Sa., 18.05.2019

Grundschule Gohfeld berichtet Ausschuss aus Pilotphase – Begehung nach Sanierung Individuell lernen durch digitale Medien

Sven Hoock und Alexandra Dreyer, sachkundige Bürger (SPD) im Schulausschuss, schauen sich eines der Tablets an, die die Grundschüler im Unterricht benutzen.

Sven Hoock und Alexandra Dreyer, sachkundige Bürger (SPD) im Schulausschuss, schauen sich eines der Tablets an, die die Grundschüler im Unterricht benutzen. Foto: Sonja Gruhn

Von Sonja Gruhn

Löhne-Gohfeld (WB). Wenn bei den Schülern der Grundschule Gohfeld beispielsweise das Thema »Ritter« auf dem Plan steht, dann kommen auch digitale Medien zum Einsatz. Die Kinder können mit Hilfe von iPads bereits selbstständig im Internet zu Unterrichtsthemen recherchieren.

Doch das ist längst nicht alles. So können sie per Kopfhörer Bastelanleitungen folgen oder selbst Filme dazu drehen. Auch Rechentricks können aufgezeichnet und damit anderen Schülern zugänglich gemacht werden. Das ermöglicht den Kindern, in ihrem eigenen Tempo und ihrer individuellen Auffassungsgabe entsprechend zu lernen.

Diese und weitere Vorteile sowie die Arbeitsweise nach dem SAMR-Modell von Dr. Ruben Puentedura stellte Schulleiterin Christiane Röder am Donnerstagabend den Mitgliedern des Schulausschusses vor. Diese wollten sich vor Ort zudem ein Bild der Schule nach den bereits abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen machen.

Vor etwa einem Jahr war die Grundschule Gohfeld als erste Grundschule in Löhne mit iPads ausgestattet worden. Als Medienbeauftragter betreut Lehrer Daniel Witt die Pilotphase. »Eine der Hauptaufgaben ist es, die digitalen Medien sinnvoll in den Lernprozess der Kinder zu integrieren. Das ist wichtig für die Partizipation an der Gesellschaft und für ihre berufliche Laufbahn«, sagte Christiane Röder.

Mit Hilfe des Medienkompetenzrahmens NRW soll den Schülern Medienkompetenz systematisch vermittelt werden. Dazu gibt es auch den Medienpass NRW, in dem alle zu erwerbenden Kompetenzen aufgeführt sind und in dem die Schüler mit Hilfe ihrer Lehrer ihre Fortschritte festhalten können. So werde das Wissen ständig erweitert.

20 iPads für 193 Kinder sind zu wenig

Christiane Röder ging aber ebenso auf »Störfaktoren« ein, die sich in der Pilotphase zeigten. Dazu zähle, dass es nur 20 iPads für 193 Kinder, also oft nicht einmal in Klassenstärke, und keine eigenen Geräte für die Lehrer, um den Unterricht vorbereiten zu können, gebe. Zudem seien die Betriebssysteme vorgeschrieben.

Ein spontaner Unterricht mit den digitalen Medien sei nicht möglich, da beispielsweise der Beamer und anderes Zubehör sowie die iPads vor jeder Stunde in die Klasse transportiert, aufgebaut und verkabelt werden müssten. Der schwere Transportkoffer könne nur in einem der Stockwerke genutzt werden. Durch die geringe Anzahl der Geräte müssten Listen für die Nutzer geführt werden.

»Wir schauen zwar, dass wir nach Möglichkeit mit kostenlosen Apps arbeiten, aber die, die bezahlt werden müssen, belasten den Schuletat«, sagte Christiane Röder. Eine sichere Speicherung der individuellen Schülerergebnisse sei ebenfalls nicht möglich. Sie hoffe, noch verbesserte Möglichkeiten in der Schule zu bekommen, betonte aber auch, dass die digitalen Medien nicht den klassischen Unterricht mit Papier und Stift ersetzen.

Nach Sanierung noch Wünsche offen

Im Anschluss führte sie die Besucher durch die Schule, deren Flure durch die neue Beleuchtung, einen hellen Anstrich und farbige Metall-Schränke, in denen die Puschen der Kinder aus Brandschutzgründen nun aufbewahrt werden müssen, einen freundlichen Eindruck machen. Neben den meisten Klassenräumen waren unter anderem das Sekretariat und das Schulleitungszimmer erneuert worden.

Akustikdecken sorgen dafür, dass der Schall besser absorbiert wird, die LED-Beleuchtung für CO 2 -Einsparung. Zudem dient ein Pavillon als grünes Klassenzimmer. Eine Dachsanierung wurde später im Schulausschluss beschlossen. Trotz dieser und weiterer Maßnahmen sind noch Wünsche offen. »Ich wünsche mir, dass aus dem ehemaligen Computerraume ein Musikraum wird«, sagte Röder. Dazu müsste dieser saniert und vor allem akustisch aufbereitet werden.

Der Werkraum und teilweise das dortige Inventar stammen aus der Zeit, als die Grundschule noch Volksschule hieß. »Die alten Drehstühle sind nicht sicher und zu hoch für Kinder. Hier wünsche ich mir eine kindgerechte Ausstattung. Was der Schule außerdem noch fehlt, ist ein großer Versammlungsraum. Eine Aula oder ein Forum wären toll.«

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