Kirchlengeraner Ratsmehrheit votiert gegen die Wiedereröffnung
Aqua Fun bleibt geschlossen

Kirchlengern (WB). Das alte Freizeitbad Aqua Fun wird nicht mehr geöffnet, eine UV-Anlage, mit der die Legionellenbelastung möglicherweise in den Griff zu bekommen wäre, wird nicht angeschafft. Diese Entscheidung traf der Rat der Gemeinde Kirchlengen in einer geheimen Abstimmung. 17 Ratsmitglieder sprachen sich für die Beibehaltung der Schließung aus, 15 votierten dagegen, ein Ratsmitglied enthielt sich.

Sonntag, 28.06.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 10:08 Uhr
Das alte Freizeitbad Aqua Fun bleibt bis auf weiteres geschlossen – das hat der Rat Kirchlengern mehrheitlich entschieden. Foto: Hilko Raske
Das alte Freizeitbad Aqua Fun bleibt bis auf weiteres geschlossen – das hat der Rat Kirchlengern mehrheitlich entschieden. Foto: Hilko Raske

Zur Vorgeschichte: Das Aqua Fun war am 4. März geschlossen worden. Hintergrund war eine zunehmende Legionellenbelastung im Bereich der Wasserversorgung, die vom Gesundheitsamt eng begleitet durch betriebstechnische Maßnahmen nicht mehr sicher im unbedenklichen Bereich gehalten werden konnte. Letztlich wurde das Bad in Absprache mit dem Gesundheitsamt zur Vermeidung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorsorglich geschlossen.

Alte Rohre als Problem

Ursprünglich war geplant, während des Neubaus – er liegt auf dem gleichen Gelände weiter nördlich – das Aqua Fun geöffnet zu halten. Damit sollten Schwimmkurse, Reha-Sport, Schulschwimmen, und die Aktivitäten der DLRG Kirchlengern weiterhin ermöglicht werden.

Die Verwaltung hatte die Kosten für den Kauf einer Anlage nur für den Hallenbadbereich mit etwa 35.000 Euro beziffert. Zudem spare man durch die Schließung insgesamt etwa 350.000 Euro an laufenden Betriebskosten ein. Der Einbau der UV-Anlage selber wiederum würde sechs bis acht Wochen dauern. Allerdings: Die Hersteller beziehungsweise Lieferanten sehen zwar große Erfolgschancen, geben aber keine Garantie für den dauerhaften Rückgang der Legionellenbelastung.

Den Grund nannte Fachbereichsleiter Karl-Heinz Saße: „Eine Garantie kann uns aufgrund des alten Rohrleitungssystems nicht gegeben werden.“ Saße verwies auch auf die zeitlichen Abläufe. Mit der neuen Anlage bekäme man das alte Aqua Fun ab September wieder geöffnet – müsste es im nächsten Juni aber aufgrund der Abbruchvorbereitungen wieder schließen.

Fachbereichsleiter Michael Höke gab zudem zu bedenken, dass aufgrund der Corona-Maßnahmen und Abstandsregelungen sowieso sich nur maximal 30 Personen im Becken aufhalten dürften, die im Kreis schwimmen müssten.

Lehrauftrag in Gefahr

Bei der SPD stieß die Beibehaltung der Schließung auf wenig Gegenliebe. Ingo Scheiding hob noch einmal hervor, wie wichtig ein geöffnetes Aqua Fun beispielsweise für die DLRG – die immerhin 450 Mitglieder habe – sei . Und auch die Schulen könnten ihrem Lehrauftrag nicht nachkommen, der vorsehe, dass Kindern in der Grundschule die Schwimmfähigkeit bis zum Schwimmabzeichen vermittelt werde. Eine Haltung, die auch von den Schulpflegschaften geteilt werde, betonte Scheiding.

CDU-Fraktionschef Christian Bobka hob hervor, dass es erstens keine Garantie gebe, das Legionellenproblem in den Griff zu bekommen, und zweitens das alte Bad sowieso Mitte des kommenden Jahres außer Betrieb genommen werde. Auch die CDU hätte es gefreut, wenn das Bad länger in Betrieb geblieben wäre. „Aber leider ist es marode.“

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