Do., 11.10.2018

Außer dem Namen soll sich für die Pflegedienstkunden nichts ändern Bonitas übernimmt »Lebensweg«

Thomas Roggow (links) und Carmen Gebhardt (zweite von rechts) ziehen sich nach acht Jahren Dauerbelastung aus Kirchlengern zurück. Die 23 Mitarbeiter und etwa 160 Patienten ihres Pflegedienstes »Lebensweg« übernimmt die Bonitas. Doris Scheffer, Lars Uhlen und Tanja Blankenhagen (Bereichsleitung) wollen einen fließenden Übergang schaffen und die Versorgung sicherstellen.

Thomas Roggow (links) und Carmen Gebhardt (zweite von rechts) ziehen sich nach acht Jahren Dauerbelastung aus Kirchlengern zurück. Die 23 Mitarbeiter und etwa 160 Patienten ihres Pflegedienstes »Lebensweg« übernimmt die Bonitas. Doris Scheffer, Lars Uhlen und Tanja Blankenhagen (Bereichsleitung) wollen einen fließenden Übergang schaffen und die Versorgung sicherstellen. Foto: Joschka Brings

Von Joschka Brings

Kirchlengern (WB). »Wir sind rund um die Uhr für sie da«, so steht es auf der Website ihres Pflegedienstes. Um dieses Versprechen einzuhalten, standen Carmen Gebhardt und Thomas Roggow seit 2010 täglich 24 Stunden unter Strom.

Vor acht Jahren gründeten beide den Pflegedienst »Lebensweg« in Spradow. 2011 zog der Dienst nach Kirchlengern um und betreute seitdem in Spitzenzeiten bis zu 180 Kunden mit 35 Mitarbeitern. Doch die Arbeit im Pflegesektor geht an die Substanz. Nun wollen Roggow und Gebhardt den »Lebensweg« in die Hände von Bonitas-Geschäftsführer Lars Uhlen und seinem Team legen. »Wir wollten den Dienst immer weiter entwickeln. Zuletzt sahen wir dazu aber keine Chance mehr«, erklärt Roggow. Der Grund dafür ist neben der dauernden Belastung der beiden Leiter auch die schlechte Lage auf dem Personalmarkt.

Hoher Druck in der Branche

»In der gesamten Pflegedienstbranche herrscht ein Konsolidierungsdruck. Die bürokratischen Aufgaben sind von kleinen Diensten nicht mehr zu leisten«, fügt Lars Uhlen hinzu. Der Bonitas-Chef hat in diesem Jahr bereits mehrere kleine Pflegedienst-Standorte übernommen. Er kennt die Probleme der privaten Dienste genau: »Die Gesellschaft will, dass Pfleger mehr verdienen. Aber niemand ist bereit, dafür zu zahlen.« Thomas Roggow sagt, dass die Sätze der Krankenkassen viel zu niedrig seien, um seine Mitarbeiter gut zu bezahlen.

All diesen Problemen könne er sehr viel besser begegnen, sagt Uhlen mit Blick auf die Verwaltungsinfrastruktur der Bonitas. »Wir haben für jeden Bereich Spezialisten.« Als die beiden »Lebensweg«-Leiter den Kontakt suchten, war für Uhlen schnell klar, dass die Bonitas in Kirchlengern übernehmen würde. »Wir haben uns zwei Stunden unterhalten und dann war die Sache klar. Ich freue mich, wieder in Kirchlengern arbeiten zu können«, so der Bonitas-Chef. Der fließende Übergabeprozess läuft bereits, Ende November soll er komplett abgeschlossen sein und der Name »Lebensweg« wird aus Kirchlengern verschwunden sein.

23 Mitarbeiter werden übernommen

Außer dem Namen soll sich für die aktuell etwa 160 Kunden in Kirchlengern und Bünde aber nichts ändern. Auch die 23 Mitarbeiter werden von der Bonitas übernommen. Doris Scheffer bedankte sich explizit bei Gebhardt und Roggow, dass sie den Wechsel gut vorbereitet hätten. »Es gab eine offene Atmosphäre unter den Mitarbeitern bei unserem ersten Gespräch«, so die Bereichsleiterin der Bonitas.

Und so endet für Carmen Gebhardt und Thomas Roggow ein kräftezehrender Lebensabschnitt, den beide jedoch nicht missen wollen. Pläne für die Zeit nach dem Kapitel »Lebensweg« haben sie bisher nur einen: »Wir werden das erste Mal seit acht Jahren für drei Wochen Urlaub machen.«

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