Mo., 27.05.2019

Für Autorin Carla Berling ist Lachen ganz wichtig – im Roman wie im wahren Leben »Humor gehört unbedingt dazu«

Carla Berling bringt im Juli ihr neues Buch »Der Alte muss weg« heraus. Darüber sprach sie vor ihrer Krimilesung in Löhne im Interview exklusiv mit dem WESTFALEN-BLATT.

Carla Berling bringt im Juli ihr neues Buch »Der Alte muss weg« heraus. Darüber sprach sie vor ihrer Krimilesung in Löhne im Interview exklusiv mit dem WESTFALEN-BLATT. Foto: Gabriela Peschke

Von Gabriela Peschke

Löhne/Bad Oeynhausen (WB). Carla Berling (Peggy Wehmeier) ist als Autorin bisher überwiegend mit Kriminalromanen erfolgreich. Ihr neues Buch ist eine Komödie. Im Interview mit dieser Zeitung – vor ihrer Krimilesung im Alten Wartesaal des Löhner Bahnhofes – spricht sie über den Roman »Der Alte muss weg«, der Anfang Juli in den Buchhandel kommen wird. Die Fragen stellte Gabriela Peschke.

Frau Berling, vom Self-Publisher zur Erfolgsautorin im Krimigenre, auch als Comedienne kennt man Sie. Jetzt schlagen Sie mit »Der Alte muss weg« mit dem neuen Buch ein neues Kapitel auf. Wie schaffen Sie diesen Spagat?

Carla Berling : Ich bin ein lebensfroher Mensch (lacht), die Rheinländer haben mir das beigebracht. Der Humor ist unser »Lebenselixir«. Und das gilt auch für meine Bücher. Kein Krimi ist so gruselig, dass es nicht auch etwas zu lachen gäbe. Und mein neues Buch ist auch mit ganz viel Augenzwinkern geschrieben.

 

Sie erzählen darin von gut situierten, aber gelangweilten Damen, deren Männer offenbar nicht mehr dem eigenen Wunschdenken entsprechen. Also sollen sie schließlich »weg«. Ist das nicht ein bisschen perfide?

Berling : Ich habe eine Situation erlebt, in Köln. In einem Café. Genuss-überdrüssige Gattinnen, die alles haben, und die heftig über ihre Männer lästerten. Und dann sagt eine plötzlich: ›Ich könnte ihn umbringen!‹ Als ich das hörte, da habe gedacht: Das ist es, daraus machst Du eine Geschichte! Vieles, worüber ich schreibe, habe ich beobachtet – sozusagen wie durch ein ›Brennglas‹ auf die Gesellschaft um mich herum geschaut.

 

Wie setzen Sie dieses Erlebnis in Ihrem Buch um?

Berling : Es gibt eine ganz abgefahrene Story – aber die kann ich natürlich noch nicht verraten. Nur so viel: Es war mir eine Lust, das zu schreiben. Ein bisschen Wirklichkeit, ein bisschen Phantasie – und ein Schuss Kritik auch an unserer »Entledigungsgesellschaft«.

 

Wie hat Ihr Verlag diese »Trendwende« aufgenommen?

Berling : Glücklicherweise war meine Lektorin sofort dafür. Die Carla Berling musste keine neue »Marke« erfinden, um andere Genres zu bedienen.

 

Eine Frage an die gebürtige Bad Oeynhausenerin und Wahl-Kölnerin: Warum verorten Sie die neue Story nicht auch in Ostwestfalen?

Berling : Sie könnte überall spielen, aber sie passt einfach super nach Köln.

 

»Der Alte muss weg« – was sagt denn Ihr Mann zu diesem Titel?

Berling : Eigentlich sollte das Buch ›Lobet die Herren« heißen, aber das wurde verworfen. Der jetzige Titel ist auch griffiger. Aber mein Mann hat kein Problem damit. Wir sind schon 16 Jahre verheiratet – und werden es hoffentlich noch die nächsten 30 Jahre sein!

 

Wenn der ›Alte weg‹ ist, was kommt dann? Gibt es neue Buchpläne?

Berling : Es wird nächstes Jahr eine weitere Komödie geben, und ein Familienroman ist fast fertig. Auch einen sechsten Krimi habe ich entworfen. Langweilig wird mir nicht!

 

Woher nehmen Sie die Kraft dafür – mit immerhin fast 60 Jahren?

Berling : Ich habe immer Ideen. Und Mut. Und ich bin ganz gut auf der Bühne. Ich kann die Leute abholen bei meinen Lesereisen. Ich schreibe vielleicht keine zitierfähigen Sätze fürs Feuilleton, aber alle haben Spaß. Das ist wichtig: Humor. Lachen können. Das hält jung!

- Für eine Krimilesung war Carla Berling am vergangenen Freitag im Alten Wartesaal im Löhner Bahnhof zu Gast und hat ihr Publikum unterhalten (Beitrag unten). Etwa 120 Zuhörer waren dabei.

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