Studentin Lisa Jerrentrup beschäftig sich in ihrer Abschlussarbeit mit wichtigem Thema
Wie barrierefrei ist Kirchlengern?

Kirchlengern (HK). Wie gut ist die Barrierefreiheit in Kirchlengern und was kann man noch verbessern? Diese Frage hat sich Lisa Jerrentrup, Studentin an der Hochschule Osnabrück im Rahmen ihrer Masterarbeit „Kirchlengern für Alle – Handlungsempfehlungen zur Barrierefreiheit im öffentlichen Freiraum“ im Studiengang Landschaftsbau gestellt.

Dienstag, 18.08.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 18.08.2020, 05:20 Uhr
Olaf Hemker, Ursula Borgelt, Karl-Heinz Saße, Bürgermeister Rüdiger Meier, Lisa Jerrentrup und Silke Schwarz passieren bei der Ortsbegehung eine für Menschen mit Handicap nur schwer zu Bewältigende Einmündung. Foto: Carolin Bittner
Olaf Hemker, Ursula Borgelt, Karl-Heinz Saße, Bürgermeister Rüdiger Meier, Lisa Jerrentrup und Silke Schwarz passieren bei der Ortsbegehung eine für Menschen mit Handicap nur schwer zu Bewältigende Einmündung. Foto: Carolin Bittner

In enger Kooperation mit der Gemeindeverwaltung hat sie daher untersucht, inwiefern die Barrierefreiheit gegeben ist und was es noch zu verbessern gibt. Bauliche Anlagen gelten als barrierefrei, wenn sie für Menschen mit Behinderung ohne fremde Hilfe und ohne Schwierigkeiten nutzbar sind. Und Gehwege oder Eingänge sollen natürlich für jeden nutzbar sein.

Markante Punkte ermittelt

„Und Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Handicap wichtig, auch andere Personengruppen wie Senioren oder Mütter mit Kinderwagen profitieren“, erklärt Bürgermeister Rüdiger Meier. Deswegen wolle sich die Gemeinde dem wichtigen Thema öffnen und die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ausbauen. „Als die Hochschule Osnabrück mit dem Anliegen an uns herangetreten ist, haben wir das als Chance gesehen, uns im Rahmen der geplanten Ortskernsanierung zu verbessern und so mögliche Fehler von vornherein zu vermeiden“ So müssten zum Beispiel Gehwege breit genug sein, damit Rollstuhlfahrer ohne Probleme an Mülltonnen vorbeikommen könnten.

Im Rahmen der Masterarbeit hat Lisa Jerrentrup markante Ortspunkte in Kirchlengern herausgearbeitet, die für die Öffentlichkeit besonders wichtig sind, wie der Bahnhof, das Rathaus, das Aqua Fun oder verschiedene Hauptverkehrsstraßen. Bei Ortsbegehungen wurde dann ermittelt, welche Aspekte der Barrierefreiheit erfüllt wurden. „In Kirchlengern wurde schon einiges für die Barrierefreiheit getan, aber es gibt noch viel Verbesserungsbedarf“, erklärt Jerrentrup ihre Ergebnisse. Ein Problembereich sei zum Beispiel der Einmündungsbereich Lübbecker Straße/Fiemerstraße. „Diese ist mit Verkehr aus drei Richtungen und einer zweiseitigen Steigung für Menschen mit Beeinträchtigung sehr schwer zu überwinden“, so Jerrentrup. Auch die Blindenleitsysteme am Bahnhof seien verbesserungswürdig, da sie zu nah an der Straße entlangführten und nicht mehr dem aktuellen Stand entsprächen.

Meier mit Rollstuhl unterwegs

Bei einer der Ortsbegehungen wurde Lisa Jerrentrup von Bürgermeister Rüdiger Meier und Karl-Heinz Saße, Fachbereichsleiter Planen und Bauen der Gemeinde Kirchlengern, begleitet. Der Bürgermeister hatte sich sogar, um die Probleme, die es für Menschen mit Handicap gibt nachzuempfinden, in einen Rollstuhl gesetzt. „Das hat mir gezeigt, dass selbst die kleinsten Kanten ein unüberwindliches Hindernis mit einem Rollstuhl darstellen können“, so Meier.

Da müsse auf jeden Fall dran gearbeitet werden. Und was genau gemacht werden müsse, arbeitet Lisa Jerrentrup in ihrer Masterarbeit heraus und stellt diese nach Beendigung auch der Gemeinde zur Verfügung. Anregungen dafür hat sie sich auch bei einer Sitzung des Senioren- und Behindertenbeirats geholt. „Denn Ortsansässige wissen am ehesten, wo es noch Probleme gibt, die ich so nicht unbedingt erkenne“, so Jerrentrup. Und die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und der Hochschule läuft gut. „Wir wollen in Zukunft öfter mit Masterstudenten kooperieren. Sie können zum Beispiel bei der Planung von Radwegenetzen helfen“, erklärt Rüdiger Meier daher.

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