CDU-Bürgermeisterkandidat Ulrich Hempelmann erhält Unterstützung der Grünen
„Zeit für Veränderungen“

Hiddenhausen (WB). In Hiddenhausen sei der Moment für Veränderungen gegeben: Das sehen die CDU und die Bündnisgrünen gleichermaßen so. Ein Grund für beide Parteien zusammenzuarbeiten. Die Bündnisgrünen unterstützen deshalb den CDU-Bürgermeisterkandidaten Ulrich Hempelman bei der Stichwahl.

Samstag, 19.09.2020, 05:20 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 11:56 Uhr
CDU-Bürgermeister-Kandidat Ulrich Hempelmann erhält bei der Stichwahl die Unterstützung der Bündnisgrünen. Deren Sprecher Bernhard weil und Hempelmann sprachen in dieser Woche über ihre gemeinsame Ziele. Foto: Koteras-Pietsch
CDU-Bürgermeister-Kandidat Ulrich Hempelmann erhält bei der Stichwahl die Unterstützung der Bündnisgrünen. Deren Sprecher Bernhard weil und Hempelmann sprachen in dieser Woche über ihre gemeinsame Ziele. Foto: Koteras-Pietsch

In dieser Woche haben Hempelmann und Bernhard Weil als Vertreter der Bündnisgrünen vorgestellt, welche gemeinsamen Ziele sie haben und wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Erst wenige Tage vor der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag haben sich jeweils drei Vertreter beider Parteien zusammengesetzt und über den künftigen Weg gesprochen. Ganz oben auf der Vorhabenliste steht da für die Grünen der Klimaschutz. Die CDU betont dabei auch die Bedeutung der Wirtschaft.

Zukunft der Mobilität

„Mit dem Klimaschutz hängt natürlich das Thema Mobilität zusammen“, sagt Bernhard Weil. Da gehe es zum Beispiel um den Ausbau des Radwegenetzes Bünde-Hiddenhausen-Herford oder Oetinghausen-Schweicheln. „Ich bin auf der Bünder Straße mit dem Rad von Eilshausen nach Sundern gefahren und musste viermal die Straßenseite wechseln“, erzählt Ulrich Hempelmann. Hier müsse der Weg deutlich pendlerfreundlicher gestaltet werden, um ein Umsteigen vom Auto aufs Rad zu erreichen.

Begrünung von Gebäuden

Als ebenso wichtig betrachtet es Hempelmann, dass mehr Fahrgemeinschaften gebildet werden. Er sehe häufig in den Autos nur eine Person sitzen. Und er nennt das Beispiel Versorgung. Da wünschten sich die Bürger einen Bäcker in jedem Ortsteil. Und dann kämen die meisten allein mit dem Auto zum Einkaufen. „Dabei ist der Bäcker im Ortsteil auch sehr gut zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen“, ergänzt Weil.

Darüber hinaus sprechen die beiden zum Beispiel von Begrünung an öffentlichen Gebäuden, der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien, der Schaffung von Blühflächen oder der Aufforstung von Wäldern.

Ulrich Hempelmann habe bereits lange vor dem Wahlkampf 38.000 Quadratmeter Blühflächen auf seinem eigenen Grund geschaffen und mit Parteikollege Marcus Söhnchen 300 Nistkästen aufgehängt. „Wenn jeder ein bisschen macht, dann kommen wir alle gut voran“, sagt Hempelmann. Ein „weiter so“ werde es mit ihm als Bürgermeister nicht geben.

„Wir sind schon gut aufgestellt, aber wir müssen besser werden“, sagt er und spricht damit das Thema Wirtschaft an. Es müsse dafür gesorgt werden, dass Hiddenhausen als Arbeitsstandort noch attraktiver werde. Er möchte sich mit den Unternehmern an einen Tisch setzen und sich beraten. Zudem möchte der CDU-Kandidat, dass mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden.

Mehr in die Höhe bauen

Beim Thema Wohnen verfolgen CDU und Bündnisgrüne die gleichen Ziele. „Es gilt, einen Bereich zu fördern, der nicht vom Markt bedient wird: Senioren, junge Menschen und Menschen mit besonderen Bedarfen“, meint Bernhard Weil. Hempelmann berichtet von aktuell 180 leer stehenden Wohnungen, die vermietet werden könnten. Für Neubauten wäre ein Baulückenkataster hilfreich, meint Weil. Er spricht sich für eine Vermeidung von Flächenversiegelung aus. „Ich denke, dass zukünftig mehr in die Höhe als in die Fläche gebaut werden sollte.“ Das könne er sich auch für Industrie- und Firmengebäude vorstellen.

Chancen und Risiken

„Bündnis 90/Die Grünen begeben sich zusammen mit der CDU auf Neuland, wohl wissend, dass Veränderungen immer Risiko und Chance bedeuten können. Wir haben einen Gestaltungsraum erschlossen und verschiedene Möglichkeiten der Kooperation angesprochen“, sagt Bernhard Weil. Wie und in welcher Form es exakt mit einer Zusammenarbeit mit der CDU weitergehe, werde man nach der Wahl sehen.

Endspurt im Wahlkampf

Ulrich Hempelmann war über sein Wahlergebnis bei der Kommunalwahl schon ein wenig enttäuscht. Eine „Vier“ ganz vorn hatte er sich bei seinem Wahlergebnis schon erhofft. Jetzt ist er mit seinen Mitstreitern voll in den Wahlkampf eingestiegen. Auf Haustürgespräche hatte er wegen Corona vor der Kommunalwahl verzichtet. „Aber damit kann man Erfolge erzielen“, meint er. So ist er aktuell auch in jeder freien Minute unterwegs, um mit den Menschen zu sprechen.

Der CDU-Kandidat hat neue Flyer verteilt und wird an Infoständen anzutreffen sein. „Die Zeit ist knapp“, sagt er, rechnet sich aber gute Chancen aus. „Eine Stichwahl läuft immer anders als ein erster Wahlgang. Die Schlacht ist noch nicht geschlagen.“

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