimawandel beschlossen und dazu gehören sowohl die Vernetzung der Radwege als auch der Bau neuer Verbindungen.“ Die jetzigen Landes- und Bundesstraßen im Kreis Herford seien nicht alltagstauglich. Balz: „Ein Mobilitätsmanager soll beim Kreis eingestellt werden. Er könnte das Radwegenetz interkommunal koordinieren.“

Das Mobilitätsverhalten habe sich in den letzten Jahren deutlich verändert, sagt Christian Kowalewsky von der Bünder Grünen-Fraktion. Der Lehrer am Marktgymnasium hat festgestellt, dass auch immer mehr Schüler aufs Rad steigen. „Vor Jahren war das noch anders. Aber die jungen Leute denken jetzt auch über das Klima anders.“ Viele Schüler kämen aus Hiddenhausen, doch für sie gebe es keine sichere Verbindung nach Bünde.

Gute Qualität gefordert

Das bestätigt auch Stefanie Janßen-Rickmann. Die Bünder Ratsfrau und Grünen-Bürgermeisterkandidatin radelt öfter diese Strecke, mal auf sicheren Wegen durch das Bustedter Naturschutzgebiet, im Dunkeln aber eher auf der Hauptstraße. „Das ist wegen des hohen Verkehrsaufkommens aber eine Katastrophe, vor allem im Bereich der Autobahnauf- und -abfahrten.“

Herbert Even kennt die Gefahren auf der Tour von Herford aus: „Man muss mehrmals die Seiten wechseln, das ist gefährlich. Ein Radweg muss konsequent auf einer Seite geführt werden.“ Weil sich auch immer mehr Menschen ein E-Bike zulegen würden, müsse der Radweg eine gute Qualität haben. „Man ist schließlich viel schneller unterwegs. Deshalb wäre auch eine kreuzungsfreie und -bevorrechtigte Linienführung ideal“, ergänzt Bernhard Weil.

Land muss Flächen bereithalten

Bei der Streckenplanung zwischen Herford und Bünde sollen das Land und die Straßenbaubehörde NRW mit ins Boot geholt werden. Der Trassenvorschlag der Grünen verläuft viele Kilometer an der Landesstraße. „Da muss man sicher an manchen Stellen die Fläche erweitern, wenn auch ein Großteil der Infrastruktur bereits vorhanden ist“, sagt Janßen-Rickmann.

Die Grünen-Ratsfraktionen werden in diesen Tagen die Anträge in ihren Verkehrsausschüssen einreichen. Spätestens in fünf Jahren hoffen sie auf die Fertigstellung des Projekts. Immerhin haben alle Kommunen ihre Budgets für das Radwegenetz erhöht: Im Kreis stehen 300.000 Euro, in Herford 500.000 und in Hiddenhausen 125.000 Euro zur Verfügung.

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