Sa., 29.06.2019

Sauna am Aqua-Fun-Neubau: Rat macht Weg frei für Bürgerentscheid Die Bürger haben nun das letzte Wort

Das Freizeitbad Aqua Fun soll neu gebaut werden. Ob es in der Einrichtung künftig eine Sauna geben wird, darüber entscheiden jetzt die Bürger.

Das Freizeitbad Aqua Fun soll neu gebaut werden. Ob es in der Einrichtung künftig eine Sauna geben wird, darüber entscheiden jetzt die Bürger. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Kirchlengern (WB). Eine Mehrheit des Gemeinderates Kirchlengern hat sich gegen das Bürgerbegehren ausgesprochen, mit dem eine Sauna am Neubau des Freizeitbades Aqua Fun gefordert wird. Damit ist der Weg frei für einen Bürgerentscheid. Als Termin dafür legte der Rat den 17. September fest.

Bevor die Fraktionen ihre Sichtweise darlegten, ergriff Martina Stade, eine der Initiatorinnen des Bürgerbegehrens, unter dem Punkt »Fragen an den Bürgermeister« das Wort. Während der Unterschriftensammlung sei auch viel Kritik mit Blick auf die zusätzlichen Kosten für die Sauna geäußert worden. »Wir wollen uns persönlich einbringen und sind bereit, einen Saunaverein zu gründen.« Mitglieder des Vereins würden sich weiterbilden, so dass einige Aufgüsse selber vorgenommen werden könnten. Um das Angebot attraktiver zu machen, könnte man zudem einmal im Monat eine Mitternachtssauna anbieten. In Gesprächen mit Saunagästen habe sie erfahren, dass diese bereit seien, für den Besuch der neuen Sauna mehr zu bezahlen – und zwar 10 bis 12 Euro anstatt der bisherigen 5 Euro.

Das sagt die CDU

Für die hohe Anzahl der vorgelegten Unterstützer-Unterschriften wolle er im Namen der CDU den Initiatorinnen des Bürgerbegehrens seinen Respekt aussprechen, sagte CDU-Fraktionssprecher Christian Bobka. Das zeige, dass es in Kirchlengern viele Menschen gebe, die sich aktiv an politischen Prozessen beteiligen wollten. Zwölf Prozent der wahlberechtigten Einwohner in Kirchlengern hätten sich im Bürgerbegehren für die Sauna ausgesprochen. »Für uns als CDU stellt sich jedoch auch die Frage, wie die restlichen 88 Prozent der wahlberechtigten Einwohner über eine neue Sauna denken«. Immerhin gehe es hier um eine Investition in Höhe von einer Million Euro. Die CDU sei in diesem Fall für eine starke Bürgerbeteiligung. Das sei mit einem Bürgerentscheid möglich. Die CDU lehne deshalb aus formalen Gründen das Bürgerbegehren ab.

UWG für Bürgerbeteiligung

Hinter einem Bürgerbegehren stecke viel Arbeit, betonte UWG-Fraktionssprecher Michael Schmale. Er verwies darauf, dass seine Fraktion erst kürzlich selber einen Ratsbürgerentscheid beantragt hatte, um eine Investitionsobergrenze beim Neubau des Aqua Funs festzulegen. Seine Fraktion sei der festen Überzeugung, dass das Thema Aqua Fun alle angehe. Die UWG könne deshalb dem Bürgerbegehren nicht zustimmen, weil sich nur ein Teil der Bürgerschaft dadurch mitgeteilt habe.

SPD will Bürgerentscheid

Auch die SPD werde das Bürgerbegehren ablehnen, sagte Ute Mehrkühler. Dadurch mache man den Weg für ein Bürgerbegehren frei. »Das ist in unseren Augen gelebte Demokratie und bezieht die Bürger unserer Gemeinde in diese wichtige Entscheidung mit ein.«

Grüne gegen Neubau

Die Grünen hätten sich mit Blick auf die hohen Investitionskosten gegen den Neubau des Aqua Funs ausgesprochen, so Burkhard Scheiding, Sprecher der Grünen. »Deshalb werden wir konsequenterweise auch die Sauna ablehnen.« Er begrüße aber, dass nun eine Entscheidung von der Bürgerschaft gefällt werden könne.

FDP klar für Sauna

Für die Sauna und das Bürgerbegehren votierte FDP-Ratsherr Michael Blöbaum. Er wies darauf hin, dass es sich bei der Sauna laut Gutachten um die einzige Komponente handeln würde, die Gewinn erwirtschafte. Zudem werde der Neubau des Freizeitbades durch eine Sauna attraktiver.

Und so geht es weiter

Das Bürgerbegehren wird in Form einer Briefwahl stattfinden. Auf diese Vorgehensweise hatte sich der Rat geeinigt. Auszählungstermin ist der 17. September. Sechs Wochen vorher wird ein Abstimmungsverzeichnis erstellt. Im Anschluss daran werden die Abstimmungsunterlagen verschickt. Die Kosten für den Bürgerentscheid betragen nach Angabe der Gemeinde etwa 26.000 Euro.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6730945?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2645482%2F