Fr., 26.04.2019

Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 3. Mai in Löhne »Wir sind alle gleich«

Felix Lehra (Diakonische Stiftungen Wittekindshof, von links), Thomas Spannuth (Werkstätten Wittekindshof), Delia Markmann (Kantorei Löhne-Ort), Celine Sophie Zeisberger, Elmar Bitter (Orthopartner OWL), Peter Köhn (Stadt Löhne), Christine Dittrich (Spatzenberg), Regina Brandt (Aktive Rollies), Jacqueline Mugaragu-Lamprecht (NRW-Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben), Elke Stuke und Heinz Volkmann (Ladybirds) sowie Maria Abele-Holzbaur (Inklusionsbeauftragte der Kreisverwaltung) kämpfen für Inklusion.

Felix Lehra (Diakonische Stiftungen Wittekindshof, von links), Thomas Spannuth (Werkstätten Wittekindshof), Delia Markmann (Kantorei Löhne-Ort), Celine Sophie Zeisberger, Elmar Bitter (Orthopartner OWL), Peter Köhn (Stadt Löhne), Christine Dittrich (Spatzenberg), Regina Brandt (Aktive Rollies), Jacqueline Mugaragu-Lamprecht (NRW-Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben), Elke Stuke und Heinz Volkmann (Ladybirds) sowie Maria Abele-Holzbaur (Inklusionsbeauftragte der Kreisverwaltung) kämpfen für Inklusion. Foto: Renée Trippler

Von Renée Trippler

Löhne (WB). Barrieren abbauen und mit Vorurteilen aufräumen – das ist das Ziel des Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Freitag, 3. Mai. Der Kreis Herford veranstaltet den Tag zum neunten Mal und in diesem Jahr zum ersten Mal in Löhne. Es soll kein Tag für Menschen mit Handicap sein – sondern ein Tag der Begegnung. Für alle.

In ganz Europa werden jedes Jahr rund um den 5. Mai Aktionstage zur Inklusion veranstaltet. Im Kreis gab es sie bislang mehrfach in Herford und einmal auch in Bünde. In diesem Jahr ist die Veranstaltung auf dem Findeisenplatz vor sowie in der Werretalhalle in Löhne.

Geplant ist ein buntes Programm für die ganze Familie, inklusive Live-Musik, Kinderschminken und Informationsangeboten. Als Gast angekündigt hat sich bereits der mehrfache Paralympics-Sieger Sebastian Dietz, der sich schon seit längerem für die Belange von Menschen mit Handicap engagiert.

»Mission Inklusion«

»Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr und ist bis etwa 20 Uhr, aber mit einem offenen ›Auslauf‹ geplant«, sagte Felix Lehra von den Diakonischen Stiftungen Wittekindshof. Bereits seit vergangenem Herbst planen die Organisatoren gemeinsam den Tag. Beteiligt sind unter anderem das Sozialamt der Stadt, verschiedene Chöre, der Arbeitskreis von Menschen mit Handicap und das Wohnheim Spatzenberg.

Ziel der Veranstaltung sei, miteinander ins Gespräch zu kommen, den Menschen die Möglichkeit zu geben, die Lebenswelten von Menschen mit Handicap besser kennen- und verstehen zu lernen, sagte Maria Abele-Holzbaur, Inklusionsbeauftragte der Herforder Kreisverwaltung. Das Motto des jährlichen Aktionstages, der deutschlandweit von »Aktion Mensch« gesponsert wird, lautet in diesem Jahr »Mission Inklusion«.

Leben ist vielfältig

»Wir haben uns ganz viel damit auseinandergesetzt und wollen an diesem Tag zeigen, wie viel Spaß es macht, sich damit zu beschäftigen. Es ist so schön, dass das Leben vielfältig ist«, sagte Christine Dittrich, Einrichtungsleiterin des Wohnheims Spatzenberg. Um Vielfalt soll es gehen, deshalb ist auch das Programm für den Tag bunt gestaltet und an alle Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet gerichtet.

»Wir haben uns ganz bewusst dagegen entschieden, einen Protestmarsch zu machen«, sagte Regina Brandt, die sich unter anderem bei den »Aktiven Rollies« engagiert. Man wolle nicht protestieren, man wolle »persönlichen Kontakt herstellen, um Vorbehalte und Hemmungen abzubauen«, sagte Maria Abele-Holzbaur.

Es gebe viele gesetzliche Vorgaben zur Inklusion, die jedoch in der Realität oft nicht umgesetzt würden. »Wir müssen die Menschen wachrütteln. Wir müssen in allen Lebensbereichen Barrieren abbauen, und daran muss dieser Tag erinnern«, sagte sie.

Viele Hemmschwellen

Wie groß die Hemmschwellen im Kontakt mit Menschen mit Handicap sind, bekommt Regina Brandt, die im Rollstuhl sitzt, im Alltag häufig zu spüren: »Wenn ich einkaufen gehe und beispielsweise beim Bäcker etwas bestelle und der Verkäufer etwas nachfragt, spricht er meine Begleitung an, nicht mich.«

Dafür hat sie kein Verständnis: »Wir sind alle gleich. Ob mit Handicap oder ohne.« Elmar Bitter von Orthopartner OWL, sagt: »Früher oder später werden wir alle zum Pflegefall. Dann sind wir auch ›gehandicapt‹«. An dem Aktionstag wollen die Organisatoren und Ehrenamtlichen deshalb gemeinsam mit den Besuchern ein paar nette Stunden verbringen – und damit für Verständnis, Akzeptanz und vor allem für die Freude an der Vielfalt werben.

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