Hiddenhauser FDP schickt Nico Klinger ins Rennen – schon früh für Politik interessiert
23-Jähriger will in den Rat und Kreistag

Hiddenhausen (WB). „Mir gefällt einfach die Idee, das Individuum mit all seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen in den Mittelpunkt politischen Denkens zu stellen.” Nico Klinger ist der jüngste Kandidat, den die FDP am 13. September um einen Platz im Gemeinderat ins Rennen schickt. Er tritt an für den Bezirk Schweicheln-Bermbeck. Außerdem kandidiert der 23-Jährige für den Kreistag.

Montag, 20.07.2020, 13:47 Uhr aktualisiert: 20.07.2020, 14:00 Uhr
Im September schickt die FDP einen Nico Klinger ins Rennen um ein Ratsmandat. Der 23-jährige ist Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen und möchte auch in den Kreistag einziehen. Foto: Dembert
Im September schickt die FDP einen Nico Klinger ins Rennen um ein Ratsmandat. Der 23-jährige ist Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen und möchte auch in den Kreistag einziehen. Foto: Dembert

Für Politik hat sich der Betriebswirtschaftsstudent schon früh interessiert. „Ich habe mit vierzehneinhalb Jahren angefangen, Nachrichten gezielt zu verfolgen und mich mit Politik auseinander zu setzen.“ Parallel dazu habe er sich über den Weg politischer Entscheidungen in die Umsetzung schlau gemacht. Im Alter von 15/16 Jahren sei er dann zur Jugendorganisation der Liberalen gekommen, „weil mir der freiheitliche Gedanke dieser Partei zusagt“.

Bildungsauftrag verfehlt

Eine grundsätzliche Politikverdrossenheit sieht Nico Klinger unter jungen Menschen nicht unbedingt, nimmt aber Unsicherheiten wahr. „Ich glaube, junge Leute trauen sich häufig nicht, über Politik zu reden, weil sie meinen, keinen richtigen Überblick zu haben und schämen sich, nach Dingen zu fragen“, meint der Student.

Hier sieht er den Bildungsauftrag verfehlt. „An den Schulen wird mehr Geschichte als aktuelle Politik unterrichtet“, sei seine eigene Erfahrung.

Als sachkundiger Bürger sitzt Nico Klinger seit 2014 im Sozialausschuss des Kreistages, ist Vorsitzender der Kreis-JuLis und Beisitzer im FDP-Kreisvorstand.

Für freies WLAN

Sieht doch ganz nach einer Berufspolitikerkarriere aus, oder? „Das kann ich mir derzeit nicht vorstellen“, sagt Klinger. „Ich glaube, es ist wichtig, nicht direkt vom Hörsaal in den Plenarsaal zu ziehen. Politik ist für mich eher eine Feierabendbeschäftigung. Als Berufspolitiker besteht die Gefahr der Abhängigkeit“, meint der junge FDPler. Aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit neben dem Beruf heraus sehe er sich in Zukunft nicht nur näher an der Basis und der Praxis vieler Themen, sondern sei auch in der sicheren Position, nicht bei jeder Wahl um seinen Job fürchten zu müssen.

Nah dran ist Nico Klinger als Student an Themen wie Bildung, Digitalisierung und ÖPNV. Weit vor der Corona-Krise hatte der Herforder Kreisverband der JuLis weitgehende Forderungen in Sachen Digitalisierung formuliert. Neben einer guten Ausstattung der Schulen gehört für Nico Klinger auch freies WLAN an öffentlichen Plätzen (übrigens auch eine Forderung der FDP auf Landesebene) wie dem Hiddenhauser Rathausplatz dazu. „Das könnte zur Attraktivität beitragen”, denn Aufenthaltsqualität definiere sich nicht nur durch bauliche Aspekte.

Umdenken auf Verwaltungsebene

Auch auf der Verwaltungsebene werde ein Umdenken gebraucht, meint Klinger und setzt auf Online-Antragswesen. Das sei kundenfreundlicher, weil man nicht an behördliche Öffnungszeiten gebunden sei und spare Personal, das an anderer Stelle gewinnbringender eingesetzt werden könnte. „Und wenn sich die Kosten des Verwaltungsapparats reduzieren, kann man dem Bürger vielleicht an anderer Stelle etwas zurückgeben.“

Was die Ausstattung der Schulen angeht, so könne es nicht sein, dass die Trägerschaft darüber entscheide, welche Medien die Schüler zum Lernen nutzten. „Ich habe zwei Schulen in unterschiedlicher Trägerschaft kennengelernt und direkte Unterschiede zwischen der kommunalen und der Kreisebene festgestellt“, sagt der Student. Mehr Geld, über das die Schulen in Eigenregie entscheiden können, lautet seine Idee. „Die Menschen in der Praxis wissen einfach am Besten, wo akut etwas getan werden muss.“

Abgrenzung von Bundespolitik

Auch in der Berufswelt möchte der JuLi dem Nachwuchs gern auf die Sprünge helfen. Startups könnten nach dem One-Stop-Shop-Konzept unterstützt werden, das vorsieht, verschiedene, für Gründer relevante Themenbereiche wie Rechtsberatung, Gewerbeanmeldung, Steuerwesen und Finanzen an einer Anlaufstelle zu bündeln.

Bis zum 13. September sieht Nico Klinger seine Aufgabe darin, den Hiddenhausern klare Ziele für die Gemeinde vorzulegen. Er findet: „Der Anspruch von Lokalpolitikern muss sein, sich von der Bundespolitik abzugrenzen und sich mit konkreten Ideen für ihre Kommune zu profilieren.“

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