Sa., 23.12.2017

Friedel Röttger baut in der Christuskirche als letztes die Krippe auf Bereit für Heiligabend

Wenn an Heiligabend auch die vierte Kerze des Adventskranzes brennt, feiert die Kirchengemeinde Obernbeck die Geburt von Jesus Christus. Küster Friedel Röttger hat alle Vorbereitungen dafür getroffen.

Wenn an Heiligabend auch die vierte Kerze des Adventskranzes brennt, feiert die Kirchengemeinde Obernbeck die Geburt von Jesus Christus. Küster Friedel Röttger hat alle Vorbereitungen dafür getroffen. Foto: Frank Dominik Lemke

Von Frank Dominik Lemke

Löhne-Obernbeck (WB). Die beiden Christbäume vor der Kanzel und dem Taufstein sind geschmückt. Als letztes baut Friedel Röttger die Krippe in der Christuskirche auf. Dann kann das Fest beginnen. Die Evangelische Kirchengemeinde in Obernbeck feiert Heiligabend zwei Christvespern mit etwa 2200 Besuchern, plus Nachtgottesdienst.

Seit dem ersten Advent hat der 63-Jährige viel zu tun: Weihnachtsbäume bestellen, Lichterketten durchsehen und Ersatzbirnen kaufen, die Fenster der Kirche mit Kerzen und kleinen Engeln schmücken. Sind die Liederbücher alle in Ordnung? Haben wir genug Stühle? Ach ja, zwischendurch noch an die Weihnachtsfeiern im Gemeindehaus denken. Die Liste ist lang.

2200 Besuchern sieht er gelassen entgegen

»So arbeitet man sich Stück für Stück vor«, sagt Friedel Röttger. Der Mann mit dem weißen Bart, Wollpulli und Karohemd sieht den 2200 Besuchern gelassen entgegen. Bei der Vorbereitung der Christvespern an Heiligabend geht er systematisch vor und hakt einen Punkt nach dem anderen ab. Jeden Tag ist er in der Kirche und kümmert sich um die Vorbereitungen. Dazu gehört auch die Liturgie.

Sechs Tage vor Heiligabend tragen die Kanzel und der Altar noch die liturgischen Symbole der Bußzeit. Der violette Stern an der Kanzel symbolisiert den Übergang in der Weihnachtszeit zur Feier der Geburt von Jesus Christus. Wenn Pfarrer Thomas Struckmeier Heiligabend vor der Gemeinde predigt, wird anstelle Violett die Farbe Weiß das strahlende Licht des Heilandes symbolisieren.

»Diese Kirche ist unsere Heimat.«

»Diese Kirche ist unsere Heimat«, sagt Friedel Röttger. Der gebürtige Obernbecker ist hier groß geworden. Als kleiner Junge hat er sehnlich auf die Christvesper vor Heiligabend gewartet. »So lange ich mich erinnern kann, ist das der Startschuss für die Familien gewesen, die Sorgen des Alltags loszulassen und die Geburt Christi zu feiern«, sagt Friedel Röttger. Die Krippe, die er einen Tag vor dem Fest am Altar aufbaut, ist die gleiche wie vor 40 Jahren.

Die Christuskirche ist ein wesentlicher Teil von Obernbeck. Deswegen engagieren sich viele Gemeindemitglieder ehrenamtlich. Einen traditionellen Küster gibt es nicht mehr. Vor acht Jahren hat Friedel Röttger mit sechs weiteren Helfern die Arbeit des Küsters übernommen. Dieser Kreis aus Ehrenamtlichen organisiert ebenfalls die Lesungen in den Gottesdiensten.

Starker Zusammenhalt in der Gemeinde

Das Ehrenamt ist für Friedel Röttger etwas ganz natürliches: »Das wertvollste im Leben ist der Umgang mit Menschen. Ich mag es zu geben, weil ich die Menschen hier in Obernbeck sehr schätze. So manches liebevolle Wort ersetzt oft große Geschenke.« Viele Obernbecker würden das so sehen. Deswegen sei der Zusammenhalt in der Gemeinde so stark.

Die Christvespern der Evangelischen Kirchengemeinde Obernbeck sind an Heiligabend um 15.30 Uhr und 17.30 Uhr in der Christuskirche. Der traditionelle Nachtgottesdienst beginnt um 22.30 Uhr.

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