Mi., 14.08.2019

Abstimmungsunterlagen für den Bürgerentscheid verschickt Sauna: Ja oder Nein?

Hat den Stein ins Rollen gebracht: Martina Stade, Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens, das sich für einen Aqua-Fun-Neubau mit Sauna ausspricht. Nach der Ablehnung des Bürgerbegehrens durch den Rat entscheiden nun die wahlberechtigten Kirchlengeraner, ob es eine Sauna geben wird oder nicht.

Hat den Stein ins Rollen gebracht: Martina Stade, Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens, das sich für einen Aqua-Fun-Neubau mit Sauna ausspricht. Nach der Ablehnung des Bürgerbegehrens durch den Rat entscheiden nun die wahlberechtigten Kirchlengeraner, ob es eine Sauna geben wird oder nicht. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Kirchlengern  (WB). Wird das neue Aqua Fun in Kirchlengern auch einen Saunabereich haben? Darüber können wahlberechtigte Kirchlengeraner selber entscheiden. Die Abstimmungsunterlagen für einen entsprechenden Bürgerentscheid sind bereits verschickt.

Warum überhaupt ein Bürgerentscheid? Im vergangenen Februar hatte sich eine Mehrheit des Gemeinderates in geheimer Abstimmung dafür ausgesprochen, dass der Neubau des Freizeitbades ohne einen Saunabereich erfolgen soll. Grund: eine Kostenersparnis in Höhe von etwa 885.000 Euro.

Allerdings hatte der Rat die Rechnung ohne Martina Stade und Natalia Martin gemacht. Auf die Sauna im Aqua Fun wollten beide nicht verzichten – und riefen deshalb ein Bürgerbegehren ins Leben. 1591 gültige Stimmen für die Sauna reichten sie innerhalb der vorgegebenen Frist bei der Gemeinde ein – damit hatte sich der Rat erneut mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Auch diesmal fand sich keine Mehrheit für eine Sauna. Die Folge: Die Bürger stimmen darüber ab, was sie haben wollen.

»Mit Sauna attraktiver«

Für Martina Stade macht ein neues Aqua Fun ohne Sauna keinen Sinn. »Ein ganz wichtiges Thema ist für uns natürlich die Wirtschaftlichkeit. In einem Gutachten ist schließlich darauf hingewiesen worden, dass die Sauna Gewinn abwerfen wird.« Daneben sei davon auszugehen, dass mit einer neuen Sauna im Aqua Fun die Attraktivität des Freizeitbades als Ganzes steigen würde. Ein weiteres Argument »pro Sauna« aus Sicht von Martina Stade: »Die Bezahlbarkeit«. So koste eine Sauna-Tageskarte im H20 25,10 Euro, in der Bali-Therme 28,50 Euro – und im Aqua Fun 6 Euro. Man benötige vor Ort keine Luxusvariante. »Das kann eine Funktionssauna sein – nur eben neu.« Mit weiteren Saunagängern sei sie bereit, sich ehrenamtlich für diese Einrichtung zu engagieren, um so Besuchern mehr bieten zu können.

Abstimmung per Brief

Im Rathaus hat man zwischenzeitlich die erforderlichen Unterlagen zusammengestellt. Generell geht es um folgende Frage: »Soll in der Gemeinde Kirchlengern – entgegen dem Ratsbeschluss vom 18. Februar 2019 – ein attraktives neues Aqua Fun mit Sauna entstehen?«. Die Abstimmung ist nur in Briefform möglich – der Rat hat kürzlich eine entsprechende Satzung verabschiedet. Alle Abstimmungsberechtigten erhalten vom 9. August an ihre Abstimmungsunterlagen per Post zugestellt. Die Stimmbriefe müssen bis zum 17. September, 16 Uhr, zurück im Rathaus Kirchlengern sein.

»Insgesamt haben wir 13.328 Wahlbenachrichtigungen verschickt«, informiert Martina Stallmann, Pressesprecherin der Gemeinde Kirchlengern. Die Anzahl der Stimmberechtigten werde sich vermutlich noch bis zum Abstimmungstag durch Zu- und Wegzüge oder Sterbefälle verändern.

Außer den Abstimmungsunterlagen enthält das Schreiben der Verwaltung auch eine Infobroschüre. Jeder Fraktion, aber auch der Pro-Sauna-Initiative sind zwei DIN-A5-Seiten an Platz eingeräumt worden. Zusammen mit weiteren Informationen werden diese Schriftstücke zu einem Informationsblatt zusammengefasst, das neben Stimmzettel, Stimmzettel-Umschlag und Rücksende-Umschlag an die Wahlberechtigten geschickt wird.

Wie viele Stimmen braucht es eigentlich, damit eine Sauna gebaut wird? Auch hier gibt Martina Stallmann Auskunft. »Die Frage ist positiv entschieden, wenn sie von der Mehrheit der gültigen Stimmen mit Ja beantwortet wurde, sofern diese Mehrheit mindestens 20 Prozent der Bürger beträgt. Bei Stimmengleichheit gilt die Frage als mit Nein beantwortet.«

Wie geht es weiter?

Die Bauleistungen für das neue Freizeitbad sollen ausgeschrieben werden – das hat der Gemeinderat im Juli entschieden. Aufgrund des Investitionsvolumens ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Frühestmöglicher Zeitpunkt für den Baubeginn wäre Ende Oktober.

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