Sa., 18.01.2020

Rüdiger Bockhorst (59) tritt für die Grünen als Bürgermeisterkandidat an Der Überraschungskandidat

Will ins Rathaus: Rüdiger Bockhorst, der für die Grünen in der Gemeinde Kirchlengern für das Bürgermeisteramt kandidieren wird. Bockhorst ist seit Mitte 2019 Mitglied der Grünen.

Will ins Rathaus: Rüdiger Bockhorst, der für die Grünen in der Gemeinde Kirchlengern für das Bürgermeisteramt kandidieren wird. Bockhorst ist seit Mitte 2019 Mitglied der Grünen. Foto: Daniel Salmon

Von Hilko Raske

Kirchlengern  (WB). Ihn hatte mit Sicherheit kaum jemand auf dem Schirm: Rüdiger Bockhorst (59) will für die Grünen in Kirchlengern Bürgermeister werden. Damit ist er nach Amtsinhaber Rüdiger Meier (63, CDU) und Pfarrerin Ulrike Schwarze (55, parteilos, tritt für die SPD an) der Dritte, der seinen Hut in den Ring wirft.

Bislang ist Bockhorst in der Elsegemeinde kommunalpolitisch noch nicht in Erscheinung getreten. Wie kommt man dann zu den Grünen und entscheidet sich überdies gleich dafür, um das wichtigste Amt in der Gemeindeverwaltung zu kandidieren? „Ich habe Sport und Biologie auf Lehramt studiert. Die Nähe zu

Rüdiger Bockhorst. Foto: Jan Voth

ökologischen Themen war dadurch immer schon vorhanden“, erzählt er. Und mit Blick auf die eigenen Kinder – Bockhorst ist vierfacher Vater – habe er sich die Frage gestellt, was in den Bereichen Ökologie, aber auch Klimaschutz bewegt werden kann. „Wir haben eine Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Das hat mich lange umgetrieben. Ich will Farbe bekennen und deutlich machen, wo ich stehe. Ich habe deshalb Anfang des vergangenen Jahres den Antrag auf Mitgliedschaft bei den Grünen gestellt. Seit Mitte des Jahres bin ich offiziell dabei.“

Thema Bildungsgerechtigkeit

Ein weiteres Thema, das Bockhorst am Herzen liegt: die Bildungsgerechtigkeit. „Das treibt mich seit 30 Jahren um – und hier habe ich berufsbedingt reichlich Erfahrung auf Bundes- und Landesebene sowie im kommunalen Bereich sammeln können.“ Bockhorst weiß, wovon er spricht. Nach dem Studium war er in der Lehrerfortbildung tätig. Von 2002 bis 2012 war er Direktor des Programms „Gesunde Lebenswelten gestalten“ der Bertelsmann-Stiftung und Mitglied des Führungskreises des Bertelsmann-Stiftung, seit 2013 ist er Projektmanager bei der Reinhard-Mohn-Stiftung. „Schwerpunkte sind dabei Bildung und Bildungsgerechtigkeit in OWL. Dazu zählen Projekte wie die Vorbeugung von Rechenschwierigkeit, die Übergange im Bildungssystem – beispielsweise von der Kita zur Schule – oder die Elternbeteiligung in Schulen. „All das findet auf kommunaler Ebene statt und wird auf kommunaler Ebene entschieden.“

Bevor er sich bereit erklärt habe, als Kandidat der Grünen für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, habe es natürlich Vorgespräche mit dem Ortsverband gegeben, um auszuloten, wo man politisch stehe. „Wir werden uns mit Sicherheit zum Klimawandel und Klimaschutz äußern und grundsätzliche Themen wie Mobilität, ÖPNV, Radwege, Bildungssysteme und Jugendhilfe im Blick haben. Weitere Schwerpunkte werden Digitalisierung und digitale Bildung sein – ich sehe hier keinen Widerspruch zur ökologischen Grundausrichtung der Grünen“, so Bockhorst. Auf dem Zettel habe er ferner Stichpunkte wie ärztliche Versorgung und Pflegeversorgung stehen – „alles Punkte, die den demografischen Wandel betreffen und die sich direkt vor Ort bemerkbar machen.“

Und wie schätzt er seine Chancen ein? „Entscheidend ist die Frage, wie wir unsere Schwerpunkte setzen und deutlich machen, wie wir sie umsetzen“, hält Bockhorst fest. Und was die Umsetzung betreffe – da habe er reichlich Erfahrung.

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