Robin Gerdsmeier organisiert Workshop zum Bau eines Biomeilers
Wärme aus Grünschnitt

Kirchlengern  (WB). Möglichst effizient und günstig möchte Biobauer und Physiotherapeut Robin Gerdsmeier seinen Hof in Reinkenort mit Wärme und versorgen. Der 32-Jährige hatte die Idee einen Biomeiler auf dem Gelände hinter seinem Bauernhaus zu errichten.

Dienstag, 10.10.2017, 23:00 Uhr
Robin Gerdsmeier hat eine Physiotherapie-Praxis in Enger und einen Biobauernhof in Kirchlengern. Jetzt will er aus Grünschnitt Wärme und Energie gewinnen. Der Schacht für die Leitung zum Haus ist schon gegraben. Foto: Thomas Klüter
Robin Gerdsmeier hat eine Physiotherapie-Praxis in Enger und einen Biobauernhof in Kirchlengern. Jetzt will er aus Grünschnitt Wärme und Energie gewinnen. Der Schacht für die Leitung zum Haus ist schon gegraben. Foto: Thomas Klüter

Um vielen Gleichgesinnten die Chance zu geben, genauso umweltfreundlich zu heizen, können sie beim Aufbau dabei sein und lernen, wie das geht. In einer Theorieeinheit gibt es zudem alle Hintergrundinformationen.

Vorbild Misthaufen

»Ich hab im Winter immer gesehen, wie die Misthaufen dampfen und wie viel Wärme dabei entsteht«, sagt Gerdsmeier. »Da kam ich auf die Idee, diese Wärme zu nutzen.« Natürlich war der gebürtige Besenkamper nicht der erste, der diesen Gedanken hatte. Auf der Suche nach Nutzungsmöglichkeiten für diese Art der Energie stieß er im Internet auf den Verein Native Power aus Hannover. »Der bietet genau das an, was ich vorhabe«, so Gerdsmeier.

Prinzip ist simpel

Das Prinzip dabei ist ebenso simpel wie effizient. Gehäckselter Grünschnitt wird aufgeschichtet zum Verrotten. Dabei wird darin eine Leitung eingearbeitet, durch die Wasser fließt, das von der Wärme des Zersetzungsprozesses aufgeheizt wird. Das mehr als 50 Grad warme Wasser landet dann im Pufferspeicher des Wohnhauses und versorgt die Heizungsanlage mit Wärme. Im Kleinen hat der Biobauer das dann schon ausprobiert. Jetzt soll ein großer Biomeiler entstehen. »Das Gute daran ist, dass Grünschnitt im Frühjahr und Herbst reichlich anfällt«, sagt Gerdsmeier. 7,50 Meter Durchmesser wird der Biomeiler haben und eine Höhe von etwa 2,50 Meter.

Meiler wird regelmäßig mit Wasser besprüht

Darunter wird eine Teichfolie eingezogen, weil der Meiler mit Wasser besprüht wird, um den Verrottungsprozess zu begünstigen. »Das Wasser fange ich dann wieder auf und nutze es mehrfach zum Befeuchten«, sagt Gerdsmeier. Für dieses Projekt kommen die Experten aus Hannover nach Reinkenort. Beim Bau des Meilers können Interessierte dann zuschauen und mit anpacken, um später vielleicht selbst so einen Biomeiler zu bauen. »Am Abend vorher halten die Mitglieder von Native Power einen Vortrag und stehen für Fragen zur Verfügung, um das Prinzip und die Vorgehensweise zu erläutern«, sagt der Biobauer. Die wichtigen Fakten hat Gerdsmeier aber schon parat: »Den Grünschnitt bekomme ich von der Firma Unterbäumer in Enger, das Unternehmen Laschütza aus Rödinghausen häckselt den für mich.« Außerdem werde er etwa 30 Prozent Hühnermist darunter mischen, der auf seinem eigenen Hof anfällt.

Nach 18 Monaten muss der Biomeiler umgeschichtet werden

»Etwa 18 Monate funktioniert so ein Biomeiler, danach muss er umgeschichtet werden und liefert dann noch mal etwa vier Monate Wärme«, erklärt der 32-Jährige. Der Verrottungsprozess würde auf die Weise ein Fünftel mehr Energie aus dem Grünschnitt gewinnen, als durch reine Verbrennung. Angedacht sei auch, in Zukunft das Gas des Verrottungsprozesses zur Energiegewinnung zu nutzen. »Und das Beste ist, was danach übrig bleibt, eignet sich wunderbar als stickstoffarmer Dünger«, sagt der Biobauer. »Der ist besonders gut für den Gemüse und Kartoffelanbau.«

Workshop

Der Workshop startet am Freitag, 20. Oktober, mit einem Vortrag und der theoretischen Vorbereitung um 18 Uhr im Bonitas-Haus an der Diebrocker Straße 60 in Herford. Von 8 bis 18 Uhr am darauffolgenden Samstag wird das Erlernte dann in Kirchlengern, Reinkenort 118, in die Tat umgesetzt.Die Kosten pro Teilnehmer liegen bei 95 Euro. Kurzentschlossene zahlen an der Tageskasse 120 Euro. Für Schüler, Studenten und Wenigverdiener gibt es einen Rabatt. Anmeldungen sind entweder unter Telefon 0172/7641742 oder per E-Mail an robin@robins-bauernhof.de möglich.

 

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