Di., 12.02.2019

Nach »X Factor«: Christian Scheer und Michael Klein sprechen über Zukunftspläne Viele neue Fans sind das Ziel

Michael Klein am Klavier, Christian Scheer an der Gitarre, beide mit Gesang – die Rollen in der Band »Scheer« sind klar verteilt. 2019 will das Duo musikalisch durchstarten.

Michael Klein am Klavier, Christian Scheer an der Gitarre, beide mit Gesang – die Rollen in der Band »Scheer« sind klar verteilt. 2019 will das Duo musikalisch durchstarten. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Löhne/Bielefeld (WB). Mit dem Rückenwind aus der erfolgreichen Teilnahme an der TV-Casting-Show »X Factor« im Herbst 2018 wollen Christian Scheer (31) und Michael Klein (41) in diesem Jahr viele weitere Fans dazugewinnen. Dazu schreibt das Duo neue Songs, plant Konzerte und Festivalauftritte und versucht, seine Musik etwa über Streamingportale im Internet bekannter zu machen.

»Die Teilnahme bei ›X Factor‹ hat es uns ermöglicht, unsere Musik einmal laut und ausproduziert zu erleben«, sagt Christian Scheer, dessen Nachnamen auch das Duo trägt. Es sei schon ein Unterschied, ob man bei einem Wohnzimmer- oder Clubkonzert vor 50, 60 Leuten spiele oder ob bei einer TV-Show 700 Besucher im Studio und etliche Fernsehzuschauer zu Hause den Auftritt verfolgten. Der Löhner: »Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass man bei einem Live-Auftritt die Kameras vergisst. Es ist viel wichtiger, wie das Publikum im Saal reagiert.«

Viel Aufwand für kurzen Moment

Vor allem als stressig bleiben Michael Klein die Dreharbeiten in Erinnerung. »Zuletzt, während der Live-Shows, waren wir sehr viel in Köln und kaum noch zu Hause. 90 Prozent der Zeit bestand aus Warten. Es wird großer Aufwand für einen kurzen Fernsehmoment betrieben«, sagt der Bielefelder.

Dass beim Bezahlsender Sky nicht ein Millionenpublikum, sondern bestenfalls einige Zehntausend Zuschauer die »X Factor«-Staffel verfolgten, war laut Michael Klein ein Grund, sich für die Teilnahme ausgerechnet an dieser Casting-Show zu entscheiden.

»Wir wollten in relativ geschütztem Rahmen ausprobieren, wie weit wir kommen. Auch war es nur bei ›X Factor‹ möglich, dass wir als Duo antreten«, sagt der Bielefelder. »Ein Hauptziel war es zudem, bei ›X Factor‹ möglichst viele eigene Songs zu präsentieren«, ergänzt Christian Scheer.

Erfolgsproduzent legt Hand an

Als einen Schlüsselmoment während der Casting-Show-Teilnahme bezeichnet der Löhner allerdings den Auftritt mit einer Coverversion des Helene-Fischer-Hits »Atemlos« . »Die Reaktion des Studiopublikums war unglaublich positiv. Das hatten wir nicht erwartet«, sagt der 31-Jährige.

Nie vergessen werden Christian Scheer und Michael Klein auch ihren Halbfinal-Auftritt mit dem eigenen Song »Endlich«. »Das Lied ist erst eine Woche vor der Show fertig geworden. Für Chris war es der erste Song ohne Gitarre«, sagt Michael Klein.

Außerdem habe Erfolgsproduzent Franz Plasa, musikalischer Leiter bei »X Factor«, den Song verfeinert. »Alles Instrumentale, was Michel nicht am Klavier gespielt hat, stammt von ihm«, sagt Christian Scheer. Trotz des grandiosen Auftritts war nach dem Halbfinale die »X Factor«-Reise des Duos »Scheer« beendet .

Einmaliger Sound als Duo

»Wir nehmen aus ›X Factor‹ mit, dass wir gerade als Duo etwas Einmaliges sind«, sagt Michael Klein. Zweistimmiger und abwechselnder Gesang in Kombination machten das Besondere der Band aus. »Deshalb ist es bei unseren neuen Songs so, dass auch ich öfter mal einen Solo-Part bekomme«, betont der 41-Jährige.

Um sich als Duo effektiver zu vermarkten, setzen die beiden Musiker seit Jahresbeginn auf ein professionelles Booking. »Es ist wichtig, dass wir dafür jemanden haben, der gut vernetzt ist und weiß, wo wir hinpassen«, sagt Christian Scheer. Natürlich sei es reizvoll, eigene Konzerte zu spielen. »Wir werden aber auch als Support oder bei Festivals spielen, weil wir hoffen, so neue Fans hinzuzugewinnen«, sagt der Löhner.

Große Konkurrenz im Internet

Bei der Vermarktung seiner Musik im Internet setzt das Duo Scheer auf populäre Streamingportale. Damit Geld zu verdienen, sei allerdings schwierig. Für das einmalige Abspielen eines Songs würden Cent-Bruchteile gezahlt. Christian Scheer: »Interessant wird es, wenn Songs in Playlists aufgenommen werden.« Dafür müssten sie aber im Vorfeld ausreichend häufig angeklickt werden. Ausschließlich von ihrer Musik leben können die beiden Bandmusiker derzeit nach eigenen Angaben nicht. Deshalb wollen sie bis auf Weiteres ihrer regulären Berufe weiter ausüben.

»Möglichst viele Klicks bei Streamingportalen sind inzwischen auch Voraussetzung, um mit Plattenfirmen ins Gespräch zu kommen«, sagt Christian Scheer. Die Konzerne seien nicht bereit, in absolute Newcomer zu investieren. Sie würden vielmehr Künstler fördern, die bereits über eine vielversprechende Fanbase verfügen.

Live-Auftritt im März in Bielefeld

Wer sich ein eigenes Bild von der Band »Scheer« machen möchte, kann das Duo am Dienstag, 26. März, in der Veranstaltungsreihe »Wortbäckerei« in der »Dr. Oetker Welt« in Bielefeld erleben. Bei größeren Auftritten sind gelegentlich auch drei zusätzliche Bandmusiker mit dabei. Weitere Informationen nicht nur zum bevorstehenden Auftritt in Bielefeld gibt es auf der Instagram-Seite der Band .

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