Fr., 11.10.2019

Autohändler aus Kirchlengern muss sich vor Gericht verantworten Betrugsverfahren eingestellt

Vor dem Bünder Amtsgericht musste sich ein Autohändler aus Kirchlengern wegen Betruges verantworten.

Vor dem Bünder Amtsgericht musste sich ein Autohändler aus Kirchlengern wegen Betruges verantworten. Foto: Daniel Salmon

Kirchlengern (WB/sal). Weil er einen Kunden bei einem Fahrzeugverkauf übers Ohr gehauen haben soll, hat sich ein Autohändler aus Kirchlengern am Donnerstag vor dem Bünder Amtsgericht verantworten müssen. Der Vorwurf lautete auf vorsätzlichen Betrug.

Verurteilt wurde 37-Jährige aber nach der gut 45-minütigen Verhandlung nicht. Stattdessen wurde das Verfahren gegen Auflagen eingestellt.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte, er betreibt in der Elsegemeinde einen Autoplatz, einem Mann aus Syke am 10. April 2018 einen Kia Rio veräußert haben. Hingeblättert hatte der Kunde – und das ist unstrittig – für den zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Jahre alten Wagen, der schon 140.000 Fahrtkilometer auf dem Buckel hatte, 1400 Euro. Laut Anklage soll aber später herausgekommen sein, dass der Kia einige nicht unerhebliche Mängel gehabt habe: Unter anderem sollen Bremsen und Kupplung beschädigt gewesen sein. Ein Reifen soll zudem größer gewesen sein als die drei anderen Räder. Eine Probefahrt – so heißt es in der Anklageschrift weiter – soll der Verkäufer dem Kunden verweigert haben. Stattdessen habe der 37-Jährige dem Syker versichert, mit dem Wagen sei »alles in Ordnung« und ihn so bewusst getäuscht haben.

Autokäufer nicht da

Das vermeintliche Betrugsopfer selbst konnte seine Version der Geschichte nicht vortragen: Der Syker liegt im Krankenhaus und konnte nicht vor Gericht erscheinen. Der Verteidiger des Kirchlengeraners erklärte, dass man für 1400 Euro keinen Neuwagen erwarten dürfe, sein Mandant dem Käufer aber sehr wohl eine Probefahrt angeboten habe. »Diese hat er aber abgelehnt, das Auto zuvor aber 30 Minuten in Augenschein genommen.«

Zudem habe der Händler angeboten, für den Kia noch neuen TÜV machen zu lassen. Das habe der Syker aber nicht gewollt, dafür aber den Preis von ursprünglich 1600 auf 1400 Euro runtergehandelt. Zudem erklärte der Verteidiger: »Der Mann war dann 90 Minuten weg, hat den Wagen angemeldet und ist ja auch die 100 Kilometer bis nach Syke gefahren.«

Verfahren eingestellt

Erst einige Wochen später habe sich der Käufer dann telefonisch bei dem Autohändler gemeldet und auch nur den Kupplungsschaden und »ein, zwei Kleinigkeiten« moniert. Der Kirchlengeraner war auch bereit gewesen, die vermeintlichen Mängel auf eigene Kosten beheben zu lassen. »Er sollte ein Werkstatt bei sich aufsuchen, und die sollte mich dann anrufen. Aber bei mir hat sich niemand mehr gemeldet«, so der 37-Jährige. Ende 2018 war bei dem Autohändler stattdessen der Betrugsvorwurf der Staatsanwaltschaft eingegangen. »Mein Mandant hat sich nichts vorzuwerfen, er hat nach bestem Gewissen gehandelt.«

Nach der Beweisaufnahme fiel es auch dem Gericht schwer, einen vorsätzlichen Betrugsvorwurf auszumachen. Zumal es auch wohl schwierig sei, die Mängel am Kia gutachterlich feststellen zu lassen. »Wir wissen gar nicht, ob es das Fahrzeug überhaupt noch gibt«, so die Richterin.

Mit Zustimmung des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren letztlich eingestellt. Als Auflage muss der Kirchlengeraner 600 Euro an den Autokäufer überweisen. So hoch ist der Rechnungsbetrag für die Reparatur der Kupplung gewesen.

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