Andreas Hüffmann (58) ist seit 100 Tagen Bürgermeister in der Gemeinde Hiddenhausen
Klimaschutz, Kultur und Konzepte

Hiddenhausen (WB) -

Eine persönliche Note hat sein Büro noch nicht. „Das ist auch nicht das Wichtigste“, sagt Andreas Hüffmann, seit genau 100 Tagen Bürgermeister von Hiddenhausen. Und die Zeit vergehe so schnell. Ihm sei erst einmal wichtig gewesen, mit dem Personal zusammenzukommen und zu sehen, wie Verwaltung so ticke.

Dienstag, 09.02.2021, 05:18 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 05:20 Uhr
Eine persönliche Note fehlt noch im Büro des Bürgermeisters. „Das ist jetzt auch nicht das Wichtigste“, sagt Andreas Hüffmann.
Eine persönliche Note fehlt noch im Büro des Bürgermeisters. „Das ist jetzt auch nicht das Wichtigste“, sagt Andreas Hüffmann. Foto: Karin Koteras-Pietsch

In den vergangenen 100 Tagen hat Hüffmann sich neben der anfallenden Arbeit die Zeit genommen, durchs Haus zu gehen, mit jedem Mitarbeiter zu sprechen. „Der eine oder andere fehlt noch. Ich hätte nicht gedacht, dass das so lange dauert“, meint er. Der Unterschied zur Privatwirtschaft, aus der er kommt, war für den neuen Bürgermeister schnell spürbar.

„Der größte Unterschied zu einem Betrieb liegt in der klaren Struktur. Das macht’s einfacher. Allerdings gibt’s hier nicht die kurzen Wege, das macht’s dann auch wieder schwieriger.“ In seinem Betrieb sei man mal eben zum Kollegen gegangen, in der Verwaltung müsse ein großes Einvernehmen da sein, auch mit der Politik.

„Aber das funktioniert hier sehr gut“, meint der 58-Jährige. Auf der anderen Seite seien die Hierarchien auch sehr flach, man kenne sich. „Ich bin gut aufgenommen worden. Wir haben bereits Ideen entwickelt. Ich weiß schon, wo die Reise hingeht“, ist Hüffmann voller Tatendrang.

Und diese Reise geht vor allem zu den Zielen, die er sich schon als Kandidat auf die Fahnen geschrieben hatte. Allen voran der Klimaschutz. Hüffmann ist froh, dass mit Johannes Poida endlich ein Klimaschutzmanager eingestellt werden konnte. „Wir wollen ein Solarprogramm in an den Start bringen“, sagt Hüffmann und meint damit ein Förderprogramm für Photovoltaik-Anlagen und Solarthermie.

„In Hiddenhausen gibt es nur vier Prozent Solartechnik auf den Dächern. Da ist noch reichlich Potenzial auf öffentlichen Gebäuden aber auch auf privaten. Beim Förderprogramm wolle die Gemeinde sich breit aufstellen, damit möglichst viele Interessierte daran teilnehmen können. Die Höhe der Mittel hänge mit dem Haushalt zusammen. Innerhalb der nächsten zwei Monate soll darüber entschieden werden.

Ein Thema, dass Hüffmann ebenso am Herzen liegt, ist die Kultur. Kultur in der Provinz, so meint er, werde es auch weiterhin geben. Wenn auch in anderer Form und geringeren Mitteln. Er erinnert an die Open-Air-Veranstaltungen, die in der Corona-Zeit auf Gut Bustedt stattgefunden habe. Da wolle man wieder einsteigen. „Weniger Geld heißt ja nicht weniger Qualität“, sagt Hüffmann. Die Auswahl und das Interesse der Künstler sei groß. Da werde man jetzt Ideen entwickeln.

Und schließlich sei da noch das Thema Mobilität. Noch vor den Osterferien erwartet er das Mobilitätskonzept, dass die Gemeinde bereits 2020 in Auftrag gegeben hatte. Hüffmann möchte, dass die Radwege in Hiddenhausen kurz- bis mittelfristig attraktiver werden. Zudem soll es eine bessere Busanbindung von und nach Oetinghausen geben.

Was die Vereine angehe, da gebe es aus seiner Sicht noch Defizite. Hüffmann hatte bislang wenig Gelegenheit, hier Kontakte zu knüpfen. Coronabedingt habe es ja kaum Veranstaltungen gegeben. Aber die Zeit, das alles nachzuholen, werde kommen. Immerhin spiele das Vereinswesen eine große Rolle im Gemeindeleben.

Dass er aus der Privatwirtschaft ins Rathaus gewechselt ist, habe Hüffmann „noch keine Sekunde“ bereut. Vor der konstituierenden Ratssitzung habe er mächtig Lampenfieber gehabt. Als es vorbei war, sei ihm eine Last von den Schultern gefallen.

Und gleich habe er sich in die Arbeit gestürzt. „Ich arbeite 70 Stunden in der Woche, es gibt vieles, in das ich mich noch hineindenken muss. Aber die Verwaltung ist gut aufgestellt und so hilfsbereit, dass ich gut dahinter komme“, beschreibt Hüffmann sein neues Arbeitsumfeld. Natürlich sei er kein Verwaltungsrechtler. Aber eine andere Perspektive schade ja nicht.

In den vergangenen drei Monaten habe er viel gelernt, dank der Unterstützung der Fachleute in den einzelnen Ämtern. „Man muss das Ganze auch mit Demut angehen“, meint der Bürgermeister. Letztlich müsse eine Verwaltung gut geführt sein. Hüffmann: „Politische Entscheidungen müssen umgesetzt werden, die Gemeinde muss sich weiterentwickeln.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7807864?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514616%2F
Klos schießt Schalke in die 2. Liga
Fabian Klos (links) zieht ab und trifft. Es ist das 1:0 für Arminia gegen den FC Schalke.
Nachrichten-Ticker