Sa., 08.12.2018

Mit Brücken und Freizeitflächen Wasser erlebbar machen und mit Stadtgebiet verbinden Werre soll Teil der Innenstadt werden

Ungenutztes Potenzial: Das Werreufer soll für Besucher auch auf der Südseite besser erreichbar und sichtbar werden. Dazu hat das Landschaftsarchitekturbüro Ehring verschiedene mögliche Maßnahmen in einem Rahmenplan vorgestellt.

Ungenutztes Potenzial: Das Werreufer soll für Besucher auch auf der Südseite besser erreichbar und sichtbar werden. Dazu hat das Landschaftsarchitekturbüro Ehring verschiedene mögliche Maßnahmen in einem Rahmenplan vorgestellt. Foto: Rajkumar Mukherjee/Archiv

Von Renée Trippler

Löhne (WB). Wie viel Nutzungspotenzial die Werre für die Löhner Innenstadt bietet, haben Ehm Eike Ehrig und Philipp Büsselmann den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses aufgezeigt. Die Landschaftsarchitekten haben in der Sitzung am Donnerstag einen Rahmenplan zur Werre­integration vorgestellt.

Eine Liegewiese, Sitzstufen am Werreufer, Fußwege und Brücken: Der Rahmenplan des Landschaftsarchitekturbüros Ehrig zeigt viele Möglichkeiten, wie der Fluss in mitten der Löhner Innenstadt besser genutzt und dadurch auch mit dem Stadtzentrum verbunden werden kann.

»Die Werre ist ein Pfund, mit dem Sie wuchern könnten«, begann Ehm Eike Ehrig die Präsentation. Könnten – denn derzeit gebe es kaum Bezüge zwischen Stadtgebiet und Naturraum. Auch freie Sicht auf das Wasser sei kaum vorhanden, das ergab die Bestandsaufnahme der Planer. Die Stadt beabsichtigt, im Rahmen der Städtebauförderung »Aktive Zentren«, die Werre gemäß dem Innenstadtkonzept ISEK besser in die Innenstadt zu integrieren.

Es soll verschiedene Rundwege geben

Derzeit gebe es nur zwei Bereiche zum Überqueren der Werre für Fußgänger, sagte Philipp Büsselmann. Das soll sich ändern: »Das Ziel ist, den Besuchern verschiedene Rundwege und somit eine abwechslungsreiche Erfahrung zu ermöglichen.« Dazu habe man neue An- und Verbindungsmöglichkeiten durch Brücken geplant. Auch »sinnvolle Ein- und Weitsichten« auf die Landschaft sollen ermöglicht werden. Der Bereich hinter der Werretalhalle soll mit einer multifunktionalen Terrasse zur Werre hin geöffnet werden. Der Plan sieht dort außerdem eine Sitzstufenanlage am Ufer vor. Im Bürgerpark am Südufer könnten zudem eine »essbare Stadt« sowie ein Waldspielplatz entstehen. Auch eine Liegewiese am Wasser wäre südlich der Werre möglich – »alles unter Berücksichtigung des Landschaftsschutzes«, sagte Philipp Büsselmann. Ein Wegenetz durch den Auenpark soll geschaffen und das bestehende im Bürgerpark soll ergänzt werden.

Brückenanlagen baue das Unternehmen nur noch aus Stahl sagte Ehm Eike Ehrig: »Holz ist nicht nachhaltig.« Für die Bepflanzung beispielsweise der Sitzstufen schlug er Stauden vor, die immer wieder kommen. »Mit Gräsern kann man Atmosphäre schaffen«, sagte er, »sie schaffen Leichtigkeit.«

Privatgrundstücke nicht intensiv in Planung einbezogen

Eine Planungsbarriere stellen für die Architekten die Eigentumsverhältnisse der betroffenen Grundstücke dar, wie Philipp Büsselmann erläuterte. Ein Teil der südöstlichen Uferfläche ist in privatem Besitz. In diesem Bereich liegen auch die umstrittenen Kleingärten. »Wir befinden uns im Dialog mit dem Rechtsbeistand der Pächter«, sagte Baudezernent Wolfgang Helten.

Der vorgestellte Rahmenplan fand fraktionsübergreifend großen Anklang bei den Mitgliedern des Ausschusses. »Ich habe jetzt einen ganz anderen Blick auf die Werre«, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Wolfgang Böhm. Der Vorsitzende des Planungs- und Umweltausschusses, Heinz Dahlmeier (SPD), sagte auf Anfrage, er werde den Plan weiter thematisieren: »Wenn man die Finanzierung hinbekommt, kann ich mir gut vorstellen, dass das Projekt in den nächsten Jahren umgesetzt wird.« Er werde forcieren, dass in der nächsten Sitzung des Ausschusses beschlossen werde, »welche Maßnahmen weiter verfolgt werden«, versicherte er.

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