Mi., 27.06.2018

Verein untersucht 72 Proben in Löhne – Landwirte sehen keinen Zusammenhang mit dem Düngen Hohe Nitratwerte in Privatbrunnen

Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im Verein VSR-Gewässerschutz, ist an der Untersuchung von 72 Proben aus Löhner Privatbrunnen beteiligt gewesen.

Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im Verein VSR-Gewässerschutz, ist an der Untersuchung von 72 Proben aus Löhner Privatbrunnen beteiligt gewesen.

Löhne/Bad Oeynhausen (WB/muk). Hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der Verein VSR-Gewässerschutz mit Sitz in Geldern in aktuell entnommenen Proben aus Löhner Privatbrunnen festgestellt. In jeder zehnten untersuchten Probe habe die Nitratkonzen­tration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) gelegen.

Der Schlussfolgerung des Vereins, dass das Düngeverhalten von Landwirten der Grund dafür sein könnte, widerspricht dagegen Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld. Er ist auch Vorsitzender der Wasserkooperation Herford-Bielefeld, in der sich Wasserversorger und Landwirte zusammengeschlossen haben, um das Grundwasser zu schützen.

Insgesamt 72 Wasserproben im Raum Löhne und Bad Oeynhausen hatten VSR-Projektleiter Harald Gülzow und Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, für die Untersuchung entgegengenommen. Die Proben waren von Privatpersonen im Rahmen einer Informationsveranstaltungen am 2. Mai in Löhne abgegeben worden.

Landwirte sehen Problem in flachen Privatbrunnen

Den höchsten Wert ermittelten die VSR-Mitglieder mit 152 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l) in einem privat genutzten Brunnen in Obernbeck. Weitere »mit Nitraten stark verschmutzte« Brunnen seien in Bischofshagen mit 62 mg/l, in Gohfeld mit 73 mg/l, in Mennighüffen mit 102 mg/l und in Ostscheidt mit 85 mg/l festgestellt worden. Dieses Wasser sei wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Genuss geeignet. Derart belastetes Wasser könne zudem nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden, teilt der Verein VSR weiter mit. Es bestehe die Gefahr einer Massenvermehrung von Algen: Abgestorbene Pflanzen könnten anschließend zu Fischsterben führen.

Einblick in die Proben des Vereins VSR-Gewässerschutz habe der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford-Bielefeld bisher nicht gehabt. »Ich kenne den VSR, aber nicht die aktuellen Proben, und kann sie daher nicht einschätzen«, sagt Hermann Dedert. Zugleich verweist er auf eigene Informationen zum Thema Verschmutzung: Demnach gebe es mit offiziellen Brunnen und Entnahmestellen in NRW, im Bereich des Kreises Herford, »so gut wie keine Probleme«. Gemessene Werte lägen hier bei 10 bis 20 mg/l oder darunter. »Es gibt ein Problem in Bünde, aber daran wird gearbeitet«, sagt Hermann Dedert. Er verweist zugleich auf das »Problem der flachen Privatbrunnen« und einer Tiefe von beispielsweise sechs bis sieben Metern. »Hier kann es unzählige Einflüsse auf das Gewässer geben«, sagt Hermann Dedert.

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