Mo., 08.10.2018

So hat das Studiopublikum den Halbfinaleinzug des Duos »Scheer« in Köln erlebt »X Factor«: Was der TV-Zuschauer nicht sieht

Während des Auftritts von Michael Klein (links) und Christian Scheer vermittelt das Bühnenbild Wohnzimmer-Atmosphäre. In diesem intimen Rahmen kann die gefühlvolle Eigenkomposition »Das mutige Ich« ihre Wirkung vortrefflich entfalten

Während des Auftritts von Michael Klein (links) und Christian Scheer vermittelt das Bühnenbild Wohnzimmer-Atmosphäre. In diesem intimen Rahmen kann die gefühlvolle Eigenkomposition »Das mutige Ich« ihre Wirkung vortrefflich entfalten Foto: Sky/Ufa

Löhne/Köln (WB). Wie läuft eigentlich die Produktion einer Casting-Show ab? Dieser Frage ist Redakteur Malte Samtenschnieder am Freitag bei der ersten Live-Show der aktuellen »X Factor«-Staffel in Köln nachgegangen.  Dort stand unter anderem das heimische Duo »Scheer« auf der Bühne und hoffte – getragen von der Unterstützung zahlreicher Fans – auf den Einzug ins Halbfinale.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck beim Betreten des »X Factor«-Studios ist überwältigend. Inmitten blinkender Scheinwerfer und LED-Wände findet sich das »X« aus dem Shownamen sowohl in der Kulisse als auch auf der Bühne davor als zentrales Element wieder. Etwa eineinhalb Stunden vor der Show, die vom Bezahlsender Sky live aus den MMC Studios übertragen wird, herrscht geschäftiges Treiben. Nicht nur das Publikum erobert den Zuschauersaal nach und nach für sich.

Parallel laufen die letzten Vorbereitungen: Hier haucht jemand auf das Objektiv einer Kamera, um dann vorsichtig mit einem Stofftuch letzte Staubkörner zu entfernen. Dort füllt jemand spezielle »X Factor«-Becher mit Wasser, um sie anschließend auf dem Jury-Pult zu platzieren, an dem später Sido, Iggy, Jennifer Weist und Thomas Anders Platz nehmen. Sogar ein defektes Lichtelement im Bühnenboden wird ausgetauscht. Parallel zum Video- und Soundcheck hangeln sich Beleuchter per Strickleiter zu ihrem luftigen Arbeitsplatz.

Letzte Vorbereitungen

Bevor der Einheizer die gespannten »X Factor«-Besucher mit 1990er-Jahre-Disco-Musik in Partylaune bringt. Kommen die Moderatoren Charlotte Würdig und Ben Istenes auf die Bühne. Nicht nur, um die Besucher zu begrüßen. Verschiedene Kurzmoderationen werden aufgezeichnet. Die sogenannten Ansager werden später beispielsweise benötigt, um im laufenden Sky-Programm auf die nächsten »X Factor«-Live-Shows am 12. und 19. Oktober hinzuweisen.

Dann bringt der Einheizer das Publikum mächtig in Fahrt. Mittanzen, mitklatschen – passend zum Beginn der Live-Übertragung entlädt sich die Vorfreude der Zuschauer im Studio in einem begeisterten Begrüßungsapplaus für Jury und beteiligte Künstler.

Nahezu kein Leerlauf

Zwölf Acts – jeweils drei Kandidaten aus den Kategorien »Duos und Bands«, »Jungen bis 24 Jahre«, »Mädchen bis 24 Jahre« und »Soloacts über 25 Jahre« – stehen während der fast dreistündigen Show auf der Bühne. Ein Song folgt auf den nächsten. Viel Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht. Denn die vereinzelten Werbepausen sind kurz. Für die Besucher zu kurz, um zwischendurch auf die Toilette zu gehen.

Die Künstler haben es besser, obwohl sie das Showgeschehen von speziellen Sitzplätzen hinter dem Jurypult verfolgen, können sie sich notfalls in den Umbaupausen kurz aus dem Studio schleichen – wenn sie nicht gerade Kurzinterviews geben, die später im Sky-Programm oder bei Sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Twitter und Co. zu sehen sind.

Startnummer sieben

Mit Startnummer sieben gehen Christian Scheer aus Löhne und Michael Klein aus Bielefeld ins Rennen. Mit der gefühlvollen Interpretation seiner Eigenkomposition »Das mutige Ich« begeistert das Duo nicht nur die Jury, sondern auch die Fans im Publikum. Familie, Freunde, Arbeitskollegen, musikalische Weggefährten – etwa 60 Ostwestfalen sind ins Rheinland gekommen, um das Duo »Scheer« bei seinem Auftritt zu unterstützen. Der Support hilft. »Es ist alles so gelaufen, wie wir uns das vorgenommen hatten«, sagt Christian Scheer später dem WESTFALEN-BLATT.

Spannende Entscheidung

Am Ende der Show steigt die Spannung noch einmal. Denn beim Voting der Fernsehzuschauer liegen vier andere Künstler vorn. »Nachdem die beiden anderen Bands es bereits ins Halbfinale geschafft hatten, sind wir aber fest davon ausgegangen, dass uns unsere Mentorin Jennifer Weist ihren Joker geben würde«, sagt Christian Scheer nach der Show. Und so kommt es schließlich auch. Natürlich nimmt die Frontfrau der Band »Jennifer Rostock« das Duo »Scheer« mit ins Halbfinale.

Halbfinale im Blick

Mit dem Ende der Live-Übertragung ist für Christian Scheer, Michael Klein und die anderen Show-Beteiligten der Abend nicht zu Ende. Mit rot-weißem Absperrband riegeln Sicherheitsleute die Bühne ab, um das Vordringen allzu neugieriger Fans zu stoppen. Auch für das Duo »Scheer« folgen Interviews. Am nächsten Morgen steht ein Brainstorming mit Mentorin Jennifer Weist auf dem Programm. Dabei wird der Song fürs Halbfinale ausgewählt. Scheer: »Den Titel haben wir kürzlich geschrieben. Wie er heißt, darf ich nicht verraten.«

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