RLS-Selbsthilfegruppe informiert Betroffene – Untersuchung im Schlaflabor
Wenn die Beine unruhig sind

Kirchlengern (WB). Es klingt eigentlich ganz harmlos: »unruhige Beine«. Doch hinter dieser Bezeichnung, die im Englischen »Restless Leggs Syndrom« (RLS) heißt, verbirgt sich eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind davon acht Millionen Menschen betroffen.

Freitag, 26.07.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 26.07.2019, 11:08 Uhr
Im Schlaflabor von Privatdozent Dr. Cornelius Bachmann: Angelika Kochmann. Foto:
Im Schlaflabor von Privatdozent Dr. Cornelius Bachmann: Angelika Kochmann.

Wie man mit dieser Krankheit umgeht, welche Therapien es gibt und wie der neueste Stand der Forschung ist, darüber informiert die RLS-Selbsthilfegruppe Herford/Bielefeld unter Leitung von Angelika Kochmann und Gudrun Koch. So auch aktuell beim Sommerfest im Garten von Angelika Kochmann in Kirchlengern. »Wichtig ist neben dem Austausch über die medikamentösen Behandlungsverfahren auch die Erfahrung über lindernde Verfahren wie Kühlung, Massage oder Ernährung mit anderen zu teilen», betonen die beiden Gruppenleiterinnen.

Wichtig ist die richtige Medikation

Beim RLS treten typischerweise kribbelnde, ziehende, muskelkrampfartige oder schmerzhafte Missempfindungen in den Beinen, Füßen, Armen und Händen auf, seltener auch im Genitalbereich oder Rücken. Eine Linderung tritt unmittelbar bei Bewegung oder Muskelanspannung und Dehnung ein.

»Am wichtigsten ist die passende medikamentöse Behandlung, wobei unter so genannten dopaminergen Medikamenten bei zu hoher Dosierung eine Zunahme der Missempfindungen und des Bewegungsdranges, eine Augmentation, auftreten kann«, informiert Angelika Kochmann. Auch deshalb sei es wichtig, sich von einem Spezialisten für RLS behandeln zu lassen.

Viele Fragen der Teilnehmenden auf dem Sommerfest konnten bei leckerem Grillbuffet von Dr. Cornelius Bachmann (Osnabrück) beantwortet werden, der RLS-Betroffene aus dem gesamten Bundesgebiet betreut.

Beschwerden vor allem in der Nacht

Die RLS-Beschwerden treten, zumindest zu Anfang der Erkrankung, vor allem am Abend oder in der Nacht auf. Durch den Bewegungsdrang haben die Patienten häufig Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen und fühlen sich tagsüber müde und abgespannt. Gerade bei Berufstätigen führt dieses zu einer verminderten Arbeitseffizienz und Krankenstand.

Bei ungefähr 85 Prozent der RLS-Betroffenen sind periodische Beinbewegungen im Schlaf und weniger häufig auch im Wachzustand nachweisbar, weshalb eine Schlaflaboruntersuchung für die Diagnostik des RLS sehr wichtig ist. »Wichtig ist auch, andere Ursachen von Ein- und Durchschlafstörungen wie ein Schlafapnoe-Syndrom als häufige Ursache von Tagesmüdigkeit im Schlaflabor zu diagnostizieren und nachfolgend zu behandeln«, so Dr. Bachmann.

Wer Hilfe bei RLS sucht und sich in der Selbsthilfegruppe informieren will, kann sich direkt an Angelika Kochmann (05223/654754) und Gudrun Koch (05206/6177) wenden.

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