Mo., 31.12.2018

Lehramtsstudentin Aileen Poggemöller aus Löhne verwirklicht ihren Traum als Sängerin – mit Video »Deine Stimme hat was zu sagen«

Auch am Flügel im Wohnzimmer ihrer Familie singt Aileen Poggemöller leidenschaftlicht gerne mit Mutter Caroline und Stiefvater Bruno. Die Verwandten sind die größten Fans der 27-jährigen Sängerin, die Grundschullehrerin werden will.

Auch am Flügel im Wohnzimmer ihrer Familie singt Aileen Poggemöller leidenschaftlicht gerne mit Mutter Caroline und Stiefvater Bruno. Die Verwandten sind die größten Fans der 27-jährigen Sängerin, die Grundschullehrerin werden will. Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Rajkumar Mukherjee

Löhne (WB). Die Rätselfrage vom kleinen Regenwurm hat Aileen Poggemöller (27) einst als kleines Mädchen dazu verholfen, die Scheu vor dem ersten Soloauftritt zu verlieren. Als Mitglied in mehreren Ensem­bles, Interpretin und Komponistin eigener Songs geht sie ihrer Leidenschaft nach.

Seit ihrer Kindheit singt Aileen Poggemöller, tritt mit dem Musicalchor Löhne, der Mindener Bigband Independent Sound Orchestra und solo bei Familienfesten wie Hochzeiten und Taufen auf. Zudem leitet sie das Ensem­ble VOCALeight. Auch beruflich dreht sich Vieles um Melodien und Noten: An der Universität Bielefeld studiert sie Musik, Mathematik und Deutsch auf Grundschullehramt.

In musikalische Familie hineingeboren

Als Tochter einer musikalischen Familie liegen die Anfänge der damals Vierjährigen in der Musikschule Löhne und im Kinderchor. Mit Mutter Caroline und Stiefvater Bruno, Mitglied einer Samba-Band in Bad Oeynhausen, singt sie viel und spielt mehrere Instrumente, darunter Gitarre, Geige und Klavier. Im Alter von sechs bis 14 Jahren war sie im Streichorchester. Und auch ihr Bruder Steven (25) fing im Kinderchor an.

Ihr Förderer war Bernhard Margenberg, als Lehrer von 1980 bis vor wenigen Jahren an der Musikschule tätig. Er erkannte ihr Talent, inspirierte sie vor einem Auftritt zum Solo. »Ich hatte aber Bammel davor, andererseits eine große Klappe«, erzählt Aileen Poggemöller und schmunzelt. Das habe Bernhard Margenberg gewusst – und deshalb augenzwinkernd eine Rätselfrage gestellt, um sie als Solosängerin auswählen zu können. »Welches Tier kommt aus dem Boden, wenn’s regnet?«, wollte er wissen. »Ich konnte mich nicht zurückhalten und rief lauf: »Der Regenwurm! Und schon stand ich vorne ...«, sagt Aileen Poggemöller und lächelt.

Mitglied im Independent Sound Orchestra

Später sang sie auch im Musicalchor solo, mit 17 Jahren begleitete sie erstmals als Künstlerin eine Hochzeit in der Kirche in Löhne-Ort. Ganz ablegen konnte sie ihr Lampenfieber damals aber noch nicht. »Ich stand auf der Empore, weit von den Hochzeitsgästen entfernt. Das hat mir geholfen, weil Singen bis heute für mich etwas sehr Intimes hat. Man gibt ja als Sänger auch viel von sich«, sagt Aileen Poggemöller. Für das Hochzeitspaar sang sie »One Moment in Time«, ein Welthit von Whitney Houston. »Es ist eine Ballade, deren Text mich immer noch sehr inspiriert. Es handelt ja davon, diesen einen besonderen Moment im Leben zu haben. Das passte natürlich zum Thema Hochzeit«, sagt sie.

Seit 2017 ist Aileen Poggemöller Mitglied im Independent Sound Orchestra. Das Aufnahmeritual bestand sie während eines Auftritts der Bigband in Mennighüffen. »Mein Stiefvater Bruno und ich standen an der Bühne, sangen und tanzten mit. Das haben die Mitglieder der Gruppe gesehen und mich gefragt, ob ich nicht mitmachen möchte. Bedingung war, dass ich bei einer Probe ›I’m so excited‹ von den Pointer Sisters singen sollte. Es hat geklappt, ich kam ins Team«, sagt sie.

Neu sind die Erfahrungen, die Aileen Poggemöller nun in den musikalischen Genres Funk und Jazz sammelt. »Die Band spielt einen fetten Sound, mit semiprofessionellen Musikern, die eine sehr hohe musikalische Qualität mitbringen. Ich lerne sehr viel dazu«, sagt Aileen Poggemöller.

Eigener Youtube-Kanal

Ein »Lieblingsprojekt« ist ihre Zusammenarbeit mit Julia Unrau und Sören Nagel (Klavier) im Trio JASmusic. »Wir interpretieren bekannte Popsongs und Schlager wie Peter Maffays ›Halt dich an mir fest‹. In diesen Songs stehen Freundschaft und Musikalität im Vordergrund.« Die Videos stellt das Trio in einen eigenen Youtube-Kanal ein.

Und auch eigene Songs hat Aileen Poggemöller bereits komponiert, in Zusammenarbeit mit dem Texter Jörg Dahlbeck. Diese Songs entstanden anlässlich eines Projektes mit dem Titel »Ansichtskarten aus Auschwitz« und waren im Rahmen eines Schüleraustausches mit Löhnes polnischer Partnerstadt Mielec im Löhner Rathaus zu hören. Die Wahl Jörg Dahlbergs auf Aileen Poggemöller sei schnell gefallen: »Er sagte zu mir: ›Deine Stimme hat was zu sagen‹.«

Trotz der Begeisterung für Musicals, als Kombination aus Musik und Schauspiel, entschied sich Aileen Poggemöller gegen eine professionelle Karriere als Sängerin – und gab dem Lehramtsstudium den Vorzug. »Ich möchte mich nicht verkaufen und finanziell unabhängig bleiben. Und viel lieber zeige ich Kindern, dass auch sie Musik machen können: Jedes Kind nach seinen Fähigkeiten. Musik ist eben nicht nur das, was aus dem Radio kommt, sondern das, was wir fühlen und ausdrücken«, sagt Aileen Poggemöller.

Kommentare

"Ich möchte mich nicht verkaufen und finanziell unabhängig bleiben."

Warum ist man als Musiker finanziell abhängig?
Warum klingt dieser Artikel wie ein Ruf nach Aufmerksamkeit und Anerkennung?

Für mich ist nicht schlüssig, was mit diesem Artikel erreicht werden möchte.

1 Kommentare

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