Fr., 07.12.2018

50 Jahre Löhne: Daniel Schneider begleitet das Stadtjubiläum als Pate »Liebe auf den zweiten Blick«

Daniel Schneider ist »waschechter Löhner«. Er freut sich darauf, das 50-jährige Jubiläum seiner Heimatstadt im nächsten Jahr als einer von 50 Paten zu begleiten.

Daniel Schneider ist »waschechter Löhner«. Er freut sich darauf, das 50-jährige Jubiläum seiner Heimatstadt im nächsten Jahr als einer von 50 Paten zu begleiten. Foto: Lea Barnowsky

Von Malte Samtenschnieder

Löhne  (WB). Wenn Löhne im Jahr 2019 seinen 50. Geburtstag feiert, sollen 50 Paten die Vielfalt der Stadt und ihrer Menschen repräsentieren. Einer von ihnen ist Daniel Schneider. Der Journalist und Theologe steht unter anderem bei der Auftaktveranstaltung am Sonntag, 20. Januar, in der Werretalhalle als Moderator auf der Bühne. Als »waschechter Löhner« fühlt sich der 39-Jährige bestens für diese Aufgabe qualifiziert.

»Ich würde meine Beziehung zu Löhne als ›Liebe auf den zweiten Blick‹ beschreiben«, sagt Daniel Schneider. Er sei in Löhne geboren, aufgewachsen und habe die Stadt mit Anfang 20 verlassen. »Damals war Löhne nichts Besonderes für mich. Ich bin dort zur Schule gegangen, habe dort Fußball gespielt. Mein Leben war also ziemlich normal.«

Als er im Jahr 2012 nach Löhne zurückgekehrt sei, habe er die Stadt dann neu schätzen gelernt. »Nicht zuletzt wegen der guten Angebote für Familien«, sagt der inzwischen dreifache Vater, der mit Frau und Kindern in Melbergen wohnt.

»Löhne ist kein Schlaraffenland«

»Vor meiner Rückkehr hätte ich nicht gedacht, dass mir Löhne einmal so wichtig werden könnte«, sagt Daniel Schneider. Gerade der »ostwestfälisch, provinzielle Charakter« der Region, der von Auswärtigen oft belächelt werde, sei für ihn reizvoll. Gleichwohl sei ihm klar, dass Löhne kein Schlaraffenland ist. Das spiegele sich auch im Charakter der Menschen wider. Dieser sei geprägt von einer gesunden Mischung aus Selbstbewusstsein und Demut.

An Löhne schätze er beispielsweise die guten Schulen und die Ausflugsmöglichkeiten, die insbesondere die Aqua Magica biete. »Dass Löhne keine richtige Innenstadt hat, fehlt mir nicht«, sagt Daniel Schneider. Er komme immer wieder gerne in die Stadt zurück, wenn er beruflich in Köln, Düsseldorf, Berlin oder Dortmund zu tun gehabt habe. Der 39-Jährige arbeitet als Fernsehautor für die WDR-Bildungsredaktion, ist Autor von Büchern wie »Wunderwaffe Wertschätzung«, »Tabu Trennung« und »Glaube, Hoffnung Liebe« und vielen durch seine Radiobeiträge in der Reihe »Kirche in 1Live« bekannt.

Diverse Veranstalungen geplant

Als er gefragt worden sei, ob er das Stadtjubiläum als einer von 50 Paten begleiten wolle, habe er gerne zugesagt. Bisher stehe nur das Programm für die Auftaktveranstaltung im Januar. Im weiteren Jahresverlauf seien aber noch diverse zusätzliche Veranstaltungen geplant. »Ich könnte mir beispielsweise ein besonderes Speed-Dating vorstellen, bei dem Leute aufeinandertreffen, die sonst eher nicht miteinander reden«, sagt Daniel Schneider. Mögliche Paarungen seien ein Rentner und eine Studentin oder ein Fußballer und ein Handballer. Der 39-Jährige: »Ziel wäre es, die Teilnehmer dazu zu bewegen, einander aus ihrem Leben zu erzählen.«

Auch könnte sich Daniel Schneider Aktionen unter dem Motto »Aus 50 mach 5000« vorstellen. »Vereine könnten die Aufgabe bekommen, aus 50 Euro Starkapital durch eine kreative Aktion 5000 Euro für einen guten Zweck zu erwirtschaften«, sagt der Löhner. Das könne zum Beispiel durch den Erwerb eines Waffeleisens und eine entsprechende Backaktion geschehen.

»Bürger können mitgestalten«

»Mit ist wichtig, dass alle Löhner das Stadtjubiläum als eine Möglichkeit begreifen, das Leben in der Stadt mitzugestalten«, sagt Daniel Schneider. So könne auch die Identität jedes einzelnen als Bürger der Stadt Löhne – und nicht als Bewohner eines Ortsteils wie Gohfeld, Mennighüffen oder Obernbeck – gestärkt werden. »Dabei soll aber keineswegs alles schöngeredet werden. Wir wollen vielmehr konstruktiv und gemeinsam an den Dingen arbeiten, die uns trennen.«

Er hoffe, dass sich durch das Stadtjubiläum Verbindungen und Freundschaften entwickeln, die die Stadt Löhne aufwerten, sagt Daniel Schneider. »Wenn wir alle unsere Ideen bündeln, kann etwas Neues entstehen. Dann kann es uns gelingen, eine Aufbruchstimmung zu erreichen, die sogar über das Jubiläumsjahr hinaus reicht.«

Das Konzept der Auftaktveranstaltung

Bei der Auftaktveranstaltung am Sonntag, 20. Januar, in der Werretalhalle steht Daniel Schneider die Youtuberin Nihan, ebenfalls eine gebürtige Löhnerin, als Co-Moderatorin zur Seite. Geplant ist eine Mischung aus Musik und Poetry Slam. Die Paten werden vorgestellt. Und in unterhaltsamen Talkblöcken soll das vielfältige Leben in Löhne durch interessante Gäste aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft sichtbar werden. Dabei wollen die Beteiligten den Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft werfen. Bei der Auftaktveranstaltung sollen darüber hinaus auch weitere Veranstaltungen und Ideen für das Jubiläumsjahr vorgestellt werden.

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