Di., 28.05.2019

Bürgerinitiative überreicht Listen – Rat muss sich erneut mit dem Thema befassen Über 1500 Unterschriften für Sauna

Bürgermeister Rüdiger Meier nahm am Sonntag Abend fristgerecht die letzten Unterschriftenlisten von den Initiatorinnen des Bürgerbegehrens Martina Stade (links) und Natalia Martin entgegen.

Bürgermeister Rüdiger Meier nahm am Sonntag Abend fristgerecht die letzten Unterschriftenlisten von den Initiatorinnen des Bürgerbegehrens Martina Stade (links) und Natalia Martin entgegen. Foto: Brings

Von Joschka Brings

Kirchlengern  (WB).Das Thema Sauna im Neubau des Aqua Fun ist noch nicht vom Tisch: Fristgerecht reichte die Kirchlengeraner Bürgerinitiative um Martina Stade und Natalia Martin die letzten gesammelten Unterschriften ein.

Somit muss sich der Rat auf der nächsten Sitzung erneut mit dem Anliegen beschäftigen – mit zwei möglichen Ergebnissen. Entweder lehnt das Gremium auch weiterhin ein Sauna-Modul im geplanten Freizeitbad ab und es kommt zu einem Bürgerentscheid, oder es findet sich unter den Ratsmitgliedern eine Mehrheit dafür.

Die beauftragten Planer hätten jedenfalls gute Argumente für eine Sauna dargelegt, findet Bürgermeister Rüdiger Meier. »Die Sauna ist der einzige Teil des Aqua Fun, der Überschüsse erwirtschaftet.« Neben diesem betriebswirtschaftlichen Faktor hätten die Analysen gezeigt, dass das Aqua Fun eine Strahlkraft über Kirchlengern hinaus habe. Die 120.000 Besuche im Jahr würden zu zwei Dritteln von Gästen von außerhalb der Gemeinde getätigt. Die Besucherzahlen seien für eine Kommune mit 16.000 Einwohnern enorm, so Meier. Für ihn ist klar, dass die Attraktivität vor allem in der Vielseitigkeit des Bads liege. »Als reines Sportbad hätten wir nicht so viele Gäste.«

Sauna kostet etwa 900.000 Euro

Das sehen anscheinend auch viele Kirchlengeraner so. Schon vor der Abgabe der letzten Listen am Wochenende hatte die Verwaltung 1540 gültige Unterschriften gezählt, diese Zahl könnte sich jetzt noch erhöhen. Mit den letzten Unterschriften überreichten die Initiatorinnen auch die formale Erklärung über das Ende des Bürgerbegehrens. Damit muss sich der Rat auf der nächsten Sitzung am 27. Juni mit der Sache beschäftigen. Bei der letzten Abstimmung im Februar hatten bei drei Enthaltungen 20 Ratsmitglieder gegen und nur neun für ein Sauna-Modul gestimmt. Die zusätzlichen Kosten von rund 900.000 Euro wogen für einen Großteil der Politiker schwerer als der erhoffte Attraktivitätsgewinn. Der Bürgermeister sprach damals schon eine klare Empfehlung für ein Sauna-Modul aus und berief sich auf die Analysen der Planer. Er hofft auch weiterhin, dass eine Neubewertung dieser Argumente zu einem Stimmungswandel im Rat führen könnten.

Sollte das nicht der Fall sein, müsste in einem Bürgerentscheid über das Begehren abgestimmt werden. Per Briefwahl sollte dann gemäß Vorgaben bis zum 27. September ein Ergebnis vorlegen.

In jedem Fall begrüßte Meier das bürgerliche Engagement der Unterschriftensammlerinnen. »Eine Bürgerinitiative dafür statt dagegen, das finde ich charmant«, freute er sich über den lebhaften Diskurs auch in der Bevölkerung.

Unterschriftenlisten gestohlen

Doch es scheint Gegner zu geben, die keinen Wert auf demokratische Diskussionen legen. Die Initiatorinnen beklagten den Diebstahl von mehreren Unterschriftenlisten von öffentlich zugänglichen Orten. Der Bürgermeister verurteilte das scharf: »Das ist unterste Schublade und steht auf einer Stufe mit Schmierereien auf Wahlplakaten.«

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