Gemeinde Hiddenhausen investiert 550.000 Euro in ihr Kanalnetz
50 Jahre alte Rohre haben ausgedient

Hiddenhausen (WB). Rund 550.000 Euro investiert die Gemeinde Hiddenhausen derzeit, um an verschiedenen Straßen umfangreiche Kanalsanierungen vorzunehmen. Momentan sind mehrere Kolonnen der Firma Kiel aus Blomberg unterwegs, um die notwendigen Arbeiten zu erledigen.

Dienstag, 30.06.2020, 15:00 Uhr
Christian Meyer von der Blomberger Firma Kiel zeigt einen der Synthetikfilzprofile. Diese werden mit Hilfe der so genannten Hutprofilmethode in die Rohrabzweige eingebracht. Foto: Sonja Töbing
Christian Meyer von der Blomberger Firma Kiel zeigt einen der Synthetikfilzprofile. Diese werden mit Hilfe der so genannten Hutprofilmethode in die Rohrabzweige eingebracht.

„Die Betonrohre, von denen wir hier sprechen, sind 50 Jahre und älter. Damit haben sie ihre Lebensdauer erreicht“, berichtet Diplom-Ingenieur Michael Bastek vom Abwasserwerk der Gemeinde. Häufig seien die Rohre ausgewaschen, oder es hätten sich mitunter Ablagerungen gebildet. „Deswegen mussten vor der eigentlichen Sanierung Reinigungs- und Fräsarbeiten erfolgen“, sagt Bastek.

Sanierung via Inliner

Die eigentliche Sanierung erfolge dann via Inliner. „Das ist ein Kunststoffschlauch, der über die Kanalschächte in die beschädigten Rohrteile eingezogen wird. Beim Einziehen ist der Schlauch noch in sich zusammengefaltet und wird dann mittels Druckluft aufgeblasen“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Mittels UV-Licht könne das auf dem Inliner befindliche Trägermaterial ausgehärtet werden. „Die dadurch entstehende neue Schicht ist nur drei bis vier Millimeter dick.“

Das Verfahren habe den großen Vorteil, dass keine Straßen aufgerissen werden müssten. „Natürlich gibt es durch die Kolonnen vor Ort Beeinträchtigungen, und an viel befahrenen Straßen werden wir auch mit Baustellenampeln arbeiten müssen, um an die Kanalschächte heran zu kommen. Aber das ist trotzdem mit weitaus weniger Lärm, Schmutz und Verkehrsbehinderungen verbunden als umfangreiche Tiefbaumaßnahmen“, betont Bastek.

Keine Vollbäder

Die Gesamtlänge aller zu sanierenden Rohre betrage 2,3 Kilometer. „Die Außendurchmesser der Rohre reichen von 200 bis 600 Millimeter.“ An den Tagen, an denen die Inliner verlegt werden, müssen die Anwohner möglichst sparsam mit Wasser umgehen und sollten auf Vollbäder oder Maschinenwäsche verzichten. „Die Mitarbeiter der Firma Kiel verteilen entsprechende Handzettel, um alle rechtzeitig zu informieren“, erklärt Michael Bastek.

Verzögerungen aufgrund der Corona-Krise habe es nicht gegeben. „Wir sind Ende Mai mit den Arbeiten gestartet und hoffen, dass wir Mitte bis Ende September alles fertig haben.“ Nach dem Einziehen und Aushärten der Inliner komme die so genannte Hutprofilmethode zur Sanierung der Rohrabzweige zum Einsatz.

180 Kilometer Kanalnetz

Dabei werden mit speziellen Harzen getränkte Synthetikfilzprofile mittels Spezialgeräten eingebaut. „Zum Schluss kommt der Schachtsanierer an die Reihe. Er kleidet den Kanalschacht noch einmal entsprechend aus. Dazu muss er in jeden einzelnen Schacht klettern. Das ist noch richtige Handarbeit“, betont Bastek.

Seit 2007 saniert die Gemeinde Hiddenhausen jedes Jahr verschiedene Abschnitte des insgesamt 180 Kilometer langen Kanalnetzes. „Man arbeitet sich da komplett durch. Und wenn man alles fertig zu haben glaubt, fängt man wieder von vorne an.“

Bastek und die Mitarbeiter der Firma Kiel hoffen auf trockenes Wetter, denn bei Dauer- oder Starkregen ist die Kanalsanierung nicht möglich. „Die Wetter-App wird jeden Morgen zu Rate gezogen – aber bislang sieht es gut aus“, sagt Bastek.

Hier wird saniert

Betroffen sind diese Straßen: Eilshausen: Breslauer Straße, Feldweg zwischen Pappelweg und Pivitstraße, Löhner Straße/Ecke Bermbecker Weg, Meierstraße/ Ecke Bünder Straße.

Hiddenhausen: Auf der Brede.

Oetinghausen: Bakusbrink, Endebutt, Fasanenstraße, Grillenweg, Milchstraße zwischen Alter Grenzweg und Zur Alm, Ulmenstraße.

Sundern: Grasweg zwischen Oberer und Unterer Wiesenstraße.

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