Edeka Kirschke in Hiddenhausen fiebert Wiedereröffnung nach Brand entgegen
Gutachter raus, Handwerker rein

Hiddenhausen (HK). Die Zentrale der Edeka Minden-Hannover teilt sogar schon einen festen Termin mit, zu dem der Edeka-Markt Kirschke in Schweicheln-Bernbeck wieder eröffnen soll. Doch Liane Kirschke, selbstständige Kauffrau im Edeka-Verbund, rät davon ab, sich jetzt schon so genau festzulegen: „Schreiben Sie mal Mitte des Jahres. Das dürfte dem tatsächlichen Datum am nächsten kommen.“

Donnerstag, 23.04.2020, 10:00 Uhr
Eigentlich wollte Edeka Kirsche schon Ende Januar nach dem Brand wieder eröffnen. Jetzt hofft das Team auf die Jahresmitte. Foto: Moritz Winde
Eigentlich wollte Edeka Kirsche schon Ende Januar nach dem Brand wieder eröffnen. Jetzt hofft das Team auf die Jahresmitte. Foto: Moritz Winde

Bei Edeka Kirschke hats gebrannt. Wenige Stunden vor Heilig Abend 2019 dringt dichter Rauch aus dem Markt nach außen. Die Feuerwehr muss eine Wärmebildkamera einsetzen, um den Brandherd überhaupt zu finden. Am Ende steht fest: Durch einen technischen Defekt sind drei Kühltruhen und eine Getränketonne in Brand geraten.

Schlimmer als die demolierten Geräte ist der Schaden, den der beißende Rauch auf dem Rest der Verkaufsfläche anrichtet. Die Polizei schätzte allein den Komplettverlust des Warenbestandes auf 300.000 bis 350.000 Euro. Die Schäden im und am Gebäude sind darin nicht eingerechnet. Eine ebenfalls im Markt angesiedelte Filiale der Herforder Bäckerei Hensel ist durch eine automatisch schließende Brandschutztür vor den Flammen gerettet worden. Die Backwaren mussten zwar entsorgt werden, doch die Bäckerei hat seit Januar schon wieder geöffnet. Bis Ende Januar sollte eigentlich auch der Lebensmittelmarkt wieder öffnen.

Versicherungen prüfen

Doch dann wurde es still um den Brandherd. Liane Kirschke: „Brandgutachter, Vertriebs- und Revisionsmitarbeiter sowie Versicherungsexperten gaben sich seitdem die Klinke in die Hand.“ In den darauf folgenden Korrespondenzen sei nicht der Schaden an sich strittig gewesen, sondern vor allem die Frage, welchen Anteil davon die Gebäudeversicherung und welchen Teil die Inventarversicherung zu übernehmen habe.

Damit möchte Kirschke keineswegs irgendeine Kritik an den Konzernen üben: „Zu den genauen Prüfungen sind sie sicherlich verpflichtet.“ Sie sei im Gegenteil heilfoh, in den Edeka-Verbund eingebunden zu sein, denn das habe in dieser Krise ihre Existenz und die ihrer gut 30 Mitarbeiter gerettet: „Unsere Betriebsausfallversicherung kommt für Miete, Gehälter und laufende Betriebskosten auf. Gäbe es sie nicht, hätte ich den Standort längst aufgeben müssen.“ Am meisten hätten noch die Kunden aus Schweicheln-Bermbeck unter der langen Schließungsdauer zu leiden: „Wann auch immer ich vor Ort bin, treffe ich Bürger, die mich fragen, wann es hier endlich wieder losgeht.“ Der 1200 Quadratmeter umfassende Markt ist ein Treffpunkt in dem Hiddenhausener Ortsteil.

Neue Salattheke

Liane Kirschners Vorsicht, besser keinen festen Eröffnungstermin mitzuteilen, geht auf einen Blick in den leer geräumten Supermarkt zurück: „Die Handwerker stehen noch ganz am Anfang.“ Bevor neue Truhen und Regale installiert würden, seien erst einmal neue Leitungen und Steckdosen in den Böden, Decken und Wänden zu verlegen. Und wann die neuen Geräte kommen, stehe auch noch nicht fest: „Durch die Corona-Krise haben sich die Lieferzeiten überall verändert.“

Natürlich werde der Markt modernisiert, frisch gestrichen und instand gesetzt. Das Ladenkonzept aus dem vergangenen Jahr aber werde nur punktuell ergänzt: „Wir werden jetzt auch eine Theke mit frischen Salaten installieren.“

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