Hohes Infektionsgeschehen im privaten Bereich – Zahl der Geimpften steigt auf 2908
Herforderin (90) ist das 81. Corona-Todesopfer im Kreis

Herford (WB) -

Die Corona-Pandemie hat im Kreis Herford ein weiteres Todesopfer gefordert. Es handelt sich um eine 90-jährige Frau aus Herford. Der Inzidenzwert ging derweil leicht zurück: Er liegt jetzt bei 177,2 (Vortag: 186).

Dienstag, 12.01.2021, 15:36 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 15:38 Uhr
Diese Graphik zeigt die aktuelle Corona-Infektionslage im Kreis Herford und die Verteilung der Infektionen und Todesfälle auf die einzelnen Städte und Gemeinden.
Diese Graphik zeigt die aktuelle Corona-Infektionslage im Kreis Herford und die Verteilung der Infektionen und Todesfälle auf die einzelnen Städte und Gemeinden. Foto: Kreis Herford

Das Gesundheitsamt meldete außerdem 20 neue Corona-Infektionen. Die Zahl der aktuell Infizierten im Kreis Herford ging auf 658 zurück (Vortag: 768). Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (236), Hiddenhausen (51), Bünde (84), Kirchlengern (18), Rödinghausen (36), Enger (32), Spenge (48), Vlotho (33) und Löhne (120).

Seit Ausbruch der Pandemie sind 6022 Corona-Infektionen im Kreis Herford registriert worden. 5283 Personen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle stieg durch den weiteren Fall auf 81, wobei 72 an Corona und 9 mit Corona gestorben sind.

Obwohl Inzidenzwert und Infektionszahlen derzeit leicht abnehmen, beobachtet das Gesundheitsamt die Infektionslage im Kreis Herford weiter mit Sorge – vor allem die Entwicklung in den Altenheimen und Krankenhäusern. In ganz Ostwestfalen-Lippe sei die Pandemie-Lage sehr dynamisch. Die Stadt Bielefeld und die Kreise Minden-Lübbecke und Höxter haben Inzidenzwerte von über 200, der Kreis Gütersloh steht knapp davor und auch „bei uns ist die Lage nicht stabil“, betont Krisenstabsleiter Markus Altenhöner.

Zurzeit gibt es im Kreis Herford keine auffälligen Cluster, wohl aber viele Fälle in Altenheimen, in der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Herford (ZUE) sowie in einem größeren Wirtschaftsunternehmen in Löhne.

Etwa 37 Prozent der Infektionen hatten in den vergangenen zwei Wochen ihren Ursprung im familiären Umfeld. Fast genauso hoch ist allerdings auch die Anzahl der Fälle, bei denen die Ursache unbekannt ist. Ansteigend ist derzeit die Infektionsrate im Bereich der Pflege – 17 Prozent der Infektionen stammen aus diesem Bereich. In der Woche zuvor waren es lediglich 11 Prozent gewesen.

Sinkend ist derzeit die Zahl der Ansteckungen mit beruflichem Hintergrund. In der ersten Woche des Jahres liegt der Wert hier bei 4 Prozent (Vorwoche: 11 Prozent). Reiserückkehrer (4) befinden sich kaum noch unter den 658 aktuell bestätigten Corona-Fällen. 1760 Personen im Kreis Herford sind derzeit in Quarantäne – darunter 1102 Kontaktpersonen.

„Der Blick auf das Infektionsgeschehen zeigt, dass die Maßnahmen der Corona-Schutzverordnung Wirkung zeigen. Der Lockdown und strengere Hygiene- und Abstandsregeln im beruflichen Umfeld scheinen zu greifen. Kritisch bleibt der private Bereich – hier ist die Zahl der Infektionen im Kreisgebiet konstant hoch. Mein Appell ist weiterhin: So hart es auch für uns alle ist, wir müssen verantwortungsvoll mit Kontakten umgehen. Zuversichtlich schauen wir in diesem Zusammenhang aber auch auf die Impfaktionen und den baldigen Start der Impfzentren“, sagt Landrat Jürgen Müller.

Im Kreis Herford sind bisher 2908 Menschen geimpft worden. Von den 33 Alten- und Pflegeheimen im Kreisgebiet wurden 31 bereits mit Impfstoff versorgt. In dieser Woche wird in den zwei noch verbliebenen Heimen geimpft.

„Wir sind mit dem Ablauf der Impfaktion sehr zufrieden und zuversichtlich, dass wir im Kreisgebiet bis Mitte Februar in den klassischen Alten- und Pflegeheimen auch mit der zweiten Impfung durch sind“, erklärt Dr. Hermann Lorenz, Koordinator der Aktion und Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung und ergänzt: „Das Engagement der mobilen Pflegeteams ist bemerkenswert, der Ablauf war nahezu reibungslos“.

Seit Ende Dezember sind über 30 mobile Pflegeteams, bestehend aus einem Arzt oder einer Ärztin sowie 1-2 Helfern, im Kreisgebiet unterwegs. 1594 Bewohner von Altenheimen sowie 1314 Mitarbeiter im Pflegebereich erhielten bisher eine Impfung. Das meldet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. Demnach sind in Westfalen-Lippe bisher 80.585 Menschen geimpft worden.

In den Krankenhäusern werden derzeit 68 Patienten mit einer Covid-19-Infektion (davon 55 aus dem Kreis Herford) stationär behandelt. 15 Patienten müssen intensivmedizinisch betreut werden, 13 davon sind beatmungspflichtig.

Ernst ist die Lage besonders in Einrichtungen der Pflege- und Eingliederungshilfe: In 23 von ihnen gibt es bestätigte Fälle. Insgesamt sind 119 Bewohner/Patienten und 48 Beschäftigte infiziert. 36 weitere Beschäftigte sind (ohne Infektion) in Quarantäne.

Deutlich entspannter ist dagegen die Lage in den Kindertagesstätten: Nur eine von insgesamt 129 Kitas im Kreisgebiet meldet derzeit Corona-Fälle. Hier haben sich 2 Kinder angesteckt.

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