Fr., 18.01.2019

Salon Schwarz feiert 75-jähriges Jubiläum am Standort Löhne-Ort am 26. Januar »Der tollste Job der Welt«

Stefan Schwarz in seinem Salon mit dem neuen Anbau (im Hintergrund). Zu sehen sind seine Mitarbeiterinnen (von links) Susi Haas, Jana Krencky, Janine Schmidt (verdeckt) und Isabell Pranjic. Es fehlen Bettina Kleimeyer und Ernst-Albert Schwarz.

Stefan Schwarz in seinem Salon mit dem neuen Anbau (im Hintergrund). Zu sehen sind seine Mitarbeiterinnen (von links) Susi Haas, Jana Krencky, Janine Schmidt (verdeckt) und Isabell Pranjic. Es fehlen Bettina Kleimeyer und Ernst-Albert Schwarz. Foto: Sonja Gruhn

Von Sonja Gruhn

Löhne-Ort (WB). Dass Stefan Schwarz in vierter Generation Friseurmeister ist und der Familienbetrieb in Löhne-Ort, Brunnenstraße 133, sein 75-jähriges Jubiläum feiern kann, ist dem Schicksal zu verdanken. Eigentlich wollte der 36-Jährige Tischler werden – eine Allergie gegen Holzstaub verhinderte dies. Heute sagt er: »Friseur ist der tollste Job der Welt.«

Den stolzen Geburtstag will die Familie Schwarz, die am 2. Januar mit der kleinen Mila um ein Mitglied bereichert wurde, mit ehemaligen, derzeitigen und künftigen Kunden sowie Nachbarn und Interessierten am Samstag, 26. Januar, von 16 bis etwa 22 Uhr feiern. »Wir bauen ein Partyzelt auf, es gibt Glühwein, Bratwürstchen und ein Glücksrad, an dem Erwachsene Rabatte bis zu 75 Prozent und die Jüngeren kindgerechte Preise gewinnen können«, sagt Stefan Schwarz.

Zwar ist der Friseursalon in Löhne-Ort seit 75 Jahren ansässig, der Grundstein zu dem Familienunternehmen wurde allerdings bereits im 19. Jahrhundert andernorts gelegt. Wann genau, das konnte Stefan Schwarz bislang nicht herausfinden. »Vom Stadtarchiv in Gronau habe ich erfahren, dass es 1905 einen letzten Eintrag im Branchenregister gibt.«

Gegründet hatten das Unternehmen sein Urgroßvater Ernst, geboren am 17. November 1873 in Krefeld, der mit Charlotte, geboren am 26. Februar 1886 in Hagen, verheiratet war.

»Sie waren beide Friseure und haben offenbar den ersten Laden in Gronau gegründet. Ebenso eine Haarfabrik, in der Perücken hergestellt wurden. Soweit bekannt ist, gab es im Ruhrgebiet an mehreren Standorten Salons«, sagt Stefan Schwarz.

Sein Opa Albert erblickte am 15. Februar 1916 mitten im Ersten Weltkrieg das Licht der Welt. Zwei Jahre später starb Ernst Schwarz im Juli während einer Epidemie an Grippe. Seine Frau heiratete später wieder. Sohn Albert erlernte ebenfalls das Friseurhandwerk.

Nach Löhne kam Albert Schwarz, als er seine Schwester, die hier Urlaub machte, besuchte. Er fand eine Anstellung in dem Friseurgeschäft Nobbe an der Ecke Bünder Straße/An der Osnabrücker Bahn. Dieses übernahm er im September 1943, nachdem er seine Meisterprüfung abgelegt hatte, da der Inhaber aus dem Zweiten Weltkrieg nicht zurückkehrt war.

Neues Gebäude in 1950er Jahren erbaut

Gemeinsam mit seiner Frau Else erwarb Albert Schwarz 1948 ein Grundstück, wo heute die Brunnenstraße entlangführt. »Damals gab es dort neben Äckern und Wiesen nur einen Feldweg, wenige Häuser und Bauernhöfe, die Kirche und einen Trakt der Volksschule.« Von 1951 bis 1955 entstand das Gebäude, in dem heute der Salon Schwarz an der Brunnenstraße 133 zu finden ist.

»Der Salon war erst in einem Bungalow untergebracht, meine Großeltern wohnten im Keller. Baumaterial war immer noch knapp und Handwerker schwer zu bekommen. Später wurde um ein Geschoss aufgestockt.«

Mittlerweile hatte das Ehepaar zwei Töchter und Sohn Ernst-Albert, der 1949 geboren worden war. Dieser übernahm im Alter von 21 Jahren 1970 das Geschäft von seinen Eltern.

Ein Jahr zuvor hatte er in Wegeners Tenne die zwei Jahre jüngere Einzelhandelskauffrau Irmgard aus Bad Oeynhausen kennengelernt, die er im Juni 1973 heiratete. Sie ließ sich zur Friseurin umschulen, um zur Unterstützung mit ins Geschäft einsteigen zu können. Erstmals erhielt der Salon 1980 einen Anbau. 1982 wurde Stefan Schwarz als zweites Kind der Eheleute geboren.

Dritte Erweiterung 2018

Nachdem Stefan Schwarz den Wunsch, Tischler zu werden, aufgeben musste, absolvierte er im elterlichen Betrieb ein Praktikum und fand Gefallen an dem Friseurberuf. Seine dreijährige Ausbildung begann er 1998, erhielt 2003 seinen Meisterbrief und übernahm 2004 das Geschäft, das er ein weiteres Mal erweiterte.

Ein dritter Anbau erfolgt im vergangenen Jahr. So gibt es nun neben den bisherigen drei Plätzen im Herren- und 13 Plätzen im Damensalon genügend Raum für die vier neuen Waschsessel und einen festen Kosmetikplatz, der die mobile Station ergänzt.

Inklusive seinem Vater (69) hat Stefan Schwarz sechs Mitarbeitende. Regelmäßig bildet er zudem aus. Aktiv ist Schwarz bei der Friseurinnung Herford als Lehrlingswart und Vorstandsmitglied. Seit 2000 wirkte er bei der Präsentation der Frisurenmode im GOP Kaiserpalais mit, die er inzwischen auch moderiert, und bietet hin und wieder Fotoshootings mit dem Starfotografen Maik Rietentidt an.

Im vergangenen Jahr hat Schwarz seine Freundin Sinah (28) geheiratet und ist seit Anfang Januar stolzer Vater von Töchterchen Mila.

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