Westfalen Weser fördert Symposium in der Hiddenhauser Kulturwerkstatt mit 4500 Euro
Schmieden, schnitzen, schneidern

Hiddenhausen (WB). Das klopfende Geräusch ist schon von Weitem zu hören. Mit Hammer und Amboss formt Kirsten Brauns im Garten der Kulturwerkstatt Hiddenhausen das glühende Metall. Am Ende entsteht mit viel Körpereinsatz eine Schnecke.

Mittwoch, 08.07.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 15:30 Uhr
Kirsten Brauns probiert sich beim Symposium in der Schmiedekunst. Sie erhitzt den Metallstab und formt dann eine Schnecke daraus. Sie will das Schmieden künftig in ihre Kinderkurse integrieren. Foto : Kathrin Weege

Sie ist eine von neun Künstlern und Kursleitern der Einrichtung, die 14 Tage an einem Symposium teilnehmen, das durch eine Förderung von Westfalen Weser Energie möglich wird.

Ein Kunstwerk ist auch schon das Gebäude der Kulturwerkstatt an der Maschstraße selber. Derzeit blüht der Garten in den prächtigsten Farben. Ein toller Anblick.

Ein Kunstwerk ist auch schon das Gebäude der Kulturwerkstatt an der Maschstraße selber. Derzeit blüht der Garten in den prächtigsten Farben. Ein toller Anblick. Foto: Kathrin Weege

Die Kulturwerkstatt ist eines von 100 Leuchtturmprojekten, die vom Energie-Unternehmen ausgezeichnet wurden. 4500 Euro fließen in das Projekt, bei dem sich die Kursleiter einmal ganz auf sich selber konzentrieren und Neues probieren können. „Normalerweise geben sich die Leiter bei uns quasi die Türklinke in die Hand. In diesen zwei Wochen ist auch mal Zeit, sich auszutauschen“, sagt Susanne König, Vorsitzende der Kulturwerkstatt. Am Ende sollen die Kursangebote von der Aktion profitieren. Die Künstler versuchen sich in neuen Dingen, die später Anwendung in den Kursen finden sollen. „Ich arbeite viel mit Kindern und gebe Kurse. Ich überlege, ob ich das Schmieden künftig mit einbaue­“, sagt Kirsten Brauns, die selber das alte Handwerk erst vor Kurzem für sich entdeckt hat.

Susanne König (Vorsitzende Kulturwerkstatt, links) und Designerin Clotilde Bonhert freuen sich über die Förderung von Westfalen Weser Energie, hier vertreten durch Christiane Rüsel.

Susanne König (Vorsitzende Kulturwerkstatt, links) und Designerin Clotilde Bonhert freuen sich über die Förderung von Westfalen Weser Energie, hier vertreten durch Christiane Rüsel. Foto: Kathrin Weege

Designerin Clotilde Bonhert, die sonst vom Schnitt bis zum fertigen Kleidungsstück alles selber herstellt, nutzt beim Symposium die Chance, und gestaltet Masken. „Gemeint ist nicht, wie aktuell gerade alle denken, der Mundschutz. Ich arbeite Gesichter in Stoff hinein, der sich in einem Bilderrahmen befindet“, erklärt die Herforderin. Sie näht dafür den edel aussehenden grauen oder schwarzen Stoff ab und füllt ihn mit weichem Material aus, bis die Silhouette eines Gesichts entsteht. „Die Angebote der Kulturwerkstatt sind für Erwachsene und Kinder. Ich finde besonders bei den Mädchen und Jungen wichtig, dass sie mit den Händen und mit Materialien arbeiten, die sie sonst nicht vorfinden würden“, meint Clotilde Bonhert.

Hanno Schmitz-Emde arbeitet ein Frauengesicht aus einem alten Fachwerkbalken heraus. Verwittertes Holz und gesundes geschickt zu schnitzen, ist die besondere Herausforderung.

Hanno Schmitz-Emde arbeitet ein Frauengesicht aus einem alten Fachwerkbalken heraus. Verwittertes Holz und gesundes geschickt zu schnitzen, ist die besondere Herausforderung. Foto: Kathrin Weege

Zwei Räume weiter schnitzt Hanno Schmitz-Emde an einem Frauengesicht. Vorsichtig arbeitet er eines der Ohren heraus. Der 75-Jähre schnitze schon, seit er denken könne. Es sei ganz einfach, meint er mit einem Lächeln. „Man muss nur das wegnehmen, was man nicht mehr braucht.“ Im aktuellen Projekt arbeitet er mit Holz, das teils verwittert, teils intakt ist. Eine Herausforderung. Durch das Gesicht zieht sich eine Trennlinie. Das ist Kunst.

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