Photovoltaik-Anlage auf der Reesberg-Deponie fertig gestellt
2400 Solarmodule produzieren Strom

Kirchlengern (HK). Fast 2400 Solarmodule sind verbaut: Auf einem stillgelegten Teil der Boden- und Bauschuttdeponie Reesberg in Kirchlengern ist die Photovoltaikanlage fertig gestellt – Bauherrin der Anlage ist die Friedensfördernde Energie-Genossenschaft Herford eG (FEGH eG). Es ist die dritte und größte Anlage der Genossenschaft, die gemeinsam mit dem Kreis Herford realisiert wurde und sie soll jährlich rund 1,087 Gigawatttstunden Energie produzieren – mit einer jährlichen C02-Einsparung von 273 Tonnen.

Samstag, 15.08.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 15.08.2020, 05:10 Uhr
Die Reesberg-Deponie aus der Vogelperspektive. Die Friedensfördernde Energie-Genossenschaft Herford eG hat hier gemeinsam mit dem Kreis Herford eine Photovoltaik-Anlage realisiert, die jährlich rund 1,087 Gigawatttstunden Energie produzieren soll. Foto: Kreis Herford
Die Reesberg-Deponie aus der Vogelperspektive. Die Friedensfördernde Energie-Genossenschaft Herford eG hat hier gemeinsam mit dem Kreis Herford eine Photovoltaik-Anlage realisiert, die jährlich rund 1,087 Gigawatttstunden Energie produzieren soll. Foto: Kreis Herford

Die Gesamtkosten von mehr als einer halben Million Euro finanziert die Genossenschaft über Mitgliederdarlehen, Genossenschaftsanteile sowie über einen Kredit der Sparkasse Herford. Baubeginn war Anfang Juni – der gesamte Planungsprozess hat jedoch bereits im Sommer 2018 begonnen.

Bei der Planung der Anlage musste die besondere Bodenbeschaffenheit der Deponie bedacht werden. Die Bodenschicht ist bis zur Dichtungsbahn lediglich einen Meter tief. Dort dürfen die Verankerungen der Aufbauten nicht tiefer als 50 Zentimeter in den Boden eindringen – auch ein mögliches Absacken muss verhindert werden. Deshalb wird ein in Deutschland bisher selten verwendetes Verankerungssystem eines italienischen Herstellers eingesetzt. Die darauf verschraubten Unterkonstruktionen werden 2378 Solarmodule mit einer Leistung von zusammen 750 Kilowatt-Peak (KWp) tragen. Ein Kilowatt-Peak entspricht an einem Standort in Deutschland etwa 1000 Kilowattstunden.

Drohne dokumentierte Bau

Der Bau dieser besonderen Anlage durch die Firma „Planet in Green Construction“ aus Bad Salzuflen wird vom Kreis Herford auch über eigene Drohnen-Aufnahmen schrittweise festgehalten. Die Kamera-Drohne ist auf der Deponie des Kreises Herford seit einem Jahr im Einsatz und dokumentiert, wie sich das Deponiegelände im Laufe der Zeit verändert. Die PV-Anlage auf der Deponie ist die dritte und größte Anlage der Herforder Genossenschaft, die in Zusammenarbeit mit dem Kreis Herford entsteht: Zwei weitere Anlagen sind auf den Dächern der Kreissporthalle in Herford (184,4 kWp) und des Erich-Gutenberg-Berufskolleg (79 kWp) in Bünde errichtet.

„Ich freue mich, dass das langgeplante Projekt jetzt endlich greifbar ist – in seiner gigantischen Größe ist jetzt im wahrsten Sinne des Wortes zu sehen, was im Kreis Herford für den Klimaschutz gemacht wird“, sagte Landrat Jürgen Müller bei der Einweihung der Anlage am Freitag. Der Kreis Herford habe in seinem Klimaschutzkonzept festgelegt, dass der CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent gesenkt werde – dazu trage dieses Projekt bei. „Bemerkenswert finde ich auch das große Engagement der Genossenschaft, denn von der Planung bis heute ist viel Zeit und viel Arbeit hineingeflossen. Mich freut besonders, dass auch Menschen ohne Wohneigentum hier die Möglichkeit haben, regenerative Energien in ihrem eigenen Umfeld zu fördern.“ „Besonders gefreut hat mich, dass so viele Bürgerinnen und Bürger die Photovoltaikanlage mit finanziert haben – ein Zeichen dafür, dass die Energiewende unterstützt wird. Solch eine engagierte Beteiligung ist für die Bereitstellung von ausreichend erneuerbarer Energie für Privathaushalte und Wirtschaft enorm wichtig“, sagte Barbara Rodi vom Vorstand der Genossenschaft.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7535221?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2645482%2F
Comeback mit Auswärtspunkt
Arminias Cebio Soukou (links, hier gegen Frankfurts Martin Hinteregger) erzielte das 1:0 für den Aufsteiger. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker