Sa., 09.03.2019

10,5 Millionen Euro für Bahnhof – RRX soll ab Dezember in Löhne halten können Bahn frei für die Modernisierung

Geben mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss für die Modernisierung des Löhner Bahnhofes (von links): Günter Willig (Bahnhofsverein), Landrat Jürgen Müller, Bürgermeister Bernd Poggemöller, SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück, Kurt Kalkreuter (Vorsitzender Verbandsversammlung VVOWL), Martin Nowosad, Laurenz Von der Haar (ausführende Firma Albert Fischer GmbH) und Mutlu Cömez (Projektleiter DB).

Geben mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss für die Modernisierung des Löhner Bahnhofes (von links): Günter Willig (Bahnhofsverein), Landrat Jürgen Müller, Bürgermeister Bernd Poggemöller, SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück, Kurt Kalkreuter (Vorsitzender Verbandsversammlung VVOWL), Martin Nowosad, Laurenz Von der Haar (ausführende Firma Albert Fischer GmbH) und Mutlu Cömez (Projektleiter DB). Foto: Sonja Gruhn

Von Sonja Gruhn

Löhne (WB). Die Modernisierung des Löhner Bahnhofes sowie die Bahnsteigverlängerung für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) werden noch in diesem Monat beginnen. Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Verantwortlichen am Freitag dafür den Startschuss gegeben.

»Der heutige Tag hat eine überragende Bedeutung für Bahnreisende und Passanten«, hob Bürgermeister Bernd Poggemöller zuvor bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste, die sich im »Alten Wartesaal erster Klasse« versammelt hatten, hervor. Das übergeordnete Thema laute verbesserte Mobilität.

»Der Bahnhof wird in Zukunft die Mobilitätsdrehscheibe sein«, betonte Poggemöller. »Wir sind froh, dass es endlich ein Stück voran geht, auch für die Stadtentwicklung. Denn Bahnhof und Stadt gehören zusammen.« Die Modernisierung sei Impulsgeber für die weitere Entwicklung von Löhne.

»Bahnhof und Bahnsteige müssen für die vielen Reisenden und Pendler, die täglich in Löhne starten und ankommen, Sicherheit und eine zeitgemäße Ausstattung bieten und natürlich barrierefrei beziehungsweise barrierearm zu nutzen sein.« Diesbezüglich äußerte Poggemöller den Wunsch, die Eingangssituation im Südteil zu verbessern. Der Zugang dort ist nicht barrierefrei und dunkel.

Geschenk zum 50. Stadtgeburtstag

Die Modernisierung sieht der Bürgermeister als Geschenk zum 50. Geburtstag der Stadt: »Wir hätten sie zum 40. Geburtstag aber auch schon gerne genommen«, fügte er hinzu, bevor er den Verantwortlichen für Planung und Finanzierung der Maßnahme dankte.

Mit etwa 10,5 Millionen Euro ist diese Maßnahme eine der größten im Raum Ostwestfalen-Lippe. Drei neue Aufzüge sorgen dafür, dass Reisende in Zukunft ohne Treppensteigen zum jeweiligen Bahnsteig gelangen. Die Bahnsteige 1, 2 und 3 werden auf einer Länge von 220 Metern neu gebaut, damit sie künftig von den neuen Fahrzeugen des Rhein-Ruhr-Express (RRX) angefahren werden können. Die Bahnsteige erhalten jeweils eine Höhe von 76 Zentimetern, um einen stufenfreien Einstieg in die Züge zu ermöglichen. Daneben sind weitere umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen geplant, die 2021 abgeschlossen werden sollen.

Stefan Honerkamp, Mitglied der Geschäftsleitung Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), sagte: »Ich bin davon überzeugt, dass das Geld am Bahnhof Löhne richtig investiert ist.« Es gehöre aber auch Mut dazu, einen Bahnhof zu sanieren, meinte Honerkamp hinsichtlich der Kosten.

RRX soll ab Dezember in Löhne halten

Er betonte, dass Reisende mit dem RRX künftig weitaus komfortabler unterwegs seien. Auch die Anzahl der Sitzplätze werde mit dann 800 auf der Strecke nach Minden und in Richtung Rhein-Ruhr erhöht. Der RRX, der schon ab Dezember in Löhne halten soll, wird stündlich fahren. Betreiber ist das englische Unternehmen National Express.

Stefan Honerkamps Wunsch in Richtung der DB Netz AG ist, dass die zwei ungenutzten Gleise entfernt werden, um so den Tunnel, der zu den Gleisen führt, verkürzen und Stellplätze schaffen zu können.

Dass dieses Vorhaben nicht zuletzt von einem politischen Auftrag abhängt, machte DB-Bahnhofsmanager Martin Nowosad, der für den Raum Bielefeld zuständig ist, deutlich. Er betonte bei der Vorstellung der einzelnen Maßnahmen zudem, dass es im Bereich Mobilität tief greifende Veränderungen gibt. »Viele junge Menschen kaufen keine Autos mehr, sondern Mobilität«, gab Nowosad zudem zu bedenken. Dadurch seien noch viele Aufgaben zu erledigen.

Große Bedeutung auch für Kreis Herford

Die Bedeutung des Bahnverkehrs für die gesamte Wirtschaft im Kreis Herford hob Landrat Jürgen Müller hervor: »Wir haben hier zwei wichtige Bahnlinien. Das ist ein großes Pfund, das wir absolut brauchen. Ich bin sehr dankbar, dass die Bahn das möglich macht.« Der Bahnhof sei als Visitenkarte zu sehen, sagte Müller auch im Hinblick auf viele Kunden, die beispielsweise zur Küchenmesse mit der Bahn anreisen.

»Es ist wichtig, dass bei der Modernisierung des Löhner Bahnhofs der Gedanke der Inklusion an erster Stelle steht. Ob es um Menschen mit Handicap geht, Familien mit Kinderwagen oder ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die mit schwerem Gepäck unterwegs sind – alle Reisenden bekommen durch den Umbau die Möglichkeit, sich barrierefrei im Löhner Bahnhof zu bewegen«, betonte er außerdem.

Wie schon der Bürgermeister zuvor, lobte der Landrat den Einsatz der Bahnhofs-Eigentümer Epifanio und Charlotte Di Fede sowie das Engagement des Vereins »Löhne umsteigen – Der Bahnhof«.

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