Prozess um Bluttat in Eilshausen geht am 1. Juli weiter
Sagt „Nuri“ doch noch aus?

Hiddenhausen/Bielefeld (WB/kop). Mit einem Gutachten ist am Montag vor dem Landgericht Bielefeld der Prozess zur Bluttat von Eilshausen fortgesetzt worden. Dabei ging es darum, ob für den Angeklagten Ismet A. eine Unterbringung in Frage kommt.

Montag, 15.06.2020, 16:11 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 16:14 Uhr
Auf diesem Parkplatz an der Bünder Straße ist im Mai vergangenen Jahres Raschad A. niedergestochen worden. Foto: Ruth Matthes
Auf diesem Parkplatz an der Bünder Straße ist im Mai vergangenen Jahres Raschad A. niedergestochen worden. Foto: Ruth Matthes

Der Gutachter legte dar, dass hier keine Schuldminderungsgründe vorliegen und sprach sich gegen eine Unterbringung aus. Der Angeklagte habe keinen Hang zu Drogen im Übermaß, was für eine Unterbringung und gegen eine Haftstrafe gesprochen hätte, so der Gutachter.

Derweil läuft ein weiteres Verfahren, das unmittelbar mit der Verhandlung gegen die beiden Brüder Ismet und Ferhan A. zu tun hat. Wie berichtet, gab es eine Aussage eines Zeugen „Nuri“ zum Tathergang im Mai 2019. Damals war der 30-jährige Raschad A. in Eilshausen niedergestochen worden. „Nuri“ soll gegenüber der Polizei gesagt haben, dass er wisse, dass Ismet A. den 30-Jährigen niedergestochen habe. „Diese Aussage hätte durchaus auch entlastende Aspekte“, sagte am Montag Rechtsanwalt Dr. Tobias Diedrich, der Ferhan A. vertritt.

Warten auf Gerichtsentscheidung

Das Innenministerium hatte per Sperrerklärung untersagt, dass „Nuri“ aussagt. Zu groß sei die Gefahr für dessen Leib und Leben. Dagegen war Rechtsanwalt Martin Lindemann, der Ismet A. vertritt, vorgegangen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat allerdings den Antrag gegen die Sperrerklärung abgelehnt. Dagegen hat Lindemann nun wiederum Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt. „Am 1. Juli steht der nächste Prozesstag an. Wir müssen ja spätestens nach drei Wochen weiter verhandeln. Bis dahin hoffen wir auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts“, sagte Dr. Diedrich am Montag.

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