Mo., 11.02.2019

Pfarrerin Petra Ottensmeyer stellt Telefon-Seelsorge bei 30. Morgenimpuls vor »Sorgen kann man teilen«

Für die Organisation des Mennighüffener Morgenimpulses haben Initiatorin Gunda Held (Zweite von links) und ihr Team ein Dankeschön von Pfarrer Kai Sundermeier erhalten.

Für die Organisation des Mennighüffener Morgenimpulses haben Initiatorin Gunda Held (Zweite von links) und ihr Team ein Dankeschön von Pfarrer Kai Sundermeier erhalten. Foto: Kirchengemeinde Mennighüffen

Löhne-Mennighüffen (WB). Bereits zum 30. Mal ist am Samstag ein Mennighüffener Morgenimpuls veranstaltet worden. Dazu fanden sich wieder rund 100 Gäste im Gemeindehaus Mennighüffen ein. Als Referentin war Pfarrerin Petra Ottensmeyer von der Telefon-Seelsorge Ostwestfalen zu Gast, die ihren Dienstsitz in Bad Oeynhausen hat.

Als Einführung in das Thema des Tages thematisierte Pfarrer Kai Sundermeier, der die Andacht hielt, das Thema »Trost«. Die Realität des Lebens lehre uns, dass jeder Mensch in eine Krisensituation geraten könne, in der er Trost benötige. Pastor Sundermeier machte deutlich, dass echter Trost von Gott komme, von dem wir ihn erbeten dürfen: »Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden (...)«, so heißt es im Lukasevangelium im elften Kapitel.

Trostgeschichten aus der Bibel

Weiterhin verwies Sundermeier auf die vielen Trostgeschichten der Bibel, wie zum Beispiel Jakob, der die Himmelsleiter schaut, und nicht zuletzt Maria am Grab, die dem Auferstandenen selbst begegnet. »Diese Ereignisse zeigen, Trosterfahrungen sind Gotteserfahrungen«, sagte der Pfarrer.

Die Hoffnung, dass wir in Gott durch den Heiligen Geist einen Tröster sehen können, komme vor allem in dem berühmten Gedicht Dietrich Bonhoeffers zum Ausdruck »Von guten Mächten wunderbar geborgen«.

Nach dem Frühstück referierte Pfarrerin Petra Ottensmeyer über die Arbeit der Telefon-Seelsorge, die unter dem Motto steht: »Sorgen kann man teilen.« Die Idee der Telefon-Seelsorge stammt aus Großbritannien.

Wurzeln in den »Samaritans«

Dort gründete Pfarrer Chad Varah im Jahr 1952 die »Samaritans«. Der Fokus der Arbeit damals stand auf der Prävention von Suiziden. Eine Zeitungsannonce Varahs lautete damals: »Bevor Sie sich das Leben nehmen, rufen Sie mich an.« Die Telefon-Seelsorge nach heutigem Verständnis in Deutschland gründete sich 1957 in Kassel.

Heute gibt es mehr als 105 Stellen in Deutschland, sagte Pfarrerin Ottensmeyer. Die Telefon-Seelsorge Ostwestfalen mit Sitz in Bad Oeynhausen wurde 1984 gegründet. Rund 80 Ehrenamtliche engagieren sich dort heute mit etwa zwölf bis 14 Stunden Dienst pro Monat. Am Anfang steht ein umfangreicher Befähigungskurs, und für die Aktiven gibt es wiederkehrend eine 14-tätige Reflexionsgruppe.

Vertraulichkeit und Anonymität

»Unser wichtigster Grundsatz ist Vertraulichkeit und Anonymität«, sagte Petra Ottensmeyer. So werde beispielsweise auch die Absenderrufnummer nicht angezeigt. Etwa 80 Prozent der Anrufenden wollten anonym bleiben und teilten keine persönlichen Informationen mit. Der zweite wichtige Grundsatz sei die vorurteilsfreie Offenheit, mit der den Menschen im Gespräch begegnet werde.

Knapp 12.000 Anrufe seien 2018 bei der Telefon-Seelsorge eingegangen, berichtete die Pfarrerin. Davon käme die Mehrheit von Frauen (etwa 62 Prozent). »Die Telefon-Seelsorge ist nicht auf bestimmte Themen spezialisiert, was eine große Offenheit für alle Anliegen ermöglicht.«

Manche Menschen suchten einfach Kontakt und ein offenes Ohr, weil sie allein leben. Aber auch echter Trost in schweren Krisen werde gesucht oder die Beratung bei einer schweren Entscheidung.

Es gibt auch Grenzen

»Es zeigt sich, dass oft allein das Reden über ein Problem dabei hilft, weil es Abstand erzeugt und sich dadurch neue Ideen entwickeln können und neue Wege entstehen.« Eine Grenze des Angebots bestehe darin, dass keine Gesprächsreihen angeboten werden könnten. Auch die Anonymität der Ehrenamtlichen sei ein wichtiger Grundsatz. Daher sei es nicht vorgesehen, mit festen Ansprechpartnern im Gespräch zu bleiben. Pfarrerin Ottensmeyer gelang es, anhand der Zahlen die enorme Relevanz der Arbeit darzustellen.

Musikalische Höhepunkte wurden vom Gitarrenquartett der Musikschule zu Gehör gebracht. Es entführte die Zuhörenden teilweise in entfernte Länder. Bevor Pfarrer Sundermeier den Schlusssegen sprach, dankte er Gunda Held als Initiatorin und dem gesamten Team anlässlich des 30. Morgenimpuls für ihre hervorragende Arbeit und überreichte Blumen.

Der nächste Morgenimpuls am 4. Mai steht unter dem Thema: »Kommen Tiere in den Himmel?«

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