Hiddenhauser Ulrich Rolfsmeyer möchte weiter politisch tätig sein
Vom Bürgermeisteramt in den Kreistag

Hiddenhausen (WB). Ganz aufhören? Nein. Das wollte Hiddenhausens Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer dann doch nicht. Nach 16 Jahren im Amt wechselt der SPD-Mann in den Kreistag. Eher ungewöhnlich für einen scheidenden Bürgermeister. Rolfsmeyer hatte für den Wahlbezirk 16 (Oetinghausen, Hiddenhausen, Lippinghausen) kandidiert und diesen dann mit 54 Prozent direkt geholt. Und noch ein Hiddenhauser ist im neuen Kreistag vertreten. Olaf Craney (SPD) hat den Wahlbezirk 15 (Schweicheln-Bermbeck, Eilshausen, Sundern) ebenfalls direkt geholt.

Mittwoch, 23.09.2020, 05:25 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 09:26 Uhr
Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer sitzt kurz vor Ende seiner Amtszeit in Hiddenhausen noch einmal auf seinem Stammplatz im Ratssaal. Diesen Platz hat er eingetauscht gegen einen Stuhl im Sitzungssaal des Kreishauses. Foto: Koteras-Pietsch
Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer sitzt kurz vor Ende seiner Amtszeit in Hiddenhausen noch einmal auf seinem Stammplatz im Ratssaal. Diesen Platz hat er eingetauscht gegen einen Stuhl im Sitzungssaal des Kreishauses. Foto: Koteras-Pietsch

Im Dezember werde er 65, sagte Rolfsmeyer am Dienstag. Da sei es an der Zeit gewesen, als Bürgermeister nicht wieder anzutreten. Am Ende wäre er dann 70 gewesen. „Man merkt ja jetzt schon, dass die Regenerationszeit länger ist als früher“, begründet Rolfsmeyer seinen Entschluss.

Aber von Hundert auf Null, das sei eben auch nichts. Und in Hiddenhausen im Rat weiterarbeiten? „Das mache ich nicht. Da wirkt man wie ein Besserwisser. Die Arbeit in Hiddenhausen ist vorbei. Da werde ich mich raushalten“, meint der Noch-Bürgermeister. „Sie sollen ihre eigenen Entscheidungen treffen und Erfahrungen machen.“

Ehrenamtliche Arbeit

Den Wahlbezirk Oetinghausen hatte Rolfsmeyer quasi für Norbert Wellmann übernommen, der im vergangenen Jahr verstorben war. Die Arbeit wird eine andere sein. Rolfsmeyer: „Die Arbeit als Kreistagsmitglied ist völlig losgelöst von der Gemeinde. In Hiddenhausen hat man direkter mit den Sorgen und Nöten der Bürger zu tun.“ Hier habe eine Entscheidung unmittelbare Wirkung auf den Bürger. „Im Kreis geht es mehr um Generalentscheidungen.“

Für ihn, so sagt der 64-Jährige weiter, sei das Engagement im Kreistag in der jetzigen Situation genau das Richtige. Es sei eine ehrenamtliche Arbeit, die Sitzungen meist am späten Nachmittag. „Als Bürgermeister bin ich pausenlos unterwegs, meist auch an den Wochenende“, erzählt er.

Er sei bereits seit zehn Jahren stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD und dieses Amt ergänze sich sehr gut mit dem Kreistagsmandat.  „Ich kann hier meine Erfahrungen und mein Wissen einbringen. Außerdem kann ich auch kein stellvertretender Vorsitzender sein, wenn ich kein Amt habe. Ich brauche die Anbindung zum Tagesgeschäft“, erklärt Rolfsmeyer.

Ein Teamplayer

Er selbst und Craney würden sich in der Kreistagsarbeit gut ergänzen. Schwerpunkte von Olaf Craney seien die Themen Jugend, Soziales und Integration. Seine Themen seien Planen, Umwelt, Schule. Vom Kreistag aus könne man für Hiddenhausen viel bewegen. Zumal es, seit Jürgen Müller Landrat sei, den Streitpunkt Kreisfinanzen nicht mehr gebe. Man sei hier im ständigen Dialog mit den Städten und Gemeinden. Das mache vieles einfacher. Ein Beispiel: „Der Kreis und die Städte ziehen bei der Internetversorgung an einem Strang. Gebündelt kann man solche Vorhaben leichter umsetzen.“

Am 30. September wird sich die SPD-Kreistagsfraktion konstituieren. „Ich komme ganz neu rein und muss mal schauen, wie’s dann läuft, welche Arbeitsfelder auf mich zukommen.“ Rolfsmeyer macht sich wenig Sorgen. Immerhin sei er ein Teamplayer.

Gespannt blickt er jetzt erst einmal auf die Stichwahl am Sonntag, bei der seine Nachfolge entschieden wird. „Ganz gleich wie es ausgeht, ich wäre gern bereit, meinen Nachfolger schon ab kommender Woche in meine Arbeit mit aufzunehmen.“

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