SPD-Kandidat setzt sich in Hiddenhausen bei Stichwahl mit 60,8 Prozent gegen Ulrich Hempelmann durch
Andreas Hüffmann siegt souverän

Hiddenhausen (WB). Um 18.58 steht es fest: Andreas Hüffmann wird neuer Bürgermeister in Hiddenhausen. Fehlten ihm beim ersten Urnengang vor zwei Wochen lediglich 33 Stimmen zur absoluten Mehrheit, so setzt sich der Sozialdemokrat bei der Stichwahl am Sonntag souverän gegen den CDU- (und Grünen)-Kandidaten Ulrich Hempelmann durch. Am Ende kommt Hüffmann auf 60,8 Prozent der Stimmen, Hempelmann auf 39,2 Prozent.

Montag, 28.09.2020, 09:40 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 09:48 Uhr
Ein freudestrahlender Andreas Hüffmann wird eingerahmt von seiner Frau Gabriele und Noch-Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer, der coronabedingt Abstand hält. Die Wahlbeteiligung liegt am Sonntag bei 46,4 Prozent, im ersten Wahlgang waren es 58 Prozent. Foto: Bexte
Ein freudestrahlender Andreas Hüffmann wird eingerahmt von seiner Frau Gabriele und Noch-Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer, der coronabedingt Abstand hält. Die Wahlbeteiligung liegt am Sonntag bei 46,4 Prozent, im ersten Wahlgang waren es 58 Prozent. Foto: Bexte

Als der Beifall der Genossen bei der coronabedingt abgespeckten Wahlparty im Rathaus verebbt, muss Hüffmann, der in Begleitung seiner Frau Gabriele erschienen ist, zunächst um Worte ringen. „Ich bin immer noch überwältigt von so viel Zuspruch“, sagt er sichtlich angefasst, aber auch euphorisch in seiner kurzen Dankesrede. Dabei sieht es von Anfang gut für den 57-Jährigen gut aus. In allen Wahlbezirken liegt er deutlich vorn. Die Wählerstimmen in den Wahllokalen sind schnell ausgezählt. Es dauert nur eine gute Viertelstunde, dann ist klar: Hüffmann erreicht hier mehr als 60 Prozent. Allerdings hat nur jeder Fünfte Wahlberechtigte seine Stimme am Sonntag an der Urne abgegeben. Gut 26 Prozent der Hiddenhauser Wähler nutzten die Briefwahl. Und deren Auszählung lässt auf sich warten. Richtig spannend wird es dann aber nicht mehr, zu groß scheint Hüffmanns Vorsprung.

Fairer Verlierer gratuliert

Als das Endergebnis zwei Minuten vor 19 Uhr feststeht, geht CDU- (und Grünen)-Kandidat Hempelmann auf Hüffmann zu und gratuliert ihm als fairer Wahlverlierer. Keine fünf Minuten später verlässt er die obere Rathausetage, wo die Ergebnisse auf drei Leinwänden präsentiert werden. „Ich feiere jetzt mit meiner Familie und meinem Team“, ist der einzige Kommentar, der ihm zu entlocken ist, dann ist Hempelmann weg.

Wahlsieger Hüffmann gibt sich umso redseliger, bedankt sich bei seinen Parteigenossen und seiner Frau, vergisst aber auch nicht die vielen Wahlhelfer, die sich in den vergangenen Wochen für den gebürtigen Bünder stark gemacht hätten. Als Neuling auf dem Bürgermeistersessel muss Hüffmann allerdings um Mehrheiten ringen, nachdem die SPD jetzt nicht mehr alleine das Sagen hat. Sie kommt mit seiner Stimme auf 15 Sitze im Gemeinderat. Genau so viele haben CDU (10) und Grüne (5) auch.

Nervös bis zum Schluss

Zünglein an der Waage könnten nun UWG (2) und FDP (1) werden. „Klar, die bisherige, wenn auch knappe SPD-Mehrheit, war komfortabel“, sagt Hüffmann. Die gebe es jetzt nicht mehr. „Es ist aber immer ein Ringen um die beste Lösung und dafür werden sich Mehrheiten finden. Ich bin sicher, dass wir das zum Wohl der Gemeinde hinbekommen“, zeigt er sich zuversichtlich, auch bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen gestalten zu können. Themen gebe es genügend: „Klimaschutz vor Ort, Schule und Bildung, Digitalisierung, Verkehr: Es gibt eine Menge zu tun und ich will damit jetzt beginnen.“

Und am Rande gesteht Hüffmann, dass er trotz eines gewaltigen Vorsprungs im ersten Wahlgang bis zuletzt nervös gewesen sei. „ Dass sich die Grünen für den CDU-Kandidaten bei der Stichwahl ausgesprochen haben , hat uns schon überrascht.“ Er hoffe jetzt aber auf eine faire Zusammenarbeit mit allen Fraktionen.

Kommentar von Bernd Bexte

In der noch jungen, aber auch schon gut ein halbes Jahrhundert währenden Geschichte der Gemeinde Hiddenhausen hatte immer ein Sozialdemokrat den Chefsessel im Rathaus inne. Und es bleibt dabei: Mit Andreas Hüffmann folgt der sechste. Die Parteizugehörigkeit, die vom Wähler gewünschte Kontinuität in der Nachfolge des beliebten und überparteilich geschätzten Ulrich Rolfsmeyer wird aber wohl nicht allein ausschlaggebend für den Wahlsieg gewesen sein. Hüffmann punktete vor allem mit seiner offenen, den Menschen zugewandten Art. Die Arbeit – vor allem als Neuling in diesem Job – wird für ihn aber nicht leicht. Er muss sich, anders als sein Amtsvorgänger, eine Ratsmehrheit besorgen. Hier wird er sich als Moderator und Brückenbauer zu beweisen haben.

Ulrich Hempelmann gebührt Respekt. Er hat es immerhin in die Stichwahl geschafft – ein Novum im „roten“ Hiddenhausen. Sein Überraschungscoup, für die Stichwahl die Unterstützung der Grünen zu bekommen, ging aber nicht auf. Deren Wähler scheinen der Empfehlung kaum gefolgt zu sein. Die Öko-Partei ist damit der vielleicht noch größere Wahlverlierer.

 

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