Mi., 07.08.2019

Gerissene Ricke liegt im Garten – Jagdpächter appelliert an Hundehalter Schon wieder Reh totgebissen

Nach Angaben von Jagdpächter Jakob Weitz hatte ein Hund die Ricke in den Nacken gebissen und tödlich verletzt.

Nach Angaben von Jagdpächter Jakob Weitz hatte ein Hund die Ricke in den Nacken gebissen und tödlich verletzt. Foto: Weitz

Von Bernd Bexte

Kirchlengern (WB). Eine traurige Entdeckung hat jetzt Jagdpächter Jakob Weitz in Südlengern gemacht. Im Garten eines Hauses am Reesbergweg lag ein totes Reh, offenbar von einem Hund erlegt.

»Es ist schlimm, wenn Hundebesitzer keine Kontrolle über ihre Vierbeiner haben«, beklagt Weitz. Am Samstag war der 46-Jährige zu einem Haus am Reesbergweg gerufen worden. Dort lag im Garten, der an ein Feld angrenzt, das wiederum in der Nähe eines Waldes liegt, eine tote Ricke.

»Viele Hundebesitzer nutzen den Feld- und Waldweg für den Auslauf ihrer Hunde«, sagt Weitz, selbst Hundehalter. Das tote Reh wies Spuren eines Hundeangriffs auf. »Das Gesäuge des Tieres war gut ausgebildet, das ist ein guter Hinweis, dass jetzt im Feld und Wald Rehkitze umherirren, die ihre Mutter verloren haben und jämmerlich eingehen werden.« Alleine seien sie nicht überlebensfähig.

Ermittlungen in früherem Fall eingestellt

Einen ähnlichen Fall hatte es bereits Anfang Juli in Bünde gegeben: Ein Passant hatte ein totes Reh in der Else in der Nähe des Hundestrandes gefunden. Wenige Tage später hatte Jagdpächter Tobias Meyer ein totes Rehkitz entdeckt – vermutlich der ohne seine Mutter hilflos verendete Nachwuchs der Ricke. Meyer hatte Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren vor wenigen Tagen jedoch eingestellt, da ein Täter nicht ermittelt werden konnte. Bereits im November war im Elsebruch ein Reh von einem Hund gerissen worden.

Am Eingang zum Wald am Reesbergweg weist dieses Schild darauf hin, Hunde an der Leine zu halten. Foto: Bexte

»Ich verstehe es nicht: Wie können Menschen so verantwortungslos handeln. Jeder sollte wissen, dass Hunde einen Jagdinstinkt haben«, klagt Weitz. Nicht zuletzt weise ein Schild am Eingang zu dem dortigen Waldstück darauf hin, die Hunde anzuleinen und mit ihnen auf dem Weg zu bleiben. »Generell dürfen Hunde abseits von Waldwegen nur angeleint mitgeführt werden«, erläutert der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Olaf Kollmeier.

»Schwer nachzuweisen«

»Ich spreche die Spaziergänger, die mit freilaufenden Hunden unterwegs sind, auch freundlich an – leider fehlt oft das Verständnis«, sagt Jagdpächter Weitz. Ob er eine Strafanzeige stellen wolle? »Jetzt noch den Nachweis zu erbringen, wer der Verursacher war, dürfte sehr schwierig werden«, gibt er einer solchen Möglichkeit nur wenig Chancen auf Erfolg.

So sieht es auch der Landesjagdverband NRW: »Hier gibt es eine Nachweispflicht. Die ist meist nur schwer zu erfüllen«, sagt Sprecher Andreas Schneider. Dabei handele es sich im konkreten Fall um einen doppelten Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. »Hier wurde eine Wirbeltier unter Qualen getötet. Und zudem hat der Hundehalter gegen die Obhutspflicht verstoßen.«

Landesjagdverband informiert

Für den Verband sind solche Vorfälle ein Dauerthema. »Es geht nicht nur um gerissene Rehe, sondern auch um freilaufende Hunde, die Spaziergänger und Jogger anspringen oder sogar angreifen.« Man könne immer nur wieder an die Vernunft der Hundehalter appellieren, ihre Tiere unter Kontrolle zu halten.

Andernfalls drohen saftige Strafen. In Baden-Württemberg war ein Hundehalter zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt worden, weil sein Hund ein Reh gerissen hatte. Zudem durfte der Rentner seinen Rhodesien Ridgeback nur noch mit Maulkorb und angeleint ausführen – an einer 50 Zentimeter langen Leine. Der Landesjagdverband hat eine Broschüre für Hundehalter aufgelegt: »Mit dem Hund durch die Natur – Wichtige Regeln in Wald und Feld«. Infos:

www.ljv-nrw.de

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6831589?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2645482%2F