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Sa., 24.09.2016

Familienministerin wird Schirmherrin der »Allee des Grundgesetzes« Verfassung bleibt besonders

Die Schirmherrschaft für die »Allee des Grundgesetzes« hat (vorne von rechts) Familienministerin Christina Kampmann übernommen. Nun hofft sie mit Jochen Birtsch (»Gemeinsam für Vielfalt«), der SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück, Ramona Kämper (»Gemeinsam für Vielfalt«), Bürgermeister Bernd Poggemöller und Hans Henning Blomeyer auf viele Paten für die Apfelbäume.                                                                                                              

Die Schirmherrschaft für die »Allee des Grundgesetzes« hat (vorne von rechts) Familienministerin Christina Kampmann übernommen. Nun hofft sie mit Jochen Birtsch (»Gemeinsam für Vielfalt«), der SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück, Ramona Kämper (»Gemeinsam für Vielfalt«), Bürgermeister Bernd Poggemöller und Hans Henning Blomeyer auf viele Paten für die Apfelbäume.                                                                                                               Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Rajkumar Mukherjee

Löhne (WB). Das Grundgesetz der Bundesrepublik ist etwas Selbstverständliches? Nein, sagen die Sprecher der Löhner Bürgerinitiative »Gemeinsam für Vielfalt«. Das findet auch NRW-Familienministerin Christina Kampmann. Am Freitag hat sie die Schirmherrschaft für das Projekt »Allee des Grundgesetzes« übernommen.

»Wir können nicht oft genug darauf aufmerksam machen, dass das Grundgesetz die unveräußerlichen Rechte eines jeden Bürgers sichert. Deshalb habe ich die Schirmherrschaft sehr gerne übernommen«, sagte Christina Kampmann.

Die »Allee des Grundgesetzes« ist ein Projekt der Löhner Bürgerinitiative »Gemeinsam für Vielfalt«. Nach und nach soll die »Allee« entlang des Fußwegs von der Straße In der Heide aus entstehen. Zehn Apfelbäume werden gepflanzt, Baumpaten gesucht. Dazu gibt es Hinweistafeln, die auf ausgewählte Grundrechte aufmerksam machen sollen.

Auszeichnung macht Baumaktion möglich

Die Baumaktion wird durch eine mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung möglich. Wie berichtet, war die Initiative im vergangenen Jahr durch die Bundesinitiative »Bündnis für Demokratie und Toleranz« der Bundesministerien des Innern und der Justiz gewürdigt worden.

Die Löhner Bürgerinitiative habe sich bereits 2012 zusammengeschlossen, um der sogenannten Justizopferhilfe und deren »Botschaft von Germanitien« ein »sichtbares Zeichen« entgegenzusetzen, sagte Ramona Kämper, Sprecherin der Bürgerinitiative. »Die Reichsbürgerbewegung bestreitet die Gültigkeit des Grundgesetzes. Deshalb möchten wir mit der ›Allee des Grundgesetzes‹ ein deutliches Zeichen dagegen setzen und den Löhnern etwas von der Auszeichnung zurückzugeben«, sagte sie.

Doch auch allgemein sei es wichtig, auf die Bedeutung der Verfassung aufmerksam zu machen, sagte Jürgen Birtsch, ebenfalls Sprecher der Bürgerinitiative. »Oft ist derzeit zu beobachten, wie leichtfertig mit dieser Idee umgegangen wird. Dabei ist schon der erste Artikel mit dem Satz ›Die Würde des Menschen ist unantastbar‹ nicht selbstverständlich«, sagte er.

Mitglied des Parlamentarischen Rates

Die Erlaubnis, die »Allee des Grundgesetzes« auf privatem Grund anzusiedeln, gab Familie Blomeyer. Über den Vater von Hans Henning Blomeyer gibt es sogar eine direkte Verbindung zur Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes. Wie die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ausweist, gehörte Blomeyers Vater von Sommer 1948 an dem Parlamentarischen Rat an, der den politischen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg einleitete. »Mein Vater beschäftigte sich mit der Frage, ob es ein Mehrheits- oder Verhältniswahlrecht geben soll. Oder, wie wir es jetzt haben, eine Kombination aus beidem«, sagte Hans Henning Blomeyer.

Auch die Stadt Löhne ist von der »Allee« überzeugt und unterstützt das Projekt etwa mit einer Haftpflichtversicherung. »Aktuell wird etwa von Flüchtlingen gefordert, dass sie das Grundgesetz achten. Dabei gehören andererseits auch das Asylrecht und die Religionsfreiheit dazu«, sagte Bürgermeister Bernd Poggemöller.

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