Nico Bökenkröger sammelt Kiddyrider – Restaurierung kann bis zu 400 Stunden dauern
Nostalgie-Ritt auf Ufo oder Schweinchen

Hiddenhausen (WB). Sie wippen auf und ab, blinken bunt und fordern auf „Fahr mit“: Sogenannte Kiddyrider standen bis in die 90er Jahre in Innenstädten oder vor Supermärkten. Vereinzelt sind sie noch zu finden – bei Nico Bökenkröger sogar in ordentlicher Menge und Vielfalt in einer Lagerhalle.

Montag, 30.03.2020, 10:00 Uhr
18 sogenannte Kiddyrider – vom Ufo über Schwein, Pferd und Katze bis zum Rennwagen – hat Nico Bökenkröger restauriert und in seiner Lagerhalle stehen. Was früher vor vielen Kaufhäusern stand, kann man bei ihm für Kindergeburtstage mieten. Foto: Kathrin Weege
18 sogenannte Kiddyrider – vom Ufo über Schwein, Pferd und Katze bis zum Rennwagen – hat Nico Bökenkröger restauriert und in seiner Lagerhalle stehen. Was früher vor vielen Kaufhäusern stand, kann man bei ihm für Kindergeburtstage mieten. Foto: Kathrin Weege

Der 28-Jährige sammelt die kleinen Fahrgeschäfte. Oft sind sie nicht im allerbesten Zustand, wenn er sie kauft. Bis zu 400 Stunden kann es dauern, bis sie wieder aussehen wie neu. „Da wird der Motor geprüft und repariert, Rost am Fuß abgeschliffen, Pferd, Ufo und Co. werden gespachtelt und neu lackiert“, so der Hiddenhauser. Er ist sich sicher, dass die Fahrgeschäfte Kinder nach wie vor faszinieren. Bökenkrögers Kiddyrider lassen sich zwar fast alle noch per Münzeinwurf bedienen („Früher kostete das 50 Pfennig, später eine D-Mark“), seine Exemplare haben aber inzwischen alle einen Knopf, mit dem man sie einfach starten kann.

Zufall entfacht Sammelleidenschaft

Die Sammelleidenschaft entfacht hatte bei ihm eigentlich der Zufall. „Mein Bruder Christian war bei seiner Nichte. Sie hatte ein Holzschaukelpferd bekommen und fragte: ‚Wo ist der Knopf?‘“ Sie habe sich offensichtlich eines mit Antrieb gewünscht. Christian Bökenkröger suchte im Internet und fand einen Schimmel, den die beiden dann restaurierten. Der Beginn einer Sammelleidenschaft.

18 Gefährte stehen inzwischen teils in einer Lagerhalle in Eilshausen, teils bei Bökenkröger zu Hause. Damit sie auch heute noch Mädchen und Jungen erfreuen, vermietet er sie über seine Firma NB Baumaschinen, die eigentlich Motorsägen, Gartengeräte und Co. verleiht. „Oft sind es Väter, die ihren Kindern einen besonderen Geburtstag bieten wollen. Da werden dann zwei Kiddyrider, eine Hüpfburg und eine Bierzeltgarnitur gemietet“, erzählt Bökenkröger.

Kiddyrider aus Hiddenhausen

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  • Foto: Kathrin Weege
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Der Schwerpunkt seiner Firma mit Sitz in Eilshausen sei natürlich der Verleih von Baumaschinen. „Ich wollte mich aber nie auf nur genau eine Sache festlegen. Und wenn ich mit meinem Hobby ganz nebenbei auch noch etwas Geld verdienen kann, warum dann nicht?“, meint er. Vor einem Jahr hat sich der gelernte IT-Berater (er arbeitet auch in diesem Beruf immer noch) mit seinem Verleih selbstständig gemacht.

Gefährte kann man mieten

Seine Kiddyrider suche sein Bruder im Internet. Gekauft wird möglichst günstig – sind sie aber komplett restauriert, seien sie wertvoll. Da werden schon mal Summen zwischen 4000 und 10.000 Euro aufgerufen. Das ist quasi der einstige Neupreis, weiß Nico Bökenkröger.

Mit Gewinn verkaufen will er die liebevoll überarbeiteten Fahrzeuge aber nicht. „Ich erfreue mich viel zu sehr an den Kiddyriders – daher verleihe ich sie nur“, betont der Hiddenhauser. 20 bis 35 Euro kostet es, sich eines der Gefährte für einen Tag zu mieten.

Erfinder der Kiddyrider

Ursprünglich hatte der US-Amerikaner James Otto Hahn die Kiddyrider in den 1930er Jahren erfunden. Er entwickelte zunächst Holzpferde, die sich bewegten. Er ließ sich die Idee patentieren.

Wer sich dafür Interessiert, welche Kiddyrider Nico Bökenkröger im Einzelnen hat, wie sie repariert und restauriert werden, der kann seine Instagramseite besuchen. Dort sind nicht nur Bilder, sondern auch Videos zu finden.

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