Do., 08.08.2019

Noch keine Spur vom Nachwuchs der getöteten Ricke – Gemeinde Kirchlengern weist auf Anleinpflicht hin In Sorge um verwaiste Rehkitze

Das getötete Reh weist deutliche Bissspuren an Hals und Nacken auf.

Das getötete Reh weist deutliche Bissspuren an Hals und Nacken auf.

Von Bernd Bexte

Kirchlengern (WB). Nachdem in Südlengern ein Reh offenbar von einem Hund totgebissen worden ist, sorgt sich Jagdpächter Jakob Weitz nun um den Nachwuchs der Ricke. »Ich bin jeden Abend in dem Bereich unterwegs, ich habe aber noch keines der Tiere gesehen«, sagte der 46-Jährige am Mittwoch.

In seinem Revier, in dem er Wildkameras installiert hat, habe er zuletzt drei Ricken mit Zwillingen beobachtet, eines könnte das getötete Reh gewesen sein. Wie am Dienstag berichtet, war am Samstag in einem Garten am Reesbergweg das tote Tier gefunden worden. Es wies deutliche Bisspuren im Nacken und am Hals auf.

»Ich habe es abgetastet, es hatte keine Knochenbrüche, es war also nicht von einem Auto angefahren worden. Das muss ein Hund gewesen sein«, sagt Weitz. Sollte er eines der Kitze finden, könnte es in einer Aufzuchtstation aufgepäppelt werden. »So habe ich das schon mal gemacht, nachdem ein Reh totgefahren worden war und ich die verwaisten Kitze gefunden habe.« Ein anderes kleines Reh habe allerdings nicht mehr gerettet werden können.

Kitze bis November auf Muttermlich angewiesen

Die jetzt ohne Mutter umherirrenden Kitze seien mit zwei Monaten zwar schon »gut im Futter«. Sie wären aber bis November auf Muttermilch angewiesen. »Die Überlebenschancen sind eher gering.«

Anlässlich des aktuellen Falls weist die Gemeinde Kirchlengern noch einmal auf die Regeln hin, die für das Ausführen von Hunden im öffentlichen Raum gelten. »In Naturschutzgebieten dürfen Hunde niemals frei laufen, in Landschaftsschutzgebieten nur auf den Wegen«, erläutert Ordnungsamtsleiter Uwe Dreifeld. Das bedeute natürlich, dass der Hund aufs Wort gehorchen müsse.

Der Bereich des Waldes am Reesbergweg, in dessen Nachbarschaft das tote Reh gefunden worden war, ist ein Landschaftsschutzgebiet. Hier dürfen Hunde also auf den Wegen frei laufen – auch wenn Jagdpächter Jakob Weitz Halter darum bittet, die Tiere an die Leine zu nehmen. »So können solche Vorfälle wie jetzt vermieden werden.«

Gemeinde appelliert an Hundehalter

Die Gemeinde Kirchlengern weist darauf hin, dass Hunde in Fußgängerzonen sowie Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr generell anzuleinen sind, ebenso in frei zugänglichen Park-, Garten- und Grünanlagen einschließlich Kinderspielplätzen – mit Ausnahme besonders ausgewiesener Hundeauslaufbereiche.

Die Anleinpflicht gilt auch bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen sowie natürlich in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten.

Generell dürfen alle Arten von Hunden innerhalb bebauter Ortsteile nur angeleint geführt werden. Dies gilt auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zudem dürfen Hunde nur von solchen Personen geführt werden, die in der Lage sind, das Tier unter Kontrolle zu halten. Außerdem sind Hunde in jedem Begegnungsfalle angeleint zu führen.

Karte zur Anleinpflicht

»Hundehalter sollten daran denken, dass manche Menschen Angst vor den Tieren haben«, gibt Dreifeld zu bedenken. Deshalb sollten Halter auch in Bereichen ohne Leinenpflicht gut auf ihre Vierbeiner achten.

Gebiete, in denen eine Anleinpflicht für Hunde besteht, hat die Gemeinde auf einer Karte festgehalten. Sie ist unter www.kirchlengern.de einsehbar.

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