Mi., 11.09.2019

Zwillingsschwestern aus Rödinghausen und Kirchlengern feiern Geburtstag 80 Jahre unzertrennlich

Karin Scheiding (links) und Marga Stüber tragen heute eigentlich nicht mehr immer die gleichen Kleider, aber für ihr Geburtstagsfoto ist das bei eineiigen Zwillingen natürlich Pflicht. Am heutigen Mittwoch werden die Schwestern 80 Jahre alt.

Karin Scheiding (links) und Marga Stüber tragen heute eigentlich nicht mehr immer die gleichen Kleider, aber für ihr Geburtstagsfoto ist das bei eineiigen Zwillingen natürlich Pflicht. Am heutigen Mittwoch werden die Schwestern 80 Jahre alt. Foto: Raphael Steffen

Von Raphael Steffen

Rödinghausen/Kirchlengern (WB). Marga Stüber und Karin Scheiding sagen, sie hätten immer alles zusammen gemacht – Zwillinge eben. An diesem Mittwoch werden die Schwestern gemeinsam 80 Jahre alt.

Den Jubeltag wollen sie eher ruhig verbringen: Familie und Nachbarn kommen vorbei, vielleicht wird angestoßen. Am Samstag wird dann groß gefeiert, an die 70 Gäste sind ins Kurhaus Bültermann in Randringhausen eingeladen. Kein Wunder: Karin hat zwei Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel, Marga drei Kinder, vier Enkel und drei Urenkel.

»Wir haben meist alles zusammen gemacht und sind nie groß getrennt gewesen«, sagen die beiden Schwestern. Geboren und aufgewachsen in Lünen, kamen Karin und Marga im Alter von 15 Jahren in den Kreis Herford, 1954 war das. Gerade in den Dörfern der Landgemeinden waren die Zeiten damals ganz andere als heute. Das Leben war einfacher, aber nicht unbedingt schlechter.

Beide sind Mitglied der Feuerwehr

Die Zwillinge arbeiteten als Haushaltshilfen in der Landwirtschaft, Karin in Stift Quernheim, Marga in Bieren. Beide arbeiteten noch in Heimarbeit für die zahlreichen Zigarrenhersteller in der Region, so wie es damals viele taten. Zu der Zeit zogen sie sich stets gleich an – Verwechslung nicht ausgeschlossen.

Seitdem ging es im Gleichschritt voran. 1960: Marga und Karin heiraten. 1961: Karin bekommt einen Sohn, Marga bekommt einen Sohn. 1965: Marga bekommt eine Tochter, Karin bekommt eine Tochter. Nur einmal fiel Marga aus der Reihe, als sie zwei Jahre später einen weiteren Sohn gebar.

Bis heute sind sie passive Mitglieder der Löschgruppe Bieren der Freiwilligen Feuerwehr. Marga geht gerne ihrem Hobby nach, dem Strümpfestricken. Das halbe Dorf muss mittlerweile in Socken herumlaufen, die sie in ihrem kleinen Haus im Aueweg gefertigt hat.

Körperlich top fit

Mittlerweile sind beide verwitwet, aber ihre Kinder und Kindeskinder leben fast alle in der näheren Umgebung. Der Kontakt zu einander ist bis heute eng. »Wir telefonieren drei bis vier Mal am Tag«, erzählt Karin, und Marga fügt hinzu: »Karins Auto steht fast täglich vor meiner Tür.«

Sowohl Karin Scheiding als auch Marga Stüber sind geistig und körperlich fit, kümmern sich um ihren Enkel, werkeln im Garten herum. »Wir haben immer fleißig gearbeitet und gute Jahre gehabt«, sagt Karin – obwohl sie lange Zeit ihren früh verstorbenen Mann gepflegt hat. Zufriedenheit kommt offenbar von innen.

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