Mi., 25.12.2019

Feuerwehrhaus Auf dem Fienberge: Kosten von 1,3 Millionen Euro Rat plädiert für einen Neubau

Das Feuerwehrhaus Auf dem Fienberge. Der Gemeinderat Kirchlengern hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür gestimmt, das Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Die Kosten dafür werden auf 1,3 Millionen Euro geschätzt.

Das Feuerwehrhaus Auf dem Fienberge. Der Gemeinderat Kirchlengern hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür gestimmt, das Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Die Kosten dafür werden auf 1,3 Millionen Euro geschätzt. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Kirchlengern (WB). Dass die Feuerwehr im Ortsteil Kirchlengern ein neues Gerätehaus benötigt, daran zweifelt im Rat Kirchlengern niemand. Das zeigte sich während der jüngsten Sitzung des Gemeindeparlaments. Die veranschlagten Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro für einen Neubau an der Straße Auf dem Fienberge sorgen aber für Kritik.

Ursprünglich war nur ein Umbau des alten Feuerwehrgerätehauses vorgesehen. Zusätzlicher Raumbedarf sollte mit einem Anbau gedeckt werden. Allerdings wurden diese Planungen von der Realität eingeholt. Durch intensive Werbemaßnahmen für die Feuerwehr stieg die Mitgliederzahl der Löschgruppe nämlich von 19 auf 35 – und hatte sich damit fast verdoppelt.

Umbau deckt Raumbedarf nicht

Ergebnis: Mit einem Um- beziehungsweise Anbau lässt sich der Raumbedarf nicht mehr decken. Immerhin muss die Größe der Sozialräume sich an der gestiegenen Mitgliederzahl orientieren. Bei Gesprächen der Verwaltung mit der Löschgruppe zeigte sich, dass aus Sicht der Freiwilligen Feuerwehr die ursprüngliche Planung keinen Sinn mehr machte.

„Insbesondere die Unterstellung der Anhänger (Boot und Kleinmaterial), die beengten Verhältnisse im heutigen Sozialtrakt, die Größe und der nicht behindertengerechte Zugang des Besprechungsraumes im Obergeschoss – der zudem kaum anders nutzbar ist – sowie die einfachsten Hygieneanforderungen waren in der Umbauvariante nicht umsetzbar”, lautet denn auch die Einschätzung der Verwaltung.

Parkplatzsituation nicht optimal

Darüber hinaus wäre auch die Parkplatzsituation sowie die An- und Abfahrt alles andere als optimal gewesen. „Aufgrund aller Erkenntnisse können die räumlichen und funktionellen Anforderungen nur mit einem Neubau gelöst werden“, hält die Gemeinde in der Vorlage für die Ratssitzung fest. Mit der neuen Planung, die vom Kirchlengeraner Architekturbüro Scharping & Partner vorgenommen wurde, zeigte sich auch die Löschgruppe einverstanden.

Bei der Feuerwehr würde es sich um eine elementare Aufgabe handeln, betonte FDP-Ratsherr Michael Blöbaum. „Wir haben schon vor über einem Jahr festgestellt, dass der Altbau nicht mehr sanierungswürdig ist, sondern dass es einer vernünftigen Raumaufteilung und eines effizienteren Konzepts bedarf“, sagte Blöbaum in seiner Rede zum Haushalt 2020.

Künftig provate Investoren im Boot?

Im Nachhinein hätte er es besser gefunden, wenn auch die Feuerwache Nord durch einen kompletten Neubau ersetzt worden wäre. „Vielleicht wäre es künftig ja auch mal möglich, neue Wege zu denken und beispielsweise ÖPP-Projekte umzusetzen“, regte der Liberale an. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine „öffentlich-private Partnerschaft”. Konkret bedeutet das, dass ein privater Investor das Bauvorhaben realisiert und die Kommune das Gebäude dann anmietet. So ist beispielsweise das neue Feuerwehrhaus des Löschzuges Kilver in Rödinghausen gebaut worden.

Die Ratsmitglieder sprachen sich einstimmig für den Neubau Auf dem Fienberge aus. Gleichzeitig soll aber die ÖPP-Option für die Finanzierung näher betrachtet werden.

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