Zwei Pädagogen des Grundschulverbunds Elseaue haben Corona – Unterricht auf Distanz für 400 Schüler – Eltern sauer
Nach Lehrertreffen: komplettes Kollegium in Quarantäne

Kirchlengern (WB). Nachdem sich alle Pädagogen des Kirchlengeraner Grundschulverbundes Elseaue (zwei Standorte, etwa 400 Schüler) am vergangenen Donnerstag zu einer Besprechung getroffen haben, wurden zwei Personen aus der Runde positiv auf das Coronavirus getestet. Das gesamte Kollegium befindet sich daher nun in häuslicher Isolation.

Dienstag, 10.11.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 06:02 Uhr
Das komplette Lehrerkollegium des Grundschulverbunds Elseaue steht unter Quarantäne. Am Donnerstag hatte sich die Lehrerschaft zu einer Besprechung getroffen. Zwei Pädagogen waren dann positiv auf das Coronavirus getestet worden. Foto: dpa
Das komplette Lehrerkollegium des Grundschulverbunds Elseaue steht unter Quarantäne. Am Donnerstag hatte sich die Lehrerschaft zu einer Besprechung getroffen. Zwei Pädagogen waren dann positiv auf das Coronavirus getestet worden. Foto: dpa

Ab dem heutigen Dienstag bis zum 20. November findet an den beiden Schulstandorten in Kirchlengern und Südlengern für die Mädchen und Jungen kein Präsenzunterricht statt. In einer Mitteilung, die dieser Zeitung vorliegt, hatte Schulleiterin Birgit Schwidde-Koebke die Elternschaft über die entsprechenden Entwicklungen informiert.

Vorerst Lernen auf Distanz

Michael Höke, zuständiger Fachbereichsleiter im Kirchlengeraner Rathaus, bestätigte das gemeinsame Treffen des Elseaue-Kollegiums in der vergangenen Woche. „Dabei wurde aber auf sämtliche notwendigen Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen geachtet“, betonte er auf Anfrage dieser Zeitung. Dem routinemäßigen Corona-Test hatten sich alle Pädagogen ebenfalls am Donnerstag unterzogen. Die Ergebnisse seien den positiv getesteten Lehrern dann am letzten Sonntag zugestellt worden. Schule und Gemeindeverwaltung reagierten am Montag umgehend. „Zwei Klassenverbände, die von den beiden betroffenen Pädagogen unterrichtet wurden, befinden sich ebenfalls unter häuslicher Beobachtung.“

Laut Höke finde für alle Kinder nun vorerst sogenanntes Lernen auf Distanz statt. Das sei gut möglich, weil die Gemeinde die Schüler erst kürzlich mit Tablet-PCs ausgerüstet habe: „Das ist sozusagen unsere Nagelprobe.“ Gleichzeitig betont der Fachbereichsleiter, dass es sich nicht um eine Schulschließung handele. „Weil ja ‚nur‘ die Lehrer in Quarantäne sind und der Distanzunterricht gewährleistet ist. Zudem bieten wir eine OGS-Notbetreuung an, so wie wir es im Frühjahr schon mal gemacht haben, um als Gemeinde den Eltern in dieser Situation zumindest etwas entgegenkommen. Auch dort werden die Kinder mit den Tablet-PCs unterrichtet.“

Notbetreuung eingerichtet

Vorerst findet an den Standorten des Grundschulverbunds kein Präsenzunterricht statt.

Vorerst findet an den Standorten des Grundschulverbunds kein Präsenzunterricht statt. Foto: Hilko Raske

Allerdings könne dieses Betreuungsformat nur in einer abgespeckten Version bereitgestellt werden. Entsprechende Gespräche mit der Jugendhilfe Schweicheln, der Trägerin des Ganztags, seien bereits geführt worden. Aufgrund der personellen Situation könne maximal 50 Prozent der regulären OGS-Kinderzahl – in Südlengern werden normalerweise 40 Kinder betreut, in Kirchlengern 80 – aufgenommen werden „Zudem müssen wir die Zeiten reduzieren“, so Höke. Die Notbetreuung werde daher montags bis freitags jeweils von 7.30 bis 15.30 Uhr angeboten. Zudem werde darauf geachtet, dass zunächst Kinder, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, in die Gruppen aufgenommen werden. Diese seien bereits kontaktiert worden, erklärt Höke.

Eltern sind sauer

Eine betroffene Mutter (Name der Redaktion bekannt), deren Kind den Grundschulverbund Elseaue besucht, findet den Einsatz der Gemeinde und der Schule zwar löblich. „Aber ich finde es sehr ärgerlich, wie es überhaupt zu der Situation gekommen ist. Alle müssen wegen der Corona-Lage auf Abstand gehen, und das sich dann die Lehrer treffen, finde ich schon unverantwortlich.“ Ihrer Meinung nach hätte man statt einer persönlichen Besprechung auch eine Videokonferenz abhalten können. „Eine Freundin von mir ist Lehrerin an einer anderen Schule – und da wird das auch so gehandhabt. Mein Kind ist nun jedenfalls sehr traurig, dass es nicht in die Schule gehen kann”, so die Kirchlengeranerin.

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