An der Grundschule Kirchlengern steigt die Zahl der Schüler deutlich
Zu wenig Klassenzimmer

Kirchlengern  (WB). Verwaiste Schulen, Pausenhöfe ohne Kinder – gerade im Bildungsbereich sind die Auswirkungen der Corona-Krise besonders deutlich geworden. Allerdings: Auch wenn viele Klassenzimmer derzeit leer stehen, gibt es an der Grundschule Kirchlengern ein Platzproblem. Schon in diesem Jahr fehle ein Raum, im nächsten Jahr seien es schon zwei zu wenig, informierte nun Birgit Schwidde-Koebke, Leiterin des Grundschulverbundes Elseaue, die Mitglieder des Schulausschusses.

Montag, 27.04.2020, 10:00 Uhr
In den kommenden zwei Jahren wird die Zahl der Schüler an der Grundschule Kirchlengern um 40 steigen. Dadurch fehlen bis zu zwei Klassenzimmer für den Unterricht. Diskutiert wird deshalb eine bauliche Erweiterung. Foto: Hilko Raske
In den kommenden zwei Jahren wird die Zahl der Schüler an der Grundschule Kirchlengern um 40 steigen. Dadurch fehlen bis zu zwei Klassenzimmer für den Unterricht. Diskutiert wird deshalb eine bauliche Erweiterung. Foto: Hilko Raske

Als Grund nennt der zuständige Fachbereichsleiter Michael Höke die steigenden Schülerzahlen. Würden im Schuljahr 2019/20 280 Mädchen und Jungen an der Grundschule Kirchlengern unterrichtet, würde die Zahl bis zum Schuljahr 2022/23 auf 320 Kinder ansteigen, um dann wieder allmählich zu fallen. „Die Zahlen haben uns überrascht. Das war nicht vorhersehbar“, so Höke.

Werkraum in der Musikschule

Für das kommende Schuljahr habe man das Problem gelöst: Mit dem Werkraum wolle man in die benachbarte Musikschule ziehen, der eigentliche Werkraum solle zum Klassenzimmer ausgebaut werden. Aber vom Schuljahr darauf an würde für drei Jahre ein Klassenzimmer fehlen. Wo man das herbekommen solle, wisse man derzeit noch nicht. Den generell seien die Raum- und Platzkapazitäten im Bereich der Grundschule Kirchlengern begrenzt. Schon jetzt würden sich im normalen Schulbetrieb in den Pausen sehr viele Schüler auf dem relativ kleinen Schulhof aufhalten. Würde man beispielsweise einen Raumcontainer auf das Schulgelände stellen, würde der Pausenhof noch kleiner, gleichzeitig würden sich noch mehr Kinder auf dem Pausenhof tummeln.

In der Vergangenheit habe man, sofern der Elternwunsch vorgelegen habe, auch Kinder aus Stift Quernheim am Standort Kirchlengern eingeschult. „Wenn allerdings die Kapazitäten in Kirchlengern nicht mehr ausreichen, können und werden wir das auch ablehnen“, sagte Höke.

Geländegröße wird zum Problem

Er verwies darauf, dass Kirchlengern ja ein Standort des Grundschulverbundes Elseaue sei. Und während es in Kirchlengern ganz eng werde, habe man am Standort Südlengern Kapazitäten frei. „Aber erzählen sie mal Eltern, das ihre Kinder über die Bahnlinie zur Grundschule Südlengern müssen“, gab er zu bedenken. Eine weitere Möglichkeit wäre, Schulbezirksgrenzen zu beschließen. So könnten beispielsweise die Grundschüler aus Häver – sie besuchen derzeit in der Regel den Schulstandort Kirchlengern – der Grundschule Südlengern zugeordnet werden.

Vor allem die letztere Alternative stieß zumindest bei der SPD auf wenig Begeisterung. Man habe bereits mit Eltern aus dem Ortsteil Häver darüber gesprochen, sagte SPD-Fraktionschef Oliver Lüking. „‚Nach Südlengern wollen wir nicht‘ haben wir zuhören bekommen“, gab Lüking den Tenor dieser Gespräche wieder.

Er forderte, eine dauerhafte Lösung direkt am Schulstandort Kirchlengern zu finden. Schulleiterin Birgit Schwidde-Koebke gab jedoch zu bedenken, dass das Gelände, das der Schule zur Verfügung stehe, endlich sei. „Und es wird nicht größer“. Schon jetzt bewege sich die Geländegröße an der Grenze dessen, was Schulkinder benötigten. Lüking schlug vor, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Schule ein Konzept erstellen solle, was an baulichen Erweiterungen am Standort Kirchlengern möglich wäre. Die Ausschuss votierte einstimmig für diesen Vorschlag.

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